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Sowohl die Zahl der transportierten Ladung als auch die Anzahl der Schiffe, die den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) im vergangenen Jahr durchfahren haben, ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Insgesamt wurden über die künstliche Wasserstraße im zurückliegenden Jahr 86,65 Mio. t Güter transportiert, 3,5 % mehr als 2016. Die Schiffe, die die Kanal befahren haben, stieg um 985 auf 30.269 an.

Wie die Wasserstraßen und Schifffahrtsverwaltung (WSV) mitteilte, haben auch die Teilstreckenverkehre zugenommen, d. h. der Verkehr zu den Häfen innerhalb des NOK. Wurde 2016 noch knapp 6 Mio. t Ladung im Kanal umgeschlagen, waren es 2017 mehr als 6,5 Mio. t. Dies belege sehr anschaulich die ökonomische Bedeutung der regionalen Kanalhäfen, so die WSV.

Der Schiffsverkehr zu den russischen Häfen war indes erneut rückläufig. Von 2.497 Schiffen im Vorjahr sank die Zahl im Jahr 2017 auf 2.251 Einheiten. Die WSV führt den erneuten Rückgang abermals auf die Folgen des Russlandembargos zurück.

Positive Zahlen verdeutlichen Bedeutung des NOK

»Die ansteigenden Zahlen belegen, dass der Nord-Ostsee-Kanal auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Rahmenbedingungen ein ausgesprochen gefragter Verkehrsweg ist. Die Umsetzung unserer Investitionsmaßnahmen am Kanal und die Einführung eines neuen Meldesystems werden dazu beitragen, die Attraktivität des internationalen Wasserwegs noch weiter zu steigern.«, so Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS).

Das neue erweiterte Meldesystem »Kiel Canal Approach« biete der Schifffahrt eine verbesserte und transparente Planung beim Zulauf zum Kanal. Konkret bedeute dies, dass sich Schiffe acht Stunden vor der geplanten Ankunft an der Schleuse in Brunsbüttel oder Kiel-Holtenau über ein Portal elektronisch anmelden. Auf dieses Weise wird jedes von ihnen sichtbar via Webseite, elwis.de/Seeschifffahrt/Nord-Ostsee-Kanal – in eine Zulaufliste aufgenommen.

Mit der Eröffnung des Meldesystems in diesem Jahr würden man nicht nur den Anforderungen der modernen Schifffahrt und der Umwelt gerecht, sondern trage darüber hinaus zu einer erhöhten Verkehrssicherheit bei, sagt Witte.

Infrastrukturelle Maßnahmen eingeleitet

Im November vergangenen Jahres wurde für den Ersatz der über 100 Jahre alten Levensauer Hochbrücke und der Verbreiterung des Kanals unterhalb der Brücke der Planfeststellungsbeschluss erlassen und die sofortige Vollziehung angeordnet. Mit der Baustelleneinrichtungsfläche Flemhude und der Fertigstellung einer zentralen Baustraße wurden entscheidende Voraussetzungen für den Streckenausbau geschaffen. Die Ausschreibungsunterlagen liegen nach WSV-Angaben weitgehend vor. Somit könne die Maßnahme in diesem Jahr europaweit veröffentlicht werden.

Für die Sanierung der Schleusen in Kiel-Holtenau wurde ein Konzept erarbeitet und die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren der Kleinen Schleuse vorbereitet. Die Sicherungsmaßnahme (Sandverfüllung) für die Kleinen Schleuse wurde beauftragt und soll 2018 durchgeführt werden.

In Brunsbüttel wurde die Baugrube für die Torkammer des Außenhauptes ausgehoben. Im Bereich des neuen Binnenhauptes und an der Elbe im Bereich der vorhandenen Molen 2 und 3 wurden Schlickbaggerungen unter Kampfmittelverdacht durchgeführt. Im Bereich der Kammerwände wurde mit dem Bau der Schrägverankerung begonnen. Außerdem laufen die Vorbereitungen für den Bau eines Trockendocks in Brunsbüttel zur Unterhaltung aller Schleusentore des Kanals, so die WSV.