Zu wenig Kapazitäten im Wasserbau

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Marode, weil überalterte Schleusen und Wehre an deutschen Wasserstraßen gibt es einige. Bedarf im Wasserbau ist also ausreichend vorhanden. Es fehlt jedoch an Planungspersonal. Die fehlenden Kapazitäten sind einer der Hauptgründe, weshalb zuletzt nur wenige neue Großprojekte beauftragt worden sind. Da sich die Arbeiten zumeist aus mehreren Blöcken zusammensetzen, dauert es entsprechend lange, bis eine Maßnahme vollständig zum Abschluss gebracht werden kann. Einige Projekte sind im Folgenden aufgeführt

1) Fünfte Schleusenkammer Brunsbüttel (Nord-Ostsee-Kanal)

Durch den Neubau der fünften Schleusenkammer soll sich die Planungssicherheit für Schiffe erhöhen, die den NOK befahren. Die Kammerlänge beträgt etwa 360m, die Breite liegt bei rund 45m.

Bauzeit: keine Angabe

Investitionen: ca. 550Mio. €

Beteiligte Firmen: ARGE Wayss & Freytag Ingenieurbau, Bereich Nord, BAM Infra, Wayss & Freytag Spezialtiefbau. WTM Engineers (Örtliche Bauüberwachung), ARGE Neubau Fünfte Schleusenkammer Brunsbüttel (Los 2), bestehend aus DSD Noell und Plauen Stahl Technologie (Bau von drei Schleusentoren einschl. Hebepontons)

2) Instandsetzung Schleuse Geesthacht

Bauzeit: 2018 bis 2030

Investitionen: 160 Mio. € (Planungsstand)

Beteiligte Firmen: stehen noch nicht fest

3) Schleuse Lüneburg

Für die bessere Hinterlandanbindung des Hamburger Hafens wird der Engpass im Norddeutschen Kanalnetz am Schiffshebewerk Lüneburg durch den Bau einer neuen Schleuse mit 38m Hubhöhe, 225m Nutzlänge und 12,50m Kammerbreite beseitigt.

Planungs-/Bauzeit: seit 2016

Investitionen: rund 265Mio. €

Beteiligte Firmen: stehen noch nicht fest

4) Ersatz Uferwand in Oldenburg

Ersatz einer abgängigen Uferwand (90 Jahre alt, ca. 120m lang) durch eine neue Uferwand, überschnittene Bohrpfahlwand mit Rückverankerung durch Mikro-Verpresspfähle und einer Vorsatzschale aus Spundbohlen (Spundwand).

Bauzeit: April 2017 bis voraussichtlich September 2018

Investitionen: rund 5,6Mio. €

Beteiligte Firmen: Thieling Bau, Nachunternehmer: Neidhardt (Mikropfähle), STB Wöltjen (Bohrpfahlwand) und Ingenieurberatung Bröggelhoff (technische Bearbeitung und Planung)

5) Neubau Wendestelle Oldenburg

In Oldenburg wird eine dritte Wendestelle mit einem Durchmesser von 165m für See- und Binnenschiffe in der Hunte errichtet.

Bauzeit: 2016 bis 2019

Investitionen: rund 13Mio. €

Beteiligte Firmen: Thieling Bau

6) Schiffshebewerk Niederfinow

Ersatzneubau für das im Jahr 1934 in Betrieb genommene Schiffshebewerk Niederfinow an der Oder-Havel-Wasserstraße. Die neue Anlage ist zukunftssicher auf die Wasserstraßenklasse Va ausgelegt und beseitigt einen Engpass zur Brückendurchfahrtshöhe auf der Relation Berlin–Szczcecin.

Bauzeit: seit 2008 bis k.A.

Investitionen: rund 315Mio. €

Beteiligte Firmen: ARGE Neues Schiffshebewerk Niederfinow: Implenia, DSD Brückenbau, Johann Bunte Bauunternehmung, Siemag Tecberg

7) Ersatzneubau Straßenbrücke Nieder Neuendorf

Anstelle der 1952 errichteten alten Brücke über den Havelkanal wird ein Neubau fällig. Die neue Brücke wird als Schrägstiel-Rahmenkonstruktion aus Stahlbeton ausgeführt. Das Bauwerk wird mit einer Spannweite von knapp 44m ca. 8m länger als die alte Brücke.

Bauzeit: 2017 bis 2019

Investitionen: rund 4,5Mio. €

Beteiligte Firmen: OST Bau (Osterburger Straßen-, Tief- und Hochbau)

8) Sacrow-Paretzer Kanal

Der Ausbau des 12,5km langen Sacrow-Paretzer Kanals ist Bestandteil des Verkehrswegeprojekts Deutsche Einheit Nr. 17. Nachdem zwei Straßenbrücken erneuert und auf 5,25m Durchfahrtshöhe angehoben wurden, erfolgt der Ausbau des Gewässerbettes, einschließlich Abzweig in den Havelkanal (siehe auch S.24/25).

