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Beim Gütertransport hat Nordrhein-Westfalen eine hohe Bedeutung für den Hamburger Hafen. Um Alternativen zur Straßentransport zu bieten, wurde das Projekt Hamburg-NRWplus gegründet, das nun fortgesetzt wird.

Für den Hamburger Hafen hat Nordrhein-Westfalen eine hohe Relevanz in der multimodalen Güterverkehrslogistik. Zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen werden dem Vernehmen nach derzeit allein im Containerverkehr rund 500.000 TEU pro Jahr transportiert.

Dabei dominiert der Lkw mit rund 400.000 TEU. Aufgrund der stetig wachsenden Gütermengen sei die verladende Wirtschaft Nordrhein-Westfalens auf leistungsfähige Alternativen zum Verkehrsträger Straße angewiesen. Um dieser Entwicklung mit nachhaltigen Logistikkonzepten und Produkten zu begegnen, wurde das Projekt Hamburg-NRWplus ins Leben gerufen, dessen Fortführung in diesem Jahr nun bestätigt wurde. Seit dem Projektstart seien deutliche Erfolge verzeichnet worden. Innerhalb von nur 18 Monaten habe es große Veränderungen im Modal Split auf der Strecke zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen gegeben.

Zu diesem Schwerpunktthema fand am 18. Juni 2019 eine Informationsveranstaltung in Warstein statt.

Karin Paulsmeyer, Abteilungsleiterin im Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, blickte zurück auf das erfolgreich abgeschlossene erste Projekt Hamburg-NRWplus. Dabei betonte sie, dass dieses nicht nur verkehrspolitisch von großer Bedeutung sei, sondern auch wirtschafts- und umweltpolitisch. Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf Schiene und Schiff – ein wesentlicher Aspekt des Projektes – müsse vorangetrieben werden, um die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes NRW zu erhalten.

v.l.: Lutz Birke (BWVI), Axel Mattern (HHM), Karin Paulsmeyer (Ministerium für Verkehr, NRW), Volker Hahn (HHM), Ingo Egloff (HHM), Markus Heinen (HHM)
v.l.: Lutz Birke (BWVI), Axel Mattern (HHM), Karin Paulsmeyer (Ministerium für Verkehr, NRW), Volker Hahn (HHM), Ingo Egloff (HHM), Markus Heinen (HHM). © HHM

Der Transport eines Containers verursache auf der Bahn nur 25 % der klimaschädlichen Emissionen wie der Transport mit dem Lkw auf der gleichen Strecke. Daneben sei Nordrhein-Westfalen das Binnenschifffahrtsbundesland Nr. 1 in Deutschland: Keine andere Wirtschaftsregion sei so gut mit Flüssen und Kanälen erschlossen wie NRW.

»Vorhandene Potenziale in der Binnenschifffahrt heben zu können, setzt voraus, dass die Infrastruktur angepasst wird«, so Paulsmeyer, die betonte, dass das verkehrspolitische Ziel der Landesregierung neben der Verlagerung der Verkehre auf Schiff und Bahn die Verknüpfung der unterschiedlichen Verkehrsträger sei.

Schub beim Seehafen-Hinterlandverkehr erwartet

Auch Lutz Birke, Amtsleiter in der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation verwies auf die Klimaschutzziele bei gleichzeitig steigendem Güterverkehrsaufkommen in Deutschland. »Prognosen nach wird insbesondere der Seehafen-Hinterlandverkehr stark ansteigen«, sagte Birke. »Hamburg als bedeutender Logistikstandort und führender Eisenbahnhafen Europas setzt sich bereits für die Etablierung einer nachhaltigen Logistik ein.«

Es sei erfreulich, dass in Hamburg im vergangenen Jahr mit 2,44 Mio. TEU ein neuer Rekord im Seehafen-Hinterlandverkehr auf der Schiene erzielt werden konnte. Damit habe Hamburg nahezu genauso viel Container auf der Bahn, wie die Häfen Rotterdam, Antwerpen und Bremen zusammen.

Und das Wachstum geht weiter: Allein im ersten Quartal 2019 wurden weitere 13 % Zuwachs auf der Bahn in TEU gemessen. »Nordrhein-Westfalen ist nicht nur ein bedeutender Partner des Hamburger Hafens, sondern auch ein zuverlässiger Projektpartner, der sich der bestehenden Herausforderungen im Hinterlandverkehr, ebenso bewusst ist wie Hamburg«, so Birke. Er wies darauf hin, dass in Wahrheit Hamburg der Hub für die Bahnverkehre nach China sei: Hamburg habe neben seinen wöchentlichen 20 Seeverkehrsliniendiensten zusätzlich wöchentlich dreieinhalb Mal so viele Zugverbindungen von und nach China wie Duisburg.

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