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Mit verstärkter Flotte starten derzeit viele Flusskreuzfahrt-Anbieter in die Saison. Phoenix Reisen aus Bonn nahm Ende März mit dem MS »Alena« den neuesten Flottenzuwachs entgegen. Weitere Schiffe werden folgen

Mit dem obligatorischen Wunsch für eine stetige Handbreit Wasser unter dem Kiel und der auf Anhieb am Schiffsbug zerplatzenden Sektflasche erfüllte Elena Kramer-Miret, die Ehefrau von Phoenix-Chef Jörg Kramer, ihre Aufgabe als Taufpatin und Namensgeberin.

Ein große Zahl an Gästen und Schaulustigen hatte sich am Erzbergerufer in Bonn eingefunden, um die für Bonn seltene Zeremonie einer Schiffstaufe zu erleben. Dazu gehörte auch, dass Pfarrer Rolf Apholte, ehrenamtlicher Kreuzfahrtseelsorger, dem Schiff den kirchlichen Segen gab, bevor es unter maritimen Klängen des Bonner Shanty-Chores in Richtung Rüdesheim zur Jungfernfahrt ablegte.

Die bislang längste Reise hatte die »Alena« jedoch schon hinter sich, und zwar als Rohbau. Dieser war in Serbien entstanden und zum weiteren Ausbau in die Niederlande nach Gendt bei Arnheim verholt worden.

Der Vertrag über die Charter des Schiffes war auf der ITB in Berlin zwischen Rijfers River Cruise (RRC) als Eigner und Phoenix als Charterer geschlossen worden. Den Bauauftrag bekam die Vahali Werft in Gendt. Johan Rijfers von RRC hat langjährig gute Erfahrung mit der Werft: »Das Team dort passt, und die Produkte stimmen«, so der Firmenchef.

Stilvoll und luxuriös

Vahali machte aus dem 135 m langen und 11,40 m breiten Kasko einen stilvollen Flusskreuzer mit Platz für 190 Passagiere. Für sie gibt es auf drei Decks insgesamt 96 Kabinen von 17 m2 Größe und zwei extra große Suiten. Davon verfügen 74 über einen so genannten französischen Balkon. Den Gästen steht das Panorama-Restaurant »Vier Jahreszeiten« sowie ein weiteres Spezialitäten-Restaurant mit Show-Cooking am Heck zur Verfügung, eine gemütliche und moderne Lounge mit Grillstation befindet sich auf dem Sonnendeck. Um die Gäste kümmert sich eine 40-köpfige Crew. In der jetzt beginnenden Saison 2018 ist der neue Flusskreuzer auf Donau, Mosel, Main und Rhein bis in die Niederlande unterwegs – und bereits ausgebucht.

Beliebt bei den Gästen von Phoenix sind die gemütliche Atmosphäre an Bord sowie die luxuriöse Ausstattung. Warme Farben und viel Holz in Design und Gestaltung sowie zahlreiche Angebote von der Bibliothek bis hin zum Fitnessraum und zur Sauna machen das Leben an Bord angenehm. Hinzu kommt die erstklassige Versorgung im Hotel- und Restaurantbereich durch das Team von Sea Chef mit der gewohnt guten Küche.

Die nautisch-technische Crew, zu der auch die Kapitäne Klaus Mansfeld und Hendrik Schouwstra gehören, wird von Rivertech gestellt. Geschäftsführer Otto Groen lobt die langjährige und gute Beziehung zu Phoenix, die das Wachstum seines Unternehmens beflügelt habe. Zudem wolle man weiter expandieren. »Große und technisch anspruchsvollere Schiffe, die zudem eine längere Saison fahren, brauchen weitere Schiffsführer, Matrosen und Maschinisten«, wirbt er für weitere Mitarbeiter, die er gern aus der Frachtschifffahrt rekrutiert. Gut ausgebildeten Mitarbeitern verspricht Groen gute Karrierechancen und ein hervorragendes Arbeitsumfeld.

Das gibt es auch auf der MS »Alena«. Technisch nach dem aktuellen Stand ausgerichtet ist nicht nur der Steuerstand mit umfassender Kommunikations- und Navigationstechnik. Auch unter Deck ist das von zwei Caterpillar-Motoren (C32 SCAC ACERT mit 895 kW) angetriebene Schiff up to date. Als Antrieb dienen zwei Z-Drives von Veth Propulsion, ergänzt durch einen Bugstrahler von Veth. Vier weitere auf CAT-Motoren basierende Generatorsets versorgen das Bordnetz mit der nötigen elektrischen Energie. Eine zeitgemäße Abwasserbehandlungsanlage mit Membran-Technik sowie einer Fettabscheideanlage und das auf Vakuum-Technik basierende WC-System sind dabei nur zwei Beispiele.

Die MS »Alena«, nahezu baugleich mit der ebenfalls für Phoenix fahrenden »Asara«, getauft in 2017, ist von Lloyds Register zertifiziert und fährt unter der Flagge von Malta.

Zur Saison 2019 werden drei weitere neue Flussschiffe eingechartert, darunter zwei Neubauten sowie die »Amadeus Silver« von Lüftner Cruises.

Die Verträge für zwei bestehende Flottenmitglieder lässt Phoenix Reisen dagegen zum Jahresende auslaufen: Die »Rousse Prestige« (geht an Plantours) und die »Swiss Crown« absolvieren ihre vorerst letzte Saison unter Phoenix-Flagge. Letztere geht im Tausch gegen einen Neubau zurück an Scylla. Die »Rousse Prestige« wird durch ein werftneues Schiff mit fast identischer Konfiguration wie die beiden jüngsten Neubauten »Asara« (2017) und »Alena« (2018) ersetzt.

Komplettiert wird das neue Trio für 2019 durch das preisgekrönte Lüftner-Schiff »Amadeus Silver« mit Baujahr 2013. Der Chartervertrag ist laut Geschäftsführer Benjamin Krumpen auf mehrere Jahre ausgelegt. Durch die Neuzugänge wächst die Flussflotte von Phoenix Reisen auf 41 Schiffe.

Die Flusskreuzfahrtsaison 2018 lässt sich für die Bonner ausgesprochen gut an. Krumpen zufolge weisen die aktuellen Buchungsstände ein Umsatzplus von 23 % gegenüber dem Vorjahr aus. Die Passagierzahlen liegen um 17 % höher als vor Jahresfrist.


Hermann Garrelmann

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