Magdeburger Ämter gut aufgestellt

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    Auf dem sogenannten Aschermittwoch der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung wurde über 2017 abgeschlossene sowie laufende Projekte informiert. Zudem wurden die neuen Aufgaben des WNA Magdeburg vorgestellt

    Er ist in erster Linie eine Informationsveranstaltung, auf der das Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Magdeburg und das WSA Magdeburg über die geleistete Arbeit zur Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse des zurückliegenden Jahres berichten und die Schwerpunkte des laufenden Jahres vorstellen. Polemik, wie sie unter den führenden Parteien der Bundespolitik am Aschermittwoch üblich ist, gibt es hier nicht.

    Insgesamt konnte Gastgeber Tjark Hildebrandt, Leiter des WSA Magdeburg, wieder mehr als 70 interessierte Gäste aus der Politik, den Verbänden, dem Gewerbe und der Verwaltung begrüßen und gab Burkhard Knuth, Leiter des WNA Magdeburg, für dessen Vortrag über die Bauprojekte, welche durch das WNA Magdeburg betreut werden, den Vortritt.

    Projekt 17 steht kurz vor dem Abschluss

    Knuth erläuterte die letzten laufenden Baumaßnahmen im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 am Elbe-Havel-Kanal (EHK). Die neue Schleuse Zerben werde in Kürze eröffnet, dann die alte geschlossen, um den rechten oberen Vorhafen in Ruhe ausbauen zu können.

    Noch in diesem Jahr werde, so Knuth, der letzte Kanalabschnitt zwischen der Schleuse Wusterwitz und dem Wendsee begonnen. Da das Nordufer des kurzen Kanalstückes zu einem Naturschutzgebiet gehöre, würde dort das Ufer nur gesichert, aber das Südufer neu hergestellt und der Kanalabschnitt wie vorgesehen vertieft. Danach werde auf diesem Abschnitt im Richtungsverkehr gefahren.

    Der Weiterbau der neuen Schleuse Wusterwitz sei nicht gesichert, weil der Rechtsstreit zwischen Auftraggeber und -nehmer noch nicht ausgestanden sei. Die Brücken zwischen Elbe und Havel seien erneuert und auf die für den zweilagigen Containerverkehr ausgerichtete Brückenhöhe von 5,25m gebracht worden.

    Neu beschlossen wurde der Bau der Eisenbahnbrücke Güsen unterhalb der Schleuse Zerben des EHK, die das Betonschwellenwerk Güsen mit dem Netz der Deutschen Bahn verbinde und für den Abtransport der Betonschwellen per Schiene unerlässlich sei.

    Neue Aufgaben für das Magdeburger WNA

    Mit dem Abnehmen der Arbeiten am Projekt 17 erhielt des WNA Magdeburg durch den Bund auch zahlreiche außerhalb seines Amtsbereiches liegende Aufgaben, die aber aus Magdeburg bearbeitet würden. Das betreffe zum Beispiel den Ersatzneubau der kleinen Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) in Kiel-Holtenau, die Grundinstandsetzung der Schleusen Kachlet an der Donau (Passau) und den Bau eines Torinstandsetzungsdocks am NOK in Brunsbüttel. Auch die Maßnahmen zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit sei einige Jahre schon neue Aufgabe der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV). Knuth stellte zudem laufende Maßnahmen beim Ersatzneubau von Brücken und Wehren vor. Dazu zählen mehrere Maßnahmen an der Elde-Müritz-Wasserstraße. 139 Brückenprüfungen an Wasserstraßen wurden im vorigen Jahr durchgeführt. In diesem Jahr sollen es 159 sein. Außerdem würden an den Schleusen Canow, Mirow und Wesenberg der Müritz-Havel-Wasserstraße neue Sportbootliegestellen errichtet, um den ständig wachsenden Sport- und Hausbootverkehr zu bewältigen.

    Schwerpunkt: Brücken und Schleusen an der Saale

    »Die in die Jahre gekommenen alten Wehre und Schleusen an der Saale bilden derzeit den Investitionsschwerpunkt des WSA Magdeburg«, so dessen Leiter Tjark Hildebrandt. »An der Elbe beschränken sich Arbeiten an Buhnen und Deckwerken auf Reparaturen von kleinen und mittleren Schäden.«

    Das vom Bundestag am 22. Juni vorigen Jahres verabschiedete strategische »Gesamtkonzept Elbe« gelte es nun in den folgenden Jahren mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen, um die aus nautischer Sicht vorhandenen Schwachstellen zu beseitigen. Die fehlende Verlässlichkeit der Elbe wirkte sich auch 2017 durch die langanhaltende Niedrigwasserperiode in den Sommermonaten negativ auf die Transportzahlen aus. Deshalb hoffe Hildebrandt, dass sobald als möglich mit den Arbeiten zur Verbesserung der Tauchtiefen auf den Erosionsstrecken zwischen Ekm 120 und 290 sowie mit der Planungsaufnahme für die sogenannte Reststrecke zwischen Dömitz und Hitzacker begonnen werden könne.

    Für die Durchfahrtsverkehre der Schleusen am Elbekreuz, so Hildebrandt, habe es im Jahr 2015 mit 8,4 Mio. t die meisten Güter gegeben, während sie im vorigen Jahr bei etwa 6 Mio. t lagen. Die Durchfahrten von Fahrgastschiffen stiegen von 1214 (2016) auf 1454 (2017) und von Sport- und selbstfahrenden Hausbooten von 3312 (2016) auf 4024 (2017).

    Mit einem Schlaglicht auf die Modernisierung der WSV und der damit einhergehenden Bildung eines Revieramtes Elbe mit Sitz in Magdeburg und ihren Außenstellen in Dresden und Lauenburg ging die Veranstaltung zu Ende. Der 13. WSV-Aschermittwoch findet am 6. März 2019 im Hause des WNA Magdeburg statt.


    Christian Knoll

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