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In Berlin-Kreuzberg ist mit dem Bau einer 85 m langen Teststrecke zur Erprobung von Instandsetzungsverfahren unter Wasser begonnen worden. Sie ist Gegenstand einer Mediationsvereinbarung für die Instandsetzung der Ufer des Landwehrkanals.

Insgesamt stellt der Bund als Eigentümer dieser Bundeswasserstraße rund 66 Mio. € für dieses Bauvorhaben zur Verfügung. Auftraggeber ist das Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Berlin, den Zuschlag sicherte sich Züblin Spezialtiefbau als Generalauftragnehmer. Die Bauausgaben in Höhe von rund 1 Mio. € finanziert der Bund.

Am Landwehrkanal entsteht eine Teststrecke für Unterwasserinstandhaltungen
Am Landwehrkanal entsteht eine Teststrecke für Unterwasserinstandhaltungen. © WNA Berlin

Mit der vorab ausgeführten Teststrecke sollen verschiedene Instandsetzungsverfahren auf ihre Praxistauglichkeit getestet und ein modulares, individuell auf die jeweilige Örtlichkeit anpassbares Instandsetzungssystem entwickelt werden. Die Leistungen zur Uferinstandsetzung umfassen den Rückbau temporärer Sicherungen (Steinwalzen), eine Kampfmittelsuche und -räumung, das Herstellen einer Vorschüttung aus Wasserbausteinen, die Sanierung der Schwergewichtsfundamente unter Wasser sowie die sogenannten Ziegelflachschicht (ZFS), die Erprobung unterschiedlicher Materialien, Baubehelfe und Einbauverfahren und Maßnahmen zum Schutz der Bäume.

Im Zuge der Arbeiten muss die Schifffahrt gesperrt werden, so das WNA Berlin. Um die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten, würden die Bauarbeiten während der Wintermonate durchgeführt, hießt es. Bis April dieses Jahres soll die Maßnahme abgeschlossen werden.

Zum Hintergrund

Der 10,73 km lange und unter Denkmalschutz stehende Landwehrkanal verbindet als Seitenkanal die Spree am Osthafen Berlin mit dem Spreekreuz in Charlottenburg. Die im Eigentum der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) stehende Wasserstraße verläuft dabei durch die Berliner Stadtbezirke Treptow-Köpenick, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf.

Nach dem Abrutschen eines Uferabschnittes am Maybachufer im Jahr 2007 entwickelte sich eines der größten Mediationsverfahren Deutschlands um die Art und Weise einer durchgehenden Instandsetzung der Ufereinfassungen des Kanals. Die abschließende Mediationsvereinbarung vom Dezember 2013 regelt konkret, wie die Instandsetzung der seinerzeit festgestellten Schadstellen erfolgen soll. Der Bund hat sich zur Umsetzung der Mediationsvereinbarung verpflichtet und stellt dafür insgesamt 66 Mio. € zur Verfügung. Das WNA Berlin wurde mit der Bau- und Genehmigungsplanung sowie der Baudurchführung beauftragt.

»Die mediierten Lösungen bewirken dauerhafte Veränderungen der verkehrlichen Nutzung für den im Status einer Bundeswasserstraße stehenden Landwehrkanal, so dass die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) als zuständige Aufsichtsbehörde die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens auferlegt hat, welches derzeit vorbereitet wird«, so das WNA Berlin.