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Die Cäcilienbrücke in Oldenburg soll voraussichtlich Anfang Oktober wieder vollständig für die Nutzung freigegeben werden. Mitte September soll das Bauwerk bereits wieder temporär genutzt werden können.

Ein genaues Datum für die Wiederaufnahme des Betriebs kann das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Weser-Jade-Nordsee zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen, da die Entscheidung in Abhängigkeit von der Entwicklung der Tagestemperaturen der nächsten Wochen getroffen werde.

Die Cäcilienbrücke in Oldenburg ist marode
Die Cäcilienbrücke in Oldenburg ist marode. © WSA Weser-Jade-Nordsee

Parallel zu den Planungen für die temporäre Wiederaufnahme des Betriebs der Cäcilienbrücke erfolgt voraussichtlich Mitte September 2019 die Beauftragung der Bauleistungen für den Bau der Behelfsbrücke. Deren Inbetriebnahme sei im ersten Quartal 2020 geplant, heißt es. Dann wird der Überbau der Cäcilienbrücke ausgehoben. Ab diesen Zeitpunkt stehe der Schifffahrt bis zum Neubau der Brücke eine ungehinderte Passage zur Verfügung, so das WSA Weser-Jade-Nordsee.

Das Planfeststellungsverfahren für den Neubau der Cäcilienbrücke, welches als rechtliche Grundlage erforderlich ist, soll voraussichtlich Ende dieses Jahres beantragt werden.

Brücke auf 1,60 m angehoben und fixiert

In der ersten Juni-Woche wurde die Hubbrücke auf einer Höhe von 1,60 m fixiert und eine Treppen- und Rampenanlage für Radfahrer und Fußgänger errichtet. Somit konnte sowohl der Schifffahrt als auch den Fußgängern und Radfahrern eine Passage während der Sommerzeit ermöglicht werden. Die Hebung und Fixierung der Brücke auf 1,60 m sei erforderlich gewesen, da ein sicherer Betrieb der Brücke bei höheren Temperaturen nicht mehr möglich gewesen sei, hieß es.

»Aufgrund der kontinuierlichen Verkürzung der Abstände zwischen den Brückentürmen innerhalb der letzten Jahre und der wärmebedingten Ausdehnungen des metallischen Überbaus bestand die Gefahr der Verklemmung des Überbaus zwischen den Widerlagern bzw. den Türmen«, informiert das WSA Weser-Jade-Nordsee. Die deshalb veranlassten Sperrungen hätten eine erhebliche Behinderung und Einschränkung der Schifffahrt zur Folge gehabt. Die Zufahrt zum Hafen Oldenburg wurde erschwert und war ebenfalls nur eingeschränkt möglich.

Wenige Tage nach der Hebung der Brücke ist ein Binnenschiff mit dem Bauwerk kollidiert. Das Steuerhaus, das zum Zeitpunkt des Unfalls vollständig heruntergefahren war, wurde dabei schwer beschädigt. Experten, die die Brücke umfangreich untersuchten, konnten an dem Bauwerk hingegen keine gravierenden Schäden feststellen.

Die Cäcilienbrücke wurde von 1926 bis 1927 gleichzeitig mit dem Bau des Küstenkanals in Oldenburg errichtet. Die Brücke muss aufgrund ihres altersbedingten Zustands ersetzt werden. Sowohl eine Instandsetzung des gesamten Bauwerks als auch ein Teilerhalt der Brücke seien genau untersucht worden, kämen aber aufgrund der umfangreichen Bauwerksschäden nicht mehr in Betracht, so das WSA Jade-Weser-Nordsee.

Der Ersatz der Brücke soll möglichst originalgetreu erfolgen, sodass das technische Wahrzeichen für die Stadt Oldenburg erhalten bleibt.