Bauzeit: 2013 bis 2018

Investitionen: rund 64Mio. €

Beteiligte Firmen: Baulos 1: ARGE SPK Los 1: Ludwig Freytag, Mette Wasserbau, TAGU Tiefbau, Baulos 2: Hülskens Wasserbau

9) Instandsetzung Wehr Brandenburg einschl. Maschinenhaus

Erstmalig seit der Inbetriebnahme im Jahr 1967 gibt es eine Demontage der Wehrklappe auf der linken Wehrseite (Gewicht 16t), zudem muss der Korrosionsschutz erneuert, das Maschinenhaus eingerüstet und dessen Fassade sowie die verbliebenen Wandbereiche instandgesetzt werden.

Bauzeit: bis Oktober 2018

Investitionen: rund 2,2Mio. €

Beteiligte Firmen: Nietiedt, Reaku

10) Ersatz der Schleusen am Stichkanal nach Salzgitter (SKS)

Die Schleusen Wedtlenstedt und Üfingen am SKS werden durch neue Bauwerke ersetzt. Zukünftig können dann auch Großmotorgüterschiffe (GMS) mit einer Abladetiefe von 2,80m den Stichkanal befahren.

Bauzeit: 2018 bis 2025

Investitionen: ca. 100Mio. €

Beteiligte Firmen: stehen noch nicht fest

11) Neue Schleusen Dortmund-Ems-Kanal Nord (DEK) (Schleuse Gleesen)

Die rund 100 Jahre alten großen Schleusen Bevergern, Rodde, Venhaus, Hesselte und Gleesen müssen ersetzen, um die DEK-Nordstrecke als Verkehrsweg zu sichern und die Befahrbarkeit des Streckenabschnitts für das Großmotorgüterschiff (GMS) herzustellen.

Bauzeit: 2016 (Beginn: Gleesen) bis ca. 2030 (Ende: Bevergern)

Investitionen: insgesamt rund 449Mio. €

Beteiligte Firmen: erste Lose: Johann Bunte Bauunternehmung, Strabag

12) Dortmund-Ems-Kanal (DEK) Los 7

Durch die Anpassung des DEK an die Wasserstraßenklasse Vb (GMS/SV) ist eine Streckenaufweitung erforderlich. Im DEK Los 7 zwischen den Gemeinden Lüdinghausen und Senden erfolgt dazu auf 7,5km der Ausbau auf eine Wassertiefe von 4,0m und eine Wasserspiegelbreite von 55m. Bestandteile sind zwei Liegestellen mit Spundwänden und der Unterwassereinbau einer Tondichtung. Insgesamt werden rund 1Mio.m3 Boden bewegt und wasserstraßennah abgelagert.

Bauzeit: 2013 bis 2018

Investitionen: rund 70Mio. €

Beteiligte Firmen: Johann Bunte Bauunternehmung

13) Datteln-Hamm-Kanal (DHK)

In Hamm unterquert der Fluss Ahse in einem Düker aus dem Jahr 1913 den DHK. Das Bauwerk ist baufällig und muss ersetzt werden.

Bauzeit: 2016 bis 2019

Investitionen: rund 22Mio. €

Beteiligte Firmen: Johann Bunte Bauunternehmung

14) Uferschutz Wardt

Die Maßnahme umfasst die Sanierung des Uferdeckwerks mit einer zu erstellenden festen Unterlage im Sohlbereich des Prallhangs (Kolkauffüllung) zwischen Rhein-km 828,0 und Rhein-km 830,0 rechtes Ufer.

Bauzeit: Oktober 2016 bis 1. Quartal 2018

Investitionen: 4,3Mio. €

Beteiligte Firmen: Hülskens Wasserbau

15) Bau von zwei Ruhehäfen am Niederrhein

Der Bau von je einem Ruhehäfen in Ossen­berg (15a) (Rh-km 807,3) und Niedermörmter (15b) (Rh-km 838,1) soll Großmotorgüterschiffen (GMS) mit einer Länge von bis zu 135m sowie Kegelschiffen als Ruhehafen dienen. Pro Hafen ist eine Kapazität für 40 Schiffe vorgesehen. Zwischen Duisburg und den Niederlanden sollen in Abstand von etwa 30km solche Ruhehäfen eingerichtet werden.

Bauzeit: Die Maßnahme Ruhehafen Ossenberg befindet sich zurzeit in der Vorbereitung für das Planfeststellungsverfahren. Für den Ruhehafen Niedermörmter werden aktuell Voruntersuchungen durchgeführt.

