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Der diesjährige »Innovationspreis Binnenschifffahrt« geht an die beiden Geschäftsführer der

Lux-Werft für ihre zukunftsweisenden Schiffsdesigns. Die von der Allianz Esa EuroShip gestiftete Auszeichnung wurde auf dem Forum in Kalkar bereits zum sechsten Mal verliehen

Die Allianz Esa habe ein hohes Interesse an technischem Fortschritt, denn dieser sichere die Zukunftsfähigkeit der Binnenschifffahrtsbranche. Grundelemente seien Innovationen, die einem traditionsreichen Gewerbe wie der Binnenschifffahrt immer wieder neue Impulse verliehen, sagte Bernd Schmidt, von der Spezialagentur der Allianz Esa EuroShip, Darmstadt, in seiner Laudatio. Ohne stetige innovative Prozesse hätte das Verkehrssystem Binnenschifffahrt und Häfen längst seine Wettbewerbsfähigkeit verloren. Treiber dieser Prozesse seien neben betriebswirtschaftlichen Zielen wie höhere Wirtschaftlichkeit, volkswirtschaftliche Ziele wie effizientere Nutzung der Infrastruktur und umweltpolitische Ziele wie der Klimaschutz und die Verlagerung von Verkehren von der Straße auf die Wasserstraße, so Schmidt weiter.

Über den diesjährigen »Innovationspreis Binnenschifffahrt« durfte sich die Lux-Werft freuen. Erstmals ging die begehrte Auszeichnung an ein deutsches Schiffbauunternehmen. Die Jury aus den Redaktionen der führenden Zeitschriften »Binnenschifffahrt« und Schiffahrt und Technik (SuT) würdigte damit die innovativen Schiffdesigns des Betriebs aus Mondorf bei Bonn.

Mit der Lux-Werft werde ein leistungsfähiges mittelständisches Familienunternehmen ausgezeichnet, dass seit 1945 »Schrittmacher bei der Entwicklung maßgeschneiderter Fahrgastschifffahrts-Konzepte für die Betreiber von Ausflugs-, Event- und Linienschiffen ist«, lobte Schmidt. Die Werft habe immer wieder durch innovatives Rumpf- und Innenausbaudesign sowie die Entwicklung und den Bau umweltfreundlicher Schiffsantriebe neue technische Standards für die gesamte Branche gesetzt.

Markenzeichen der Werft sei die Lieferung maßgeschneiderter Fahrgastschiff-Konzepte aus einer Hand. In den vergangenen Jahrzehnten seien immer wieder innovative und anspruchsvolle Systemlösungen im Fahrgastschiffbau entstanden, die maßgebend für das gesamte Gewerbe gewesen seien, so Schmidt.

Innovative Formen und Antriebe

Ein gutes Schiff beginnt für die Lux-Werft nach eigenen Angaben mit dem Rumpf. Jede Einheit müsse stabil im Wasser liegen, gut zu steuern und sparsam und umweltfreundlich im Schiffsbetrieb sein. Dabei dürften die Schiffe auch neue Rumpfformen bekommen.

1989 entwickelte die Lux-Werft das erste Galerieschiff und auch den ersten Fluss-Katamaran Deutschlands für Clemens Schmitz von der Bonner Personen Schiffahrt. Später folgte das erste Trimaranschiff mit Galerieaufbau für die Brombachseeschifffahrt. Auch in Sachen Schiffsantriebe habe die Lux-Werft in mehr als sieben Jahrzehnten immer wieder mit innovativen Konzepten neue Standards gesetzt, lobte Schmidt.

2017 habe das Unternehmen mit dem mit Brennstoffzellen betriebenen Schiffsumbau der »Innogy« und 2018 mit der voll elektrischen »St. Nikolaus« Aufmerksamkeit erregt. Das Ausflugsschiff »Innogy«, das seit 2017 auf dem Baldeneysee in Essen fährt, ist das erste Schiff in Deutschland, das mit einer Methanol-Brennstoffzelle angetrieben wird.

Im Bereich des Elektroantriebs und insbesondere des hybriden und diesel-elektrischen Antriebs habe die Werft seitdem immer wieder neue technische Lösungen erarbeitet, so Schmidt. Die 2015 abgelieferten Schiffe »Alpenperle« mit Hybridantrieb für Österreich und »Seegold« mit diesel-elektrischem Antrieb für den Bodensee sind vollständig auf der Lux-Werft konstruiert und gebaut worden.

Die Planung der komplexen Elektrotechnik aller Fahrzeuge erfolge durch die werfteigenen Elektroingenieure. Neben herkömmlichen Bleibatterien würden heute moderne Lithium-Ionen-Batterien als Speichermedien eingesetzt. Ob der diesel-hydraulische Antrieb der Schaufelradschiffe »Herrsching« 2001 und »Diessen« 2006 oder Antriebe unter Verwendung von Batterien sowie Elektro- und Dieselmotoren – die Schiffbauer der Lux-Werft seien immer offen für neue Ideen und setzten bei deren Realisierung auf die werfteigene Ingenieurskompetenz und über 70 Jahre Schiffbauerfahrung, sagte Schmidt.

»Innovationen sind für uns nichts Besonderes. Wir bauen Schiffe nach Maß und möglicherweise ist das aktuelle Schiff das jeweils beste«, so die beiden Lux-Werft-Geschäftsführer Rainer Miebach und Elmar Miebach-Oedekoven, die die Auszeichnung stolz in Empfang nahmen. Die Entwicklungen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit den Kunden. Daher gehöre der Preis auch zu einem hohen Anteil der eigenen Belegschaft, die die Projekte sehr kundenorientiert realisiere.

TWG

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