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Die Ertüchtigung des Westtrogs am Schiffshebewerk Scharnebeck am Elbe-Seitenkanal dauert länger als erwartet. Der Schifffahrt steht er voraussichtlich erst Ende März 2021 wieder zur Verfügung.

Im Mai 2018 haben die Arbeiten am Westtrog des Bauwerks begonnen, seither kann er von der Schifffahrt nicht genutzt werden. Wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Uelzen nun mitteilt, kann der ursprüngliche Zeitplan, den Trog im Juni 2020 wieder in Betrieb zu nehmen, nicht gehalten werden. Grund sind Betonschäden an den Hebewerkstürmen des Westrogs, deren Umfang erheblich höher sei als zunächst angenommen.

»Das tatsächliche Ausmaß der Betonschädigung tritt erst zu Tage, wenn man die Strahlarbeiten zum Betonabtrag durchführt«, erläutert Martin Köther, Leiter des Wasserstraßen-
und Schifffahrtsamtes Uelzen (WSA).

Bereits eingeleitete Beschleunigungsmaßnahmen durch Ausweitung der Kapazitäten zeigten zwar Wirkung, sie könnten jedoch die notwendige Verlängerung der Instandsetzungsmaßnahmen nicht vollständig kompensieren, heißt es. Aktuell geht das WSA Uelzen davon aus, dass der Westtrog voraussichtlich erst Ende März 2021 wieder für die Schifffahrt in Betrieb genommen werden kann.

Noch anderthalb Jahre nur ein Trog in Betrieb

Der Verkehr fließt bis dahin weiterhin über den Osttrog des Schiffshebewerks. »Gut, dass wir den gesamten Seiltrieb des Osttroges bereits saniert haben und damit ein stabiler Betrieb für die Schifffahrt gewährleistet werden kann«, so Köther.

Das Schiffshebewerk Lüneburg in Scharnebeck ermöglicht der Schifffahrt, einen Höhenunterschied des Elbe-Seitenkanals Richtung Elbe von 38 m wie in einem großen Fahrstuhl zu überwinden. Das 1976 in Betrieb genommene Bauwerk wird derzeit einer umfassenden Grundinstandsetzung unterzogen, um die Betriebsbereitschaft für die nächsten Jahrzehnte sicher zu stellen.

Der Bund investiert hier insgesamt über 70 Mio. €. Darüber hinaus laufen die Planungen für die Errichtung einer großen 225 m langen Schleusenanlage westlich des bestehenden Hebewerks, um auch modernen Großmotorgüterschiffen (GMS) bis 135 m Länge als Einzelfahrer bzw. bis 185 m im Verband die Passage zu ermöglichen. Die Tröge des bestehenden Schiffshebewerks sind auf eine Nutzlänge von 100 m beschränkt.