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Im vergangenen Jahr haben Binnenschiffe rund 9 Mio. t Güter über die Mosel transportiert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Einbruch um 17 %. Hauptgrund war das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein.

Wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Trier mitteilt, hielt das Niedrigwasser am Rhein mehr als 150 Tage lang an. Der Rhein-Wasserstand am Pegel Koblenz habe während dieser Zeit deutlich die 1,30-m-Marke unterschritten, wodurch Schiffe mit einem Tiefgang von 3 m und mehr nicht mehr hätten verkehren können. Zwar werde auf der Mosel eine ganzjährige Wassertiefe von 3 m garantiert, Schiffe die vom Rhein gekommen waren, oder dort einbiegen wollten, hätten diese allerdings nicht voll ausnützen können.

Darüber hinaus wurde die Mosel von weniger Güterschiffen befahren. Die 6168 Einheiten entsprechen einen Rückgang von 6 % gegenüber dem Vorjahr. Als Grund nennt das WSA Trier den Kleinwasserzuschlag, der bei Niedrigwasser auf dem Rhein fällig wird. »Das hat die Auswirkung, dass sich Fahrten auf dem Rhein mehr rechnen, als das Einbiegen auf die Mosel, da hier der Kleinwasserzuschlag nicht gezahlt wird«, so das WSA.

Im Hinblick auf den Gesamttransport war der starke Rückgang im Bereich der Braun- und Steinkohle auffällig, der um mehr als 1 Mio. t abnahm. Diese Güter werden größtenteils zu Berg transportiert. Auch der Transport von der Mosel auf die Saar sei in einer ähnlichen Höhe zurückgegangen. Die Schließung des Kohlekraftwerkes in Ensdorf, welches seine Ressourcen überwiegend über die Wasserstraßen bezogen habe, habe wahrscheinlich einen wesentlichen Anteil am Rückgang gehabt, sagen die Trierer.

Anteil der Gütergruppen auf der Mosel

Wie die Jahre zuvor wurden die mit über 28,5 % am Gesamttransport zu Buche schlagenden landwirtschaftlichen Erzeugnisse überwiegend zu Tal transportiert. Mit einem Transportanteil von knapp über 20 % lagen 2018 erstmalig die Erdölprodukte und Mineralölerzeugnisse vor den Erzeugnissen aus der Montanindustrie auf dem zweiten Platz beim Gesamttransport auf der Mosel.

Beide Transportarten werden überwiegend zu Berg befördert. Etwas weniger spürbar waren die Einschränkungen beim Containertransport. Hier gab es allerdings erstmalig einen Rückgang. Die rund 19.700 TEU entsprechen knapp 6 % weniger Boxenumschlag als 2017. Dies sei aber immer noch der zweithöchste Jahreswert an transportierten Container (14.692) seit dem Ausbau der Mosel.

Ein Zuwachs von fast 20 % war bei der Fahrgastkabinenschifffahrt auf über 971 geschleuste Einheiten an der Schleuse Zeltingen zu verzeichnen. »Die Mosel wird im Bereich der Flusskreuzfahrtschiffe immer attraktiver und sorgt für regen Betrieb an den Schleusen. Hier ist in der Zukunft weiterhin mit Zuwächsen zu rechnen«, so das WSA Trier.

Insgesamt wurden in Zeltingen knapp 4000-mal Schiffe der sogenannten »Weißen Flotte« (Fahrgastkabinen- und Fahrgasttagesschiffe) geschleust.
Die bereits fertiggestellten 2. Schleusenkammern in Fankel und Zeltingen reduzierten die Wartezeiten der Schiffe an den hochfrequentierten Schleusen erheblich, heißt es. Mit den im Bau befindlichen 2. Schleusenkammern in Trier und Lehmen sollen dort gleichfalls die Wartezeiten reduziert werden. Im Hinblick auf die immer älter und dadurch anfälliger werdenden Bauwerke sei der Bau der zweiten Schleusenkammern auf der Mosel von höchster Priorität.