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Das Transportaufkommen auf dem Rhein ist im ersten Halbjahr dieses Jahres um 4,3 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 gestiegen. Zu diesem Ergebnis kam die Zentralkommission für Rheinschifffahrt (ZKR) in ihrem jüngsten Quartalsbericht, den sie in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission veröffentlicht.

Demnach war die Verkehrsleistung (TKM) im ersten Quartal 2018 um 9 % höher als in den ersten drei Monaten 2017, während das zweite Quartal auf dem Niveau des Vorjahres geblieben ist. Somit ergibt sich für das erste Halbjahr 2018 ein um 4,3 % gestiegenes Transportaufkommen auf dem traditionellen Rhein. Auch die Verkehrsleistung auf der Nord-Süd-Achse (Wasserstraßennetz in Belgien und den Niederlanden) und auf den Zuflüssen des Rhein erhöhte sich um 1,1 %. Auf der Donau war im ersten Quartal gar ein Anstieg von 13,3 % festzustellen, die Zahlen für das zweite Quartal lagen noch nicht vor.

Laut dem Quartalsbericht zeigt sich langfristig ein stagnierender Trend in der Trockengüterschifffahrt in Deutschland, die meisten Trockengütersegmente zeigten eine stabile Entwicklung. In Belgien dagegen gibt es seit vielen Jahren ein Wachstum beim Transport von Sanden, Steinen und Baustoffen.

Bedeutung der Fahrgastschifffahrt wächst

Auch die Fahrgastschifffahrt wird in dem Quartalsbericht behandelt. Der Anteil der Fahrgastschifffahrt am Umsatz der gesamteuropäischen Binnenschifffahrt werde langfristig steigen, heißt es. Ihr Anteil habe sich von 23 % im Jahr 2010 auf 29 % im Jahr 2016 erhöht. Treibende Kraft sei das starke Wachstum im Bereich der Europäischen Flusskreuzfahrt, insbesondere. In Ländern, in denen viele Kreuzfahrtschiffe registriert seien, etwa in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.

Aus kurzfristiger Perspektive zeigten die verfügbaren vierteljährlichen Umsatzzahlen in der europäischen Binnenschifffahrt (Daten für die Niederlande, Deutschland, Österreich, Slowakei und Ungarn) eine positive Entwicklung im ersten und zweiten Quartal 2018, sowohl im Güterverkehr als auch in der Fahrgastbeförderung, hieß es weiter.

Für das zweite Halbjahr werden die Zahlen vermutlich nicht so positiv ausfallen. Grund ist das langanhaltende Niedrigwasser auf vielen Flüssen. Einige Daten für die zweite Jahreshälfte seien bereits verfügbar. Daran seien bereits Auswirkungen der geringen Wasserstände auf ökonomische Parameter wie Beladungsgrade, Frachtraten (Preise) und Mengen abzulesen.

Niederlande mit hohem Anteil an der Binnenschifffahrt

Ferner erhält der Bericht ein neues Kapitel mit dem Titel «Im Fokus:» und präsentiert Schlüsselzahlen für die Binnenschifffahrt eines bestimmten Landes in Europa. Die erste Ausgabe dieser neuen Serie stellt die Niederlande vor, ein Land, das 33,3 % der gesamten Verkehrsleistung der Binnenschifffahrt in Europa darstelle, und in dem 43 % aller Binnenschifffahrtsunternehmen der EU präsent seien. Der Umsatz dieser Unternehmen repräsentiere 37 % des Gesamtumsatzes der Binnenschifffahrt in der EU.

Hinsichtlich der Unternehmen im Güterverkehr liege der Anteil der niederländischen Firmen beim Umsatz sogar noch höher (47 %). Schließlich besitze die niederländische Frachtflotte einen Anteil von 37 % an der Gesamtzahl aller Frachtschiffe im europäischen Binnenschifffahrtsverkehr.