Scheuer Aktionsplan Niedrigwasser Rhein
Gemeinsam mit Industrie und Verbänden unterzeichnete Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am 4. Juli den »Aktionsplan Niedrigwasser Rhein« (Foto: Felix Selzer)
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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat gestern den Aktionsplan »Niedrigwasser Rhein« mit acht Maßnahmen vorlegt. Dieser wurde gemeinsam mit den vom Rhein abhängigen Unternehmen entwickelt, um zuverlässig kalkulierbare Transportbedingungen am Rhein zu schaffen.

Scheuer: »Wir brauchen mehr Schiff statt Stau und mehr H2O statt CO2. Die extremen Trockenperioden der vergangenen Jahre haben gezeigt: Wenn die Schiffe auf dem Rhein nicht fahren können, bleiben die Tankstellen leer und Unternehmen müssen ihre Produktion zurückfahren. Um die Versorgung der Bevölkerung und den Wirtschaftsstandort auch für die Zukunft zu sichern, haben wir einen Aktionsplan mit acht konkreten Maßnahmen aufgestellt. Denn klar ist: Wir müssen jetzt handeln, um die Transportbedingungen auch mit Blick auf klimatische Veränderungen konstant hoch zu halten.«

In den vier Handlungsfeldern »Informationsbereitstellung«, »Transport und Logistik«, »Infrastruktur« und »Langfristige Lösungsansätze« sind insgesamt acht Maßnahmen aufgestellt worden, mit denen den klimawandelbedingten Herausforderungen am Rhein begegnet werden soll. Diese reichen von der Verbesserung der operationellen Vorhersagen über die Entwicklung niedrigwassergeeigneter Schiffstypen bis zur schnelleren Umsetzung infrastruktureller Maßnahmen und gesellschaftlichem Dialog.

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Quelle: BMVI

Beispielsweise sollen durch digitale Vernezung von Vorhersagediensten mehr Informationen und zuverlässige Vorhersagen zu Wasserständen und Fahrrinne gemacht werden. Außerdem wolle der Bund alle Möglichkeiten zur Beschleunigung von Baumaßnahmen ausnutzen. Beispielsweise soll derBundestag mit Maßnahmengesetzen Planungsvorgänge beschleunigen. Langfristig gesehen sagt Scheuer, wird es zu anderen Schiffstypen kommen. »Wir werden mehr Leichtersysteme sehen«, so der Minister. Auch über Wasserbauliche Maßnahmen für beständigere Wasserstände wird nachgedacht. »Den Dialog darüber starten wir heute«, so Scheuer bei der Vorstellung des Aktionsplans.

»Damit ist es natürlich nicht getan«

Eines derUnternehmen, die 2018 besonders gelitten haben und sich an der ENtstehung des Plans beteiligt haben, ist der Chemiekonzern BASF. Michael Heinz, Vorstandsmitglied und Standortleiter in Ludwigshafen, erklärt: »Der ›8-Punkte-Plan‹ nimmt den Rhein in den Fokus. Das ist ein starkes Signal. Aber wir wissen: Damit ist es natürlich nicht getan: Alle Verkehrsträger – also Straße, Schiene, Binnenschiff und Seeverkehr – sind für eine solide wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes essentiell. Die Industrie braucht zuverlässig nutzbare Transportwege, um die Rohstoffversorgung sichern und Kunden beliefern zu können. Die gesamte deutsche Infrastruktur braucht neue Impulse und vor allem: neue Investitionen. Nur so werden wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können.«

Premal Desai, Sprecher des Vorstands Thyssenkrupp Steel Europe AG, fügte hinzu: »Wir freuen uns sehr, dass der Verkehrsminister mit dem 8-Punkte-Plan die Initiative ergreift und ein detailliertes Infrastrukturkonzept für den Rhein auf den Weg bringt. 80% unserer Rohstofftransporte werden über den Rhein transportiert. Wir sind, um im Wettbewerb bestehen zu können, auf funktionierende Transportwege über den Rhein zwingend angewiesen und begrüßen alle Maßnahmen die zur Stärkung der entsprechenden Infrastruktur beitragen.«


Mehr Einzelheiten zu Scheuers Aktionsplan und den Binnenschifffahrtsstrategien der Industrie lesen Sie im nächsten Heft der BINNENSCHIFFFAHRT.

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