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Um die Öko-Bilanz zu verbessern, setzt die niederländische Brauerei Heineken immer wieder auf innovative Projekte. Ein Containerschiff-Neubau wird jetzt mit Biogas betrieben

Große Lieferströme von Heineken nutzen das Alpherium, ein Containerterminal im Binnenland, betrieben von den Combined Cargo Terminals (CCT). Mit dem Containerschiff »Gouwenaar« begann man vor einigen Jahren, den Pendelverkehr zwischen dem Alpherium und den Häfen von Rotterdam und Antwerpen auf das Binnenschiff zu fokussieren.

Erst vor wenigen Wochen verkündete das für Heineken arbeitende CCT, dass das im Pendelverkehr eingesetzte Containerschiff »For Ever« nunmehr mit Bio-Kraftstoff unterwegs sei. Zunächst werde in einem Zeitraum von zwei Monaten ein entsprechender Kraftstoff des Herstellers GoodFuels getestet.

Mit dem vom Bunkerspezialisten Reinplus Fiwado vertriebenen nachhaltigem Biokraftstoff könne der CO2-Ausstoß deutlich reduziert werden, ohne technische Veränderungen am Motor vornehmen zu müssen. Neben einer CO2-Reduzierung um 80%–90% werde auch Schwefeloxid (SOx) »praktisch eliminiert«, heißt es beim Hersteller.

Der aus Holzresten und Altöl gewonnene synthetische Kraftstoff kann als 50%-Beimischung oder auch pur mit einem 100%-Anteil eingesetzt werden. Der Hersteller GoodFules will mit der »For Ever« beweisen, dass Schiffsmotoren ohne Umbauten und Anpassungen mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden können.

Seit kurzem ist mit dem Motorcontainerschiff »Alphenaar« ein drittes, neues Containerschiff für Heineken in Fahrt. Das in Rumänien gebaute Kasko wird, wie die Schwesterschiffe »For Ever« und »Gouwenaar 2« im Pendelverkehr eingesetzt. Von CCM3 aus Werkendam speziell für die Bedingungen am Alpherium entworfen, verfügt es über innovative Antriebstechniken.

So können 52 volle Biercontainer des Getränkespezialisten an Bord genommen werden. Das sind insgesamt 2,5Mio. Flaschen Bier. Im Pendelverkehr zwischen dem Alpherium und Rotterdam sowie Antwerpen eingesetzt, kann es bis zu 70 Leercontainer aufnehmen.

Zwölf Container hintereinander

Das Schiff hat bei 90m Länge und 10,5m Breite eine Tiefgang von 3,8m. Das Ladevermögen liegt bei 1.850t. Der 73m lange Laderaum fasst zwölf Containerlängen. In Verbindung mit einer neuen Form des Vor- und Achterschiffes sowie dem dieselelektrischen Antrieb erwarten die Betreiber einen um bis zu 25 % geringeren Treibstoffverbrauch.

Als Antrieb dienen auf der »Alphenaar« zwei Veth L-Drives Typ VL-400 einschliesslich PM-Motor (400 kW/1500 U/-1) anstelle eines Einzelpropellers. Ein Veth-Bugstrahler (VSG 1300 L) kann den Antrieb unterstützen. Zugleich wurden Vorbereitungen getroffen, damit das Schiff mit Akkupaketen bestückt und betrieben werden kann.

Darauf abgestellt ist auch die Kombination der Generatoren. Mit zwei Gensets von Mitsubishi (S6R mit 600 kW und ein Mitsubishi 6024 mit 200 kW) stehen ein größerer und ein kleinerer Generator für Leistungsvariationen im Akkubetrieb zur Verfügung. Die Akkupakete sind an Containergrößen angepasst und lassen so eine Integration in die Containerladung zu. Aktuell warte man noch auf eine Zertifizierung durch Lloyd’s Register, die bis zum Jahresende erfolgen soll. Dann kann die »Alphenaar« komplett elektrisch fahren – als wahrscheinlich erster Containerfrachter emissionslos. Das Akkupaket mit 2,4 MW reicht für fünf Stunden rein elektrischen Antrieb. Als Ziel wird ausgegeben, den Ausstoß von Feinstaub und CO2 gegen Null zu reduzieren. Die Installationen an Bord stammen von der Koedood Marine Group, von Hybrid Ship Propulsion sowie von Oechies Elektrotechnik.

Meine van der Knaap, der bereits an der »For Ever« beteiligt ist, wird auch das Containerschiff »Alphenaar« managen. Auch die »Gouwenaar 2«, wird von ihm betreut. Besonders erwähnt er die effektive Zusammenarbeit mit der Bauwerft CCM3. Die Zusammenarbeit mit der von Ceylan Düzdüsen geführten Firma und den Zulieferern habe es ermöglicht, das Schiff in nur zwölf Wochen zu bauen und auszustatten.
Hermann Garrelmann

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