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Das Niedrigwasser im Jahr 2018 führt am Main-Donau-Kanal (MDK) zu erheblichen Transporteinbußen. Allein im August wurde über ein Drittel weniger Ladung verzeichnet.

Der Main-Donau-Kanal (MDK) ist ein wichtiger Bestandteil des transeuropäischen Transportnetzwerk, denn die meisten Schiffe, die den MDK befahren, nutzen diesen als Durchgangswasserstraße von der Donau über den Main zum Rhein oder umgekehrt. Die Transporte auf dem Kanal hängen somit direkt vom Schifffahrtsaufkommen auf den anderen Wasserstraßen ab. Durch die derzeitige Wetterlage und den extrem trockenen Sommer 2018 zeigen die Pegelstände an den Wasserstraßen in Deutschland nun schon seit mehreren Monaten sehr niedrige Wasserstände.

Schiffe auf den großen Wasserstraßen Rhein, Main und Donau können schon lange nicht mehr die gewohnten Tonnagen transportieren. Teilweise können sie nur noch ein Drittel ihrer möglichen Transportkapazität aufnehmen. Diese fehlenden Transporte schlagen sich laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nürnberg natürlich nicht nur an diesen Wasserstraßen, sondern auch in der Transportstatistik des Main-Donau-Kanals nieder. Für den Monat August hätten die Tonnagen einen dramatisch niedrigen Wert von knapp 159.000 Gütertonnen erreicht. Das seien über 350.000 Gütertonnen weniger als im Vorjahr zur gleichen Zeit, so das WSA.

Auch die Anzahl der Schiffe, die den Kanal durchfahren, ist demnach rückläufig, da es sich momentan kaum für Schifffahrtstreibende lohnt, den Wasserweg zu benutzen. Sie können einfach nicht genug Ladung aufnehmen. Der MDK ist eine künstliche Wasserstraße. Die Wasserstände sind hier weitestgehend konstant. Der Kanal selbst kennt kein Niedrigwasser. Es zeigt sich jedoch in den niedrigen Transportzahlen die direkte Abhängigkeit von den Fahrwasserverhältnissen anderer Wasserstraßen. Kommt kein Schiff vom Rhein oder der Donau, so gibt es auch keine Transporte am Main-Donau-Kanal. Auch wenn hier der Wasserstand nichtbeeinträchtigt war. Der Main-Donau-Kanal kann seine Leistungsfähigkeit daher nicht voll ausschöpfen. Da sich eine rasche Verbesserung der Wasserstände im Moment nicht absehen lässt, ist damit zu rechnen, dass die transportierten Güter am MDK aber auch an den anderen Wasserstraßen noch weiter sinken könnten.

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