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Die Schiffswerft Bolle hat den diesjährigen Innovationspreis Binnenschifffahrt für die Entwicklung und den Bau der »Schwielowsee« erhalten. Geschäftsführer Mario Bolle nahm die bereits zum siebten Mal von der Allianz Esa EuroShip gestiftete Auszeichnung auf der Messe Shipping-Technics-Logistics (STL) in Kalkar entgegen.

Als führendes Versicherungsunternehmen einer bedeutenden Transportbranche wie der Binnenschifffahrt habe die Allianz Esa ein hohes Interesse an technischem Fortschritt, denn dieser sichere die Zukunftsfähigkeit dieses Gewerbes, so Denis Holtkamp von der Allianz Esa, der die Preisverleihung durchführte.

Die Verleihung des Innovationspreises Binnenschifffahrt ist Bestandteil des Forum Binnenschifffahrt, das die Fachmagazine »Binnenschifffahrt« um Chefredakteur Krischan Förster und Schiffahrt Hafen Bahn und Technik (SUT) mit Hans-Wilhelm Dünner als Herausgeber jedes Jahr gemeinsam ausrichten. In diesem Jahr wird es am zweiten Messetag (25. September) in Kalkar im Grand Café durchgeführt. Wie in den Vorjahren ist eine kurzfristige Teilnahme noch möglich. Informationen gibt es hier.

Die »Schwielowsee« ist das erste vollhybride Fahrgastschiff Europas. Hergestellt wurde es für die Weiße Flotte Potsdam. Seit April dieses Jahres befördert das 41 m lange und 6,50 m breite Personenschiff bis zu 250 Gäste auf den Seen und Wasserstraßen in Berlin und Brandenburg. Angetrieben wird es von zwei Elektromotoren mit jeweils 120 kW. Sie beziehen den Strom aus einem Lithium-Ionenakkublock, der während der Liegezeit geladen wird. Während einer längeren Fahrtphase stehen Dieselgeneratoren zur Verfügung. Sie werden mit dem synthetischen, paraffinischen Kraftstoff Shell GTL Fuel Marine betrieben.

Die Schiffswerft Bolle habe sich zum Ziel gesetzt, eine der führenden Werften im Bereich der Fahrgastschifffahrt zu werden, sagte Holtkamp in seiner Laudatio. Geschäftsführer Mario Bolle nahm den Preis mit Stolz entgegen. Die Auszeichnung sei eine Anerkennung für die Arbeit des gesamten Werftteams. Er sieht darin auch eine Würdigung der Lebensleistung seines in diesem Jahr verstorbenen Vaters und langjährigen Werftleiters Lothar Bolle.

Neue Werfthalle im Bau

Bolle will im Anfang des zweiten Quartals 2020 eine neue Werfthalle eröffnen. Die Erdarbeiten dafür haben in dieser Woche begonnen. Mit 50 x 18 m hat die neue Halle die identische Größe der bestehenden. Sie sei aber 3 m höher, so der Werftchef.

Derzeit laufen bei dem Schiffbaubetrieb in Neuderben die Arbeiten für ein neues Arbeitsschiff, das auf dem Rhein im Bereich Emmerich zum Einsatz kommen soll. Der Neubau sei zu mehr als der Hälfte bereits fertiggestellt, informiert Bolle. Darüber hinaus würden derzeit eine Prähme gebaut, zudem gebe es konkrete Planungen für Fahrgastschiffe.

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