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Das Land NRW misst dem System Schiff/Wasserstraße/Häfen eine tragende Rolle bei der ökologischen Verkehrswende zu. Die Umweltministerin will Binnenschiffsunternehmen bei der ökologischen Modernisierung der Flotte unterstützen.

»Im Koalitionsvertrag haben wir festgelegt, die Binnenschifffahrt insgesamt zu stärken. Deshalb setzen wir uns für eine schnellere Sanierung der Schleusenbauwerke und eine Anhebung der Brücken ein. Unser Ziel ist es, die Abladeoptimierung des Rheins im Einklang mit den Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie voranzutreiben«, erklärte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser beim Bankett anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen (VBW). In ihrem Vortrag bekannte sich die Ministerin zum System Schiff/Wasserstraße/Häfen und bekräftigte dessen tragende Rolle bei einer klimagerechten Ausrichtung der Verkehrspolitik.

Gleichzeitig forderte die Umweltministerin ein stärkeres Engagement der Binnenschifffahrtsunternehmen, um schiffsbezogene Emissionen zu reduzieren. »In NRW muss ein leistungsfähiges, aber auch umweltgerechtes Verkehrssystem entstehen. Wir brauchen eine ökologische Verkehrswende. Darum müssen die Anstrengungen zur Verlagerung des Gütertransports auf das Schiff deutlich verstärkt werden. Es gilt dabei, den Emissionsbeitrag der Binnenschiffe trotz einer erwarteten Zunahme der Transportleistungen weiter zu senken.«

Unterstützung durch Landesförderung

Heinen-Esser bot außerdem an, Binnenschifffahrtsunternehmen durch eine komplementäre Landesförderung bei der Um- und Nachrüstung unterstützen zu wollen und kündigte auch nicht-investive Anreize für Emissionseinsparungen an. Sie appellierte an die Unternehmen und Verbände konstruktiv an diesen Plänen mitzuwirken.

VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn verwies auf die Erfolge, die der Sektor beim Thema Emissionsreduktion erreicht hat und die Innovationskraft der Unternehmen: »Der Binnenschifffahrt ist es gelungen, ihre NOx-Emissionen seit 1970 um 40% zu reduzieren, die Partikelemissionen der Binnenschifffahrt sanken in diesem Zeitraum sogar um 80%. Dabei hat die Binnenschifffahrt als einziger Verkehrsträger ihren Gesamtverbrauch gesenkt bei gleichzeitiger Erhöhung der Tragfähigkeit. Deshalb verweigert sich der Sektor einer sachorientierten Diskussion über Möglichkeiten zur Steigerung der Umwelteffizienz des Verkehrsträgers nicht. Viele der Schifffahrtsbetriebe in unserer Mitgliedschaft sind sehr stark engagiert, wenn es um die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien geht und wenden dafür große eigene Finanzmittel auf.«

Verbände mit Gesamtstrategie zur Förderung der Flottenerneuerung

Aus diesem Grund nannte Erb-Korn den VBW und sein Expertennetzwerk als kompetenten Dialogpartner für die seitens der Ministerin angestoßenen Themen: »Der VBW hat gemeinsam mit seinen Partnerverbänden, BdS, BÖB und VSM umfangreiche Handlungsempfehlungen zur Attraktivitätssteigerung des Bundesförderprogramms ›Nachhaltige Modernisierung von Binnenschiffen‹ vorgelegt. Mit dem VSM wurde ein gemeinsamer Vorschlag für eine Gesamtstrategie zur Förderung der Flottenerneuerung, der Umwelteffizienz und neuer Technologien in der Binnenschifffahrt, kurz FLUENT erarbeitet, die Gegenstand der Diskussionen im Masterplanprozesses sind. Ich sehe den heutigen Termin daher als Beginn eines Prozesses, in dem der VBW gerne aktiv mitwirken wird.«

Denn auch das Land könne viel tun; als Handlungsfelder nannte die VBW-Präsidentin die Modernisierung kommunaler und landeseigener Schiffe, die Förderung von Landstromeinrichtungen in den Häfen und Kommunen, sowie Finanzierungshilfen durch öffentliche Banken und die Bestandssicherung und der Ausbau von Liegeplätzen.

Auch in seiner sechsten Auflage bot das jährlich zu seiner Mitgliederversammlung durchgeführte Bankett des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen (VBW) ein buntes »Who is Who« aus der Schifffahrt und Logistikwirtschaft, Häfen, Industrieunternehmen und Verwaltung.