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Nach der Premiere 2017 bietet der Reiseveranstalter Aloys Schoppe auch in diesem Jahr wieder eine Schiffstour auf dem Kanal an. Diesmal geht es vom Hafen-Spelle Venhaus nach Bad Essen und umgekehrt

Flusskreuzfahrten sind eine Form der Reise, die weiterhin vielfach nachgefragt wird. Sie vereint eine Schifffahrt mit dem Besuch verschiedener Städte. Etwas kleiner geht es da schon beim Reiseveranstalter Aloys Schoppe zu, der in diesem Sommer wieder eine Tour über das deutsche Kanalsystem anbietet. Nach der Premiere von Spelle-Venhaus nach Münster im vergangenen Jahr geht es diesmal vom Hafen Spelle-Venhaus nach Bad Essen und umgekehrt.

Nicht nur die bekannten Flusskreuzfahrten, sondern auch solche Reisen auf Dortmund-Ems-Kanal (DEK) und Mittellandkanal sind sehr beliebt bei den Gästen. Ab dem 6. Juli bis zum 29. Juli 2018 plant der Reiseveranstalter Aloys Schoppe insgesamt zehn Touren zwischen Spelle-Venhaus und Bad Essen. »Unsere Fahrten sind restlos ausgebucht«, berichtet Schoppe. Zusätzlich stünden noch rund 200 Leute auf der Warteliste. Ursprünglich hatte man eigentlich nur acht Touren geplant, aufgrund der hohen Nachfrage hat sich der Reiseveranstalter schließlich zu zwei zusätzlichen Fahrten entschlossen.

Das mit einem Freideck ausgestattete Schiff »Stadt Lingen« bietet Platz für 55 Personen. Der Großteil der Gäste seien Senioren, häufig aus Vereinen, sagt Schoppe, der auch das Programm für diese Zielgruppe angepasst hat. Ein Akkordeonspieler sorgt an Bord für die musikalische Unterhaltung, daneben gibt es ein Frühstücksbuffet sowie Kaffee und Kuchen. Wenn dann noch das Wetter mitspielt, steht einer fröhlichen Bootstour eigentlich nichts mehr im Wege.

An Bord der »Stadt Lingen« startet die Fahrt unter dem Motto »Leinen los« um 9 Uhr im neuen Hafen Spelle-Venhaus. Nur wenige Kilometer nach dem Auslaufen steht bei Altenrheine auf dem DEK bereits die erste Schleusung an, der zwei weitere in Rodde und Bevergern folgen. Einzig die 1971 in Betrieb gegangene Schleuse Altenrheine ist groß genug, um Binnenschiffe der Klasse Vb zu bedienen. Die Umliegenden sind nicht nur deutlich älter – teilweise wurden sie schon vor über 100 Jahren errichtet, sondern auch kleiner, sodass sie nur Einheiten bis zur Klasse IV (Europaklasse) aufnehmen können.

Dem soll künftig Abhilfe geschaffen werden, denn auf der sogenannten DEK-Nordstrecke sollen in den kommenden Jahren fünf der sechs Schleusen ersetzt und an die heutigen Schiffsgrößen angepasst werden. Ziel ist es, diesen Streckenabschnitt für Großmotorgüterschiffe (GMS) befahrbar zu machen.

Vorbei an Häfen und Liegeplätzen

Bei Bevergern, am Teutoburger Wald gelegen, zweigt der Mittellandkanal ab – weshalb die Region auch als »Nasses Dreieck« bezeichnet wird. Nach nur wenigen hundert Metern bei Mittelandkanal-km 4, kommt der Hafen des Unternehmens Albert Bergschneider in Ibbenbürener-Uffeln in Sicht. Dort werden auf dem Wasser oder per Bahn angelieferte Schüttgüter auf Schiffe umgeschlagen. Der Kai hat eine Länge von 340m, die beiden 18- und 25-m-Krane können 14 bzw. 15t heben. Auf dem insgesamt 55.000m2 großen Areal verfügt das Unternehmen zudem über eine 50-t-Fahrzeugwaage sowie eine 3.000m2 große Lagerhalle. Vom Hafen ist es nicht weit zu den Autobahnen A1 und A30, den beiden wichtigen Nord–Süd bzw. Ost–West-Verbindungen.

Nach den Ortschaften Obersteinbeck und Steinbeck wird ein paar Kilometer weiter der Hafen Achmer passiert. Hier gibt es Liegeplätze des Futtermittelherstellers deuka, des bwb Betonwerks Achmer sowie des Recyclingunternehmens Kohl. Unweit davon zweigt der knapp 15km lange Stichkanal, auch bekannt als Zweigkanal ab, über den Schiffe den Hafen Osnabrück erreichen.

Vorbei am Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Minden werden in Bramsche die Hafenanlagen der Firmen Leiber und August Eilers passiert. Beide Unternehmen sind in der Futtermittelindustrie tätig. Bramsche ist der Sitz der Hauptverwaltung und der beiden Hauptwerke von Leiber. Hier befindet sich das Werk Tierernährung mit Anlagen zum Veredeln, Trocknen, Mischen und Verpacken der gesamten Bandbreite an Hefeprodukten für die Futtermittelkunden und zudem das Hefeextraktionswerk. Eilers schlägt in Bramsche Rohfuttermittel und Getreide um. Seit 1865 wird der mittelständische Betrieb von der Familie Eilers geführt. Zu den Kunden zählen Mischfutterbetriebe im Weser-Ems-Gebiet sowie Händler der Futtermittelbranche.

Bevor Bohmte erreicht wird, wo die Firma Kanal-Umschlag Bohmte J. Zerhusen einen Umschlagplatz betreibt, fährt das Schiff in Engter an einem weiteren Hafen von Bergschneider vorbei.

Nachdem das Personenschiff Bohmte hinter sich gelassen hat, wird wenig später der Zielhafen Bad Essen angelaufen. Von dort bringt ein Reisebus die Gäste zwischen 17 und 18 Uhr wieder zurück nach Spelle-Venhaus. Das Schiff bleibt währenddessen über Nacht in Bad Essen liegen und fährt am Folgetag mit neuen Gästen, die um 7:30 Uhr mit dem Reisebus in Spelle-Venhaus starten, ab 9 Uhr aus Bad Essen die Tour in umgekehrter Reihenfolge.

Angesichts der großen Nachfrage will Schoppe auch im kommenden Jahr wieder eine Kanalreise anbieten. Ein zusätzliches Schiff indes ist nicht geplant.


Thomas Wägener

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