Print Friendly, PDF & Email

»Austausch zwischen Jung und Erfahren, Netzwerke knüpfen und entwickeln«. Unter diesem Leitgedanken haben sich die Junge HTG und der Fachausschuss Nassbaggertechnik entschlossen, eine mehrtägige Exkursion unter dem Dach der HTG zu organisieren.

Wozu lange diskutieren, wenn man es auch einfach umsetzen kann! Auf Initiative von Klaus Waßmuth, dem Vorsitzenden des Fachausschusses Nassbaggertechnik und Vertretern der Jungen HTG, wurde die Idee einer gemeinsamen Fachexkursion geboren; einige Telefonate später stand der Plan. Unter dem Motto »Nassbaggertechnik von der Theorie über den Bedarf bis zu technischen Details« sollte es drei Tage nach Rotterdam gehen, wo sich Wasserbau- und speziell Nassbaggerthemen auf wenigen Quadratkilometern ballen.

24 Teilnehmer – zur einen Hälfte Mitglