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Noch werden für die Moselstrecke Schifffahrtsabgaben erhoben. Nach dem Willen des Bundesverkehrsministers soll sich das ändern, um mehr Güter auf das Wasser zu bekommen

Seit dem 1. Januar werden auf Bundeswasserstraßen keine Schifffahrtsabgaben mehr erhoben, ausgenommen von der Regelung ist bisher neben dem Nord-Ostsee-Kanal die Mosel. Die Abgaben für den Rheinzufluss sind durch den internationalen Moselvertrag zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg festgelegt.

Anlässlich der Verkehrsministerkonferenz in Saarbrücken hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sich bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Frankreich und Luxemburg für eine Änderung der bisher geltenden Regelung ausgesprochen. Ihm gehe es um die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene und die Wasserstraße, eine Abgabenfreiheit auch auf der Mosel soll dabei helfen.

Unterstützung erhielt Scheuer bei seiner Forderung auch von Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB). Der begrüßt den Beschluss der Landesverkehrsministerkonferenz für ein Ende der Schifffahrtsabgaben auf der Mosel. Boris Kluge, Geschäftsführer des BÖB: »Es ist ein wichtiges gemeinsames Signal der Verkehrsminister von Bund und Ländern, die Abschaffung der Moselabgaben nun in die Wege zu leiten. Wir fordern nun die anderen Mitgliedsstaaten Frankreich und Luxemburg auf, dies zu unterstützen. Die Mosel ist für die europäische Binnenschifffahrt immens wichtig. Daher ist es unerlässlich, sie im multimodalen Wettbewerb mit der Abschaffung der Moselabgabe zu stärken.«

Der Gütertransport auf der Mosel ist 2018 deutlich zurückgegangen. Rund 9Mio.t Waren wurden befördert, 17% weniger als ein Jahr zuvor. Hauptausschlaggebend war das lange anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein, das nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Trier 150 Tage anhielt. Der Rhein-Wasserstand am Pegel Koblenz habe während dieser Zeit deutlich die 1,30-m-Marke unterschritten, wodurch Schiffe mit einem Tiefgang von 3m und mehr nicht mehr hätten verkehren können. Zwar werde auf der Mosel eine ganzjährige Wassertiefe von 3m garantiert, Schiffe, die vom Rhein gekommen waren oder dort einbiegen wollten, hätten diese allerdings nicht voll ausnützen können.

Darüber hinaus wurde die Mosel von weniger Güterschiffen befahren. Die 6.168 Einheiten entsprechen einem Rückgang von 6% gegenüber dem Vorjahr. Als Grund nennt das WSA Trier den Kleinwasserzuschlag, der bei Niedrigwasser auf dem Rhein fällig wird. »Das hat die Auswirkung, dass sich Fahrten auf dem Rhein mehr rechnen, als das Einbiegen auf die Mosel, da hier der Kleinwasserzuschlag nicht gezahlt wird«, so das WSA.

Weniger Kohle transportiert

Beim Gesamttransport war der starke Rückgang im Bereich der Braun- und Steinkohle auffällig, der um mehr als 1Mio.t abnahm. Auch der Transport von der Mosel auf die Saar sei in einer ähnlichen Höhe zurückgegangen. Die Schließung des Kohlekraftwerkes in Ensdorf, welches seine Ressourcen überwiegend über die Wasserstraßen bezogen habe, habe wahrscheinlich einen wesentlichen Anteil am Rückgang gehabt, sagen die Trierer. Landwirtschaftliche Erzeugnisse (28,5%) wurden am meisten über den Fluss befördert, gefolgt von Erdölprodukten und Mineralölerzeugnissen (20,4%), Braun- und Steinkohle sowie Koks (16,4%).

Beim Containertransport gab es erstmalig einen Rückgang. Die rund 19.700TEU entsprechen knapp 6% weniger Boxenumschlag als 2017. Ein Zuwachs von fast 20% war unterdessen bei der Fahrgastkabinenschifffahrt auf über 971 geschleuste Einheiten an der Schleuse Zeltingen zu verzeichnen.

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