Mit Rückenwind fährt’s sich leichter

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Die Zweite Schleuse Zerben ist eröffnet, eine beschleunigte Planung fürs neue Schiffshebewerk Scharnebeck beschlossen. Es tut sich etwas an den deutschen Wasserstraßen. Allerdings handelt es sich in beiden Fällen um den »normalen« Fortgang, also um keine außergewöhnlichen Vorgänge. So sehr diese Millionen-Projekte auch hilfreich sind und auch noch sein werden, es liegt Vieles im Argen.

Die Diskussion um die Liegeplätze vor Köln reißt nicht ab und auch das Fehlen von Nischenpollern in den Schleusen des Wesel-Datteln-Kanals zeigen, wie sehr die Mängel bei der Infrastruktur im alltäglichen Betrieb die Binnenschifffahrt beeinträchtigen. Dafür mag es nicht die eine Ursache geben, ebenso gibt es wechselnde Zuständigkeiten. Doch an diesen jüngsten Meldungen ist abzulesen, wie groß der Handlungsdruck mittlerweile geworden ist.

Es wird daher spannend zu sehen sein, ob der neue Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor den versammelten Vertretern aus Binnenschifffahrt und Binnenhäfen willens und in der Lage ist, einen Impuls zu setzen – demnächst schon bei einem gemeinsam von den beiden Berufsverbänden organisierten Parlamentarischen Abend in Berlin. Die Erwartungen jedenfalls sind hoch.

Scheuers Vorgänger Alexander Dobrindt, bekanntlich eher ein Freund des »Digitalen«, von Maut-Konzepten auf der Straße und einer erheblichen Kostenentlastung für die Staatsbahn, hatte bei ähnlicher Gelegenheit wenigstens eine hübsche Summe Geld für das Schulschiff »Rhein« im Gepäck. Mal sehen, was Scheuer aus dem Hut zaubert.

Davon einmal abgesehen, wäre schon viel gewonnen, wenn das CSU-geführte Ressort, das in Person des Ministers und auch des Staatssekretärs Enak Ferlemann von der CDU mit alten Bekannten besetzt ist, mehr noch als in der Vergangenheit die Sorgen, aber auch Forderungen des Gewerbes versteht und in die politische Arbeit einfließen lässt. Ergo: für eine verlässliche Unterstützung sorgt und dabei das zweifellos vorhandene Potenzial nicht nur erkennt, sondern auch (besser) nutzt.

Das vergangene Jahr hat einen leichten Zugewinn bei der Güterbeförderung über Deutschlands Wasserstraßen gesehen, der Kreuzfahrtsektor boomt wie nie zuvor und generiert eine wachsende Wertschöpfung entlang des Rhein und Main, der Mosel, Donau und Elbe. Es tut sich also etwas. Mit ein bisschen mehr Rückenwind würde es sich künftig noch ein bisschen leichter fahren lassen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Krischan Förster


Krischan Förster

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