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Ein Hauptgeschäftsfeld des Hafens Königs Wusterhausen war lange Zeit der Kohleumschlag. Da die zu beliefernden Kohlekraftwerke jedoch mittlerweile stillgelegt worden sind, richtet sich der Hafen neu aus. Dabei helfen soll ein Eisenbahnterminal.

Mit der Ansiedlung eines innovativen Projekts zur Entladung von Güterzügen auf Sattelauflieger, sog. Multiflex-Waggons, wird das Kapitel des Umschlags der Rohbraunkohle im Hafen von Königs Wusterhausen nun endgültig abgeschlossen. Nach Angaben der Königs Wusterhausener mussten 55.000 m2 Industrieflächen im Südhafen seit letztem Jahr neu strukturiert werden. Mit der Ansiedlung sollen die noch verbliebenen 30.000 m2 komplett einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Ein niederländischer Investor will etwa 16 Mio.€ in ein »zukunftsorientiertes Eisenbahnterminal« stecken. Die Anlage soll die erste ihrer Art in Deutschland sein und in drei Jahren in Betrieb gehen. 15 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Das Eisenbahnbundesamt habe das Vorhaben als »aktiven Beitrag zur Entlastung der Autobahnen« begrüßt und unterstützt das Projekt mit Fördermitteln aus dem Programm »Kombinierter Verkehr« mit etwa 10 Mio. €. »Wir sind dem Bund zu großem Dank verpflichtet. Aus eigener Kraft hätten wir die Umstrukturierung dieses Hafenabschnittes nicht umsetzen können«, sagt Bürgermeister Swen Ennullat.

Ziel sei die Abfertigung eines Zuges pro Werktag im Hafen, der Fracht aus den Niederlanden, wie z.B. Lebensmittel oder Blumen, anliefern werde. Durch die neue Technologie sei nur noch ein Lkw für jeden der etwa 30 Waggons nötig. Die verkehrliche Zusatzbelastung für die Stadt, auch in Punkto Lärm, sei im Vorfeld im Auftrag des Aufsichtsrates gutachterlich geprüft worden. Entsprechende Bedenken hätten ausgeräumt werden können, hieß es.

So unterzeichneten Technologieentwickler Henk van Dieren, Mitgesellschaftler Adrie Visbeen und der Geschäftsführer der städtischen Hafengesellschaft LUTRA, Michael Fiedler, nach monatelangen Vorbereitungen kürzlich die notwendigen Verträge. Damit machten sie den Weg zur neuen Terminalgesellschaft Süd frei, die ihren Sitz in Königs Wusterhausen haben wird.

Fiedler hofft, dass sich das neue Unternehmen beim Be- und Entladen der Züge seiner Hafengesellschaft bedienen wird. »Wir haben bereits angekündigt, dass wir uns für diese Dienstleistungen bewerben werden. Schließlich kennt niemand den Hafen so gut wie wir«, argumentiert der LUTRA-Geschäftsführer.

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