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Konecranes hat einen Reachstacker gebaut, der Geräuschemissionen verringert. Er eignet sich für den Einsatz an Containerterminals in Wohngebietsnähe

An multimodalen Logistikterminals müssen Container schnell und sicher transportiert werden. Vor allem in der Nähe zu Wohngebieten sollte diese Beförderung möglichst leise vonstatten gehen.

Da sich das Lkw- und Schienen-Terminal Wiesau in Bayern unweit eines Wohngebietes befindet, benötigt die Ziegler Gruppe einen Reachstacker, der die Container sanft und leise hebt. Gefüllt sind diese beispielsweise mit Holzwaren. Für das Terminal nahe der tschechischen Grenze hat Konecranes daher einen besonderen Reachstacker konzipiert, der dank einer smarten technischen Lösung die Geräusche reduziert.

Bauholz, Konstruktionsholz, Hackschnitzel, Hobelware – die Ziegler Gruppe produziert im größten Sägewerk Europas in Plößberg, rund 18 km von Wiesau entfernt, und an 18 weiteren Standorten Holzwaren. Vom Container-Terminal in Wiesau gehen Holzprodukte in die ganze Welt. Täglich verlassen Frachtzüge den Bahnhof in Richtung Hamburg und Bremerhaven. Für den Transport der Container von Zug oder Lkw in die Zwischenlagerung – in Wiesau ist Platz für bis zu 1.500 Container – und zurück sind robuste Lösungen gefragt, denn im Außenbereich kann es schnell staubig werden. Gleichzeitig müssen hohe Lärmschutz-Anforderungen erfüllt werden. Deshalb hat Konecranes für den mehr als 70 Jahre alte Oberpfälzer Familienbetrieb eigens einen individuellen Reachstacker entwickelt, der die Container sicher und leise von Platz zu Platz hebt.

»Die Anwohner sollen vom Transport unserer großen Container natürlich möglichst wenig mitbekommen«, sagt Georg Adelt, Zentraleinkauf bei der Ziegler Gruppe. »Deshalb haben wir mit Konecranes abgeklärt, welche Lösungen es für einen leisen Reachstacker gibt.«

Verringerter Geräuschpegel

Eine besondere Motorkapselung und eine optimale Motor-Getriebe-Kombination reduzierten die Lautstärke des neuen Konecranes Reachstackers SMV 4527 TC 5 um bis zu 3 db, so der Hersteller. »Darüber hinaus ersetzt eine Warnlampe das normale, akustische Rückfahrsignal«, erläutert Uwe Höß, Sales Manager bei Konecranes Lifttrucks Süddeutschland.

Die neue Maschine hat einen Radstand von 6,40m und kann bis zu 45t schwere, 20- oder 40-Fuß-Container maximal 15m hoch heben.

Der Reachstacker für Ziegler muss robust und für raue Bedingungen geeignet sein, denn Teile des Containerlagers sind nicht asphaltiert. »Staub setzt sich normalerweise leicht am und im Reachstacker ab«, sagt Höß. Besonders im Hydrauliksystem könne das schwerwiegende Folgen haben und die Lebensdauer des ganzen Systems verringern.

Deshalb hat Konecranes in den Reachstacker ein HLL (Hydraulik Longlife) Feinfiltersystem installiert. »Der Hochleistungsfilter fängt bereits 3 µm kleine Partikel ab – normale Filter greifen erst ab 16 µm zu«, so Konecranes. Damit verlängere sich das Ölwechselintervall von 4.000 Stunden auf bis zu 12.000 Stunden. »So kann der Reachstacker länger im Einsatz bleiben und der Wartungsaufwand verringert sich deutlich«, sagt Höß.

Die Optima-Kabine von Konecranes sorgt für eine angenehme und übersichtliche Arbeitsumgebung. Ausgestattet mit einem luftgefederten Sitz sei die vibrations- und geräuschgedämpfte Kabine auf dem neuesten Stand der Ergonomie. Die Frontscheibe ohne sichtbehindernde Streben biete einen guten Überblick, während der Fahrer den Containergreifer per Joystick steuere. Über das 7-Zoll-Farbdisplay der EMC (Electronic Machine Control) kann der Fahrer zudem den Druck jedes einzelnen Reifens überprüfen. Fällt der Druck ab, warnt das System automatisch. Die EMC kontrolliert alle relevanten Maschinen- und Systemkomponenten, vom Motor bis zum Greifer und der Wartung.

Wegen des Lärmschutzes dürfe in Wiesau nur eine bestimmte Anzahl an Geräten gleichzeitig am Terminal betrieben werden, erklärt Adelt. Der neue Reachstacker ergänze den Fuhrpark mit seiner Leistung und dem leisem Arbeiten somit »perfekt«.

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