Investitionen: 80,0Mio. €

Beteiligte Firmen: Bietergemeinschaft Lange GbR/grbv (für Voruntersuchungen)

16) Geschiebezugabe Unterer Niederrhein, Staffel 2 (Rh-km 808,0 – 858,0)

Die Maßnahme dient der Begegnung der Sohlerosion im Rhein durch gezielte Zugabe von Geschiebeersatzmaterial. Dazu werden über drei Jahre verteilt in sieben Zugabe-Bereichen zwischen Wesel-Büderich und Emmerich insgesamt 235.000t Geschiebeersatzmaterial eingebaut.

Bauzeit: 2016 bis 2018

Investitionen: 6,6Mio. €

Beteiligte Firmen: Reinhold Meister Wasserbau

17), 18) Instandsetzung von Wehrverschlüssen

An den Staustufen Fankel (17) und Enkirch (18) werden die Wehrverschüsse überarbeitet und instand gesetzt.

Bauzeit: April bis Ende Oktober 2018

Investitionen: ca. 5Mio. €

Beteiligte Firmen: Bick + Letzel

19) Zweite Schleusenkammern in Trier und Lehmen

19a) Zweite Schleusenkammer Trier

Im März 2014 startete der Bau der zweiten Schleusenkammer Trier, mit einer Hubhöhe von 7,25m, einer nutzbaren Kammerlänge von 210m und einer -breite von 12,50m landseitig neben der vorhandenen Schleusenkammer. Die Schleusenbaugrube ist weitestgehend fertiggestellt, sodass im Frühjahr 2016 die Betonarbeiten zur Herstellung der Schleusenkammer begonnen werden konnte (siehe auch S. 30/31).

Bauzeit: von 2014 bis 2018

Investitionen: rund 70Mio. €

Beteiligte Firmen: Hochtief Solutions, Planungsgemeinschaft INGE (Inros Lackner, Schömig-Plan Ingenieurgesellschaft, KHP König und Heunisch Planungsgesellschaft)

19b) Bau der Vorhäfen Lehmen

Der Bau des oberen und unteren 225m langen Vorhafens für die künftige zweite Schleusenkammer Lehmen hat im Frühjahr 2016 begonnen.

Bauzeit: 2016 bis 2018

20) Flussbagger- und Uferausbauarbeiten am Main

Mit den Fällarbeiten und der Baustelleneinrichtung wurde Ende Oktober 2017 begonnen. Seit Januar werden Baggerungen in der Fahrrinne sowie in den Uferzurücknahmen zwischen den Staustufen Schweinfurt und Ottendorf ausgeführt. Durch die Vertiefung der Fahrrinne von 2,50m auf 2,90m können Güterschiffe künftig bis zu 1.100t mehr Ladung aufnehmen.

Bauzeit: 2017 bis 2020

Investitionen: rund 14,3Mio. €

Beteiligte Firmen: k.A.

21) Wehr Viereth

An der zweifeldrigen Wehranlage Viereth (Inbetriebnahme 1925, Fallhöhe 6m) treten vermehrt Schäden an den Walzenverschlüssen und den zugehörigen Zahnschienen auf. Im Rahmen einer Grundinstandsetzung werden die Wehrwalzen durch Drucksegmente ersetzt. Die Arbeiten können nur in den Sommermonaten durchgeführt werden, damit die Wehranlage im hochwassergefährdeten Winterhalbjahr uneingeschränkt betriebsbereit ist. 2016 wurde die Sohle im Unterwasser des linken Wehrfeldes erneuert.

Bauzeit: 2014 bis 2020

Investitionen: rund 20Mio. €

Beteiligte Firmen: k.A.

22) Schleusenersatz Erlangen und Kriegenbrunn

Aufgrund von Standsicherheitsdefiziten müssen die beiden erst ca. 40 Jahre alten Schleusen Kriegenbrunn und Erlangen am Main-Donau-Kanal erneuert werden. Beide Schleusen haben eine Hubhöhe von 18,30m. Derzeit läuft für beide Bauwerke das Planfeststellungsverfahren. Zeitgleich findet die Entwurfsplanung statt. Der Neubau soll rund fünf Jahre dauern. Nach Fertigstellung werden die alten Schleusen rückgebaut.

Bauzeit: 2017 bis 2025

Investitionen: rund 530Mio. €

Beteiligte Firmen: k.A.

23) Instandsetzung Schleuse Feudenheim

Die Maßnahme beinhaltet den Neubau der Häupter der linken Kammer, die Verlängerung der Schleusenkammer für bis zu 135m lange und 11,45m breite Schiffe, das Ersetzen alter Hubtore durch neue Stemmtore sowie den Bau einer RoRo-Rampe.

