Elbe als Durchgangsstation für Kasko-Duo

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Zwei Kaskos für Tankerneubauten sind über die Elbe transportiert worden. Ziel waren jeweils die Niederlande, wo die Schiffe fertiggestellt werden. Bei solchen Transporten dienen Schubboote wie die »Edda« der Ed Line als Assistenz

Ende Januar ist ein Tanker-Kasko auf seiner Reise von der tschechischen Werft Decin-Kresice in die Niederlande über die Elbe geschippert. Die Schiffshülle war bereits im Herbst vorigen Jahres fertiggestellt worden. Wegen des extremen Niedrigwassers konnte sie jedoch zunächst nicht überführt werden und musste daher auf einen angemessenen Wasserstand warten. Im Januar war es dann soweit. Das Ed-Line-Schubschiff »Edda« nahm sich den Kasko »Madegro« vor die Schubschultern.

Der künftige Tanker ist 86m lang, 9,45m breit und hat einen Tiefgang von 2,80m bei einer Fixpunkthöhe von 5,60m. Die Fahrt in die Niederlande sei problemlos verlaufen, hieß es. Wegen der Höhe des Schiffes musste es durch Ballast abgesenkt werden, um die Dresdener Brücken passieren zu können. Auch im Kanalgebiet musste mit Ballast gefahren werden, um eine Fixpunkthöhe von 4,10m zu gewährleisten.

Spezialeinsätze für die »Edda«

Das Schubschiff »Edda« wurde von der Reederei Ed Line bereits häufig für zahlreiche spezielle Einsätze zum Beispiel bei der Verschiebung von Brückenbögen genutzt. Ende Februar 2013 wurde der Wohn-, Küchen- und Sanitärbereich durch einen Brand bei Lohnde am Mittellandkanal völlig zerstört. Da das Feuer ohne Verschulden der Besatzung entstanden war, übernahm die Versicherung einen Teil der Schäden. Auf der SET-Schiffswerft Genthin und am Reparaturstützpunkt der Ed Line in Berlin wurden alle schiffbaulichen Arbeiten ausgeführt. Den Innenausbau übernahm die Ed Line in Berlin-Köpenick selbst. Hier erhielt das Schubboot auch ein neues Steuerhaus mit Hebevorrichtung bis 11,50m Sichthöhe, so dass das neue Schiff theoretisch vierlagig Container transportieren könnte.

Die Niederlande waren auch das Ziel eines weiteren Kaskos für einen Chemietanker, der Mitte Februar in Magdeburg gesichtet wurde. Geführt von zwei TR-Schubschiffen der tschechischen Reederei CSPL. Auch dieser Kasko, der bei der Schiffswerft Fa. Berkmet a.s. in Lhotka nad Labem bei Lovosice gefertigt wurde, wird in den Niederlanden endausgerüstet. Das Schiff ist 110m lang und 13,50m breit.

Bei solch großen Abmessungen verwenden die tschechischen Reeder das hintere Schubschiff, hier »TR 15«, als Schubschiff für den Vortrieb und das vordere, hier »TR 30« als Bugstrahler. Die Verbandslänge betrug daher insgesamt 165m. Jedes Schubschiff dieser Serie hat einen Vortrieb von 740 kW, ca. 900 PS.

Kasko-Transporte über die Elbe sind keine Seltenheit. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Magdeburg hat es in den vergangenen fünf Jahren 48 dieser Art gegeben.

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