Mit RIS COMEX in die Digitalisierung

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Mit besseren Informationen entlang der Wasserwege sollen die Binnenschifffahrt und ihre Logistikpartner ihre Transportaufgaben künftig effizienter erfüllen können. Helfen soll dabei ein von der EU finanziertes Forschungsvorhaben

Ziel des jetzt gestarteten Projektes ist es, die Binnenschifffahrt und ihre Logistikpartner mit bestmöglicher Information für grenzüberschreitende Transporte zu unterstützen.

Die Abkürzung RIS steht für (River Information System), COMEX (Corridor Management Execution) für ein von der Europäischen Kommission (CEF) finanziertes Projekt, das auf die Definition, Spezifikation, Implementierung und den nachhaltigen Betrieb von RIS-Diensten im Anschluss an die CoRISMa-Studie (bis Ende 2015) abzielt. RIS COMEX hat im Laufe des Jahres 2016 begonnen und wird bis Ende 2020 andauern.

Das Projektgebiet umfasst insgesamt 13 verschiedene europäische Länder mit 15 Partnern, die sich unter der Koordination der Österreichischen Wasserstraßenverwaltung »viadonau« mit dem gemeinsamen Ziel zusammengeschlossen haben, Informationsdienste zu realisieren. Die Wasserstraßen sind dabei in sechs Korridore eingeteilt.

Einer davon betrifft die Wasserstraße Elbe, einschließlich der Moldau, durchgängig vom Beginn der Schiffbarkeit bis nach Hamburg und von Magdeburg bis zu den ARA-Häfen. Er trägt den Arbeitstitel »Elbe-Weser-Korridor«.

Die Verkehrsministerien von Deutschland und Tschechien hatten Arbeitsgruppen eingerichtet, welche die Ergebnisse der Arbeiten an der CoRISMa-Studie zusammenführen werden. Ihre Leiter Nils Braunrodt vom BMVI und Jan Bukowsky von der tschechischen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (Vodni Cesty a Plavba) berichteten jüngst im Bundesverkehrsministerium vor rund 40 Vertretern von Reedereien, Logistikunternehmen und Verladern über den bis dato erreichten Arbeitsstand.

Derzeit werden AIS-Stationen eingerichtet, die in Echtzeit jedem vorbeifahrenden Schiff die Beschaffenheit der Wasserstraße an dessen Position anzeigt. Das Netz soll so dicht genüpft werden, dass es keine »Funklöcher« geben wird. Alle Schifffahrtszeichen werden dazu mit Sendern ausgestattet, die den Schiffern ihre Lage, die Tauchtiefen, Untiefen, aktuelle Brückendurchfahrtshöhen etc. auf dem Bildschirm des Bordcomputers anzeigen werden. Auch die Logistiker in Häfen oder die verladenden Unternehmen können die aktuelle Position eines Schiffes zu jeder Zeit abfragen, um zum Beispiel die genaue Ankunftszeit zu erfahren.

Jedes Schiff wird dafür mit einem entsprechenden Bord-Computer ausgerüstet werden müssen. In der Pilotphase stehen auf deutscher Seite 5.000 € pro Schiff als Förderung zur Verfügung. Die aktuelle Studie läuft noch bis Dezember 2020.
Christian Knoll

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