Bauzeit: 2016 bis 2020

Investitionen: rund 25Mio.€

Beteiligte Firmen: ARGE Johann Bunte Bauunternehmung, Robert Nyblad (Massiv- und Stahlwasserbau), Thamerus Elektrotechnik (Elektro- und Steuerungstechnik)

24) Neubau Hochwassersperrtor Ladenburg

Das bestehende Hochwassersperrtor aus dem Jahr 1931 muss ersetzt werden.

Bauzeit: 2015 bis 2019

Investitionen: 12,5Mio. €

Beteiligte Firmen: ARGE Schleith und RSW Roßlauer Schiffswerke

25) Instandsetzung Schleuse Hirschorn (linke Kammer)

Die Maßnahme beinhaltet den Austausch den Untertores durch ein standardisiertes Stemmtor, Instandsetzung der Kammerwände und Kammerwandblöcken sowie die Erneuerung der Antriebs- Elektro- und Steuerungs- und Nachrichtentechnik.

Bauzeit: 2015 bis 2018

Investitionen: 4Mio.€

Beteiligte Firmen: ARGE Schleith und RSW Roßlauer Schiffswerke, Actemium Cegelec (Elektro- und Steuerungstechnik)

26) Grundinstandsetzung und Verlängerung Schleuse Kochendorf

Aktuell befindet sich die Maßnahme in der Projektierungsphase. Nach der Verlängerung hat die Kammer eine Nutzlänge von rund 140m. Derzeit stammen Massivbau, Schleusentore und Antriebe der rechten Schleusenkammer noch aus der Bauzeit von 1954 und werden aufgrund des erreichten Endes der Nutzungsdauer ebenso wie die Schleusenausrüstung (Poller, Steigeleitern, etc.) erneuert. Des Weiteren werden die Elektro-, Steuerungs- und Nachrichtentechnik ausgetauscht und auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Einem dementsprechend erhöhten Platzbedarf folgt die Anpassung der Antriebshäuser. Die Baumaßnahme beinhaltet zudem eine neue Seilstoßschutzanlage zur Verhinderung einer Schiffsanfahrung des Tores am Unterhaupt. Die aktuell nutzbare Kammerlänge liegt bei 107m, die Breite beträgt 12m und die Hubhöhe ist mit 8m angegeben.

Bauzeit: 2018 bis 2021

Investitionen: k.A.

Beteiligte Firmen: stehen noch nicht fest

27) Grundinstandsetzung Wehr Horkheim

Die Maßnahme beinhaltet die Erstellung dreier neuer Wehrverschlüsse, Sicherung der Wehrsohle, Betoninstandsetzung der Wehrpfeiler, Instandsetzung der Wehrstege, Ersatz der Antriebe- und Neubau der Antriebshäuser.

Bauzeit: ARGE Heberger und Hans Heinz

Investionen: rund 20Mio. €

Beteiligte Firmen: ARGE Heberger und Hans Künz

28) Grundinstandsetzung Schleuse Lauffen (linke Kammer)

Die Maßnahme umfasst die Erneuerung der Kammerwände, Versetzen des Oberhaupts, Einsetzen standardisierter Stemmtore, Erneuerung der Antriebe und den Bau eines Technikgebäudes für Elektro-, Steuerungs- und Nachrichtentechnik. Darüber hinaus wird die bestehende Liegestelle auf einer Länge von rund 400m mit zusätzlichen Pollern und Lichtmasten versehen.

Bauzeit: 2016 bis 2019

Investitionen: rund 15Mio. €

Beteiligte Firmen: ARGE Schleith und RSW Roßlauer Schiffswerke (Massiv- und Stahlwasserbau), Actemium Cegelec (Elektro- und Steuerungstechnik)

29) Grundinstandsetzung Schleuse Aldingen (linke Kammer)

Die Maßnahmen umfassen die Erneuerung der Kammerwände, Versetzen des Oberhaupts, Einsetzen standardisierter Stemmtore, Erneuerung der Antriebe, Instandsetzung des oberen Vorhafens, Bau eines Technikgebäudes für Elektro-, Steuerungs- und Nachrichtentechnik sowie die Errichtung von Kranstellplätzen.

Bauzeit: 2015 bis 2019

Investitionen: rund 12,7Mio. €

Beteiligte Firmen: ARGE Hofschröer und NE Sander Eisenbau (Massiv- und Stahlwasserbau), Actemium Cegelec (Elektro- und Steuerungstechnik), WTM Engineers

Alle Angaben ohne Gewähr; kein Anspruch auf Vollständigkeit

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