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Die Teilnehmer des 2. Bayerischen Wasserstraßen- und Schifffahrtstages in Bamberg haben sich klar dafür ausgesprochen, mehr Güter auf die Wasserstraße zu bringen. Zuvor aber müssten vom Bund sowohl für die Sanierung als auch den Ausbau der maroden Bundeswasserstraßen nachhaltig mehr Mittel bereitgestellt werden.

Rund 170 Teilnehmer waren zu der zweitägigen Veranstaltung gekommen, die unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder stand. Ziel war es, die Akteure rund um die Wasserstraße (Schifffahrt, Häfen, Verlader, Unternehmen, Kammern, Verbände, Tourismus, Politik, Verwaltung, Kommunen, etc.) zu vernetzen, Anstöße zur Weiterentwicklung der Wasserstraße zu geben und der Öffentlichkeit die Bedeutung der Wasserwege zu vermitteln.

Im Mittelpunkt der Fachforen des 2. Bayerischen Wasserstraßen- und Schiff-fahrtstags standen die Themen »Innovation und Digitalisierung«, die »Bedeutung der Wasserstraße für Schifffahrt und Wirtschaft«, »Personenschifffahrt und Tourismus«, »Optimierung von Infrastruktur und Verkehr« sowie das Forum der »Netzwerkinitiative geMAINsam«, die ihre Unterstützer ebenfalls nach Bamberg eingeladen hatte.

Michael Fraas, Wirtschafreferent der Stadt Nürnberg und Vorsitzender des Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsvereins Rhein-Main-Donau (DWSV), begrüßt den im Mai beschlossenen »Masterplan Binnenschifffahrt«. Man wolle die Binnenschifffahrt stärken und so viele Güter wie möglich auf der Wasserstraße transportieren. Ein Binnenschiff mit einer Tragfähigkeit von 3.000 t könne bis zu 150 Lkw-Ladungen ersetzen. Die Wasserstraße sei deutschland- und europaweit der leistungsfähigste und öko-effizienteste Verkehrsträger mit dem geringsten Ressourcenverbrauch und Emissionsausstoß. Darüber hinaus seien Wasserstraßen bereits vorhanden und hätten noch erhebliche Kapazitätsreserven.

Bayerische Häfen schlagen 8 Mio. t Güter um

»Es wird immer wichtiger, zu kooperieren und dem Verkehrsträger Wasserstraße gemeinsam eine stärkere Stimme zu verschaffen«, so Fraas weiter. Auch die Bayerischen Häfen hätten mit einem jährlichen Umschlag von rund 8 Mio. t Güter ihren Anteil an der Entwicklung hin zu einem »enormen Wirtschaftsfaktor«, sagte Melanie Huml, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege. Auch Huml begrüßt daher den »Masterplan Binnenschifffahrt«. Es sei jetzt wichtig, dass sich alle Akteure daran beteiligten und aktiv würden.

Sowohl für die Sanierung maroder Bundeswasserstraßen wie auch für den Ausbau des Bundeswasserstraßen-Systems müssten nachhaltig mehr Mittel bereitgestellt werden, dies belegten die immer häufigeren Defekte bei Schleusen. Die Donau könnte weit mehr Transportkapazitäten aufnehmen, wenn sie zwischen Straubing und Vilshofen entsprechend ausgebaut wäre. Zudem sei die Mülhamer Schleife eine potenzielle Unfallstelle mit möglichen ökologischen Gefahren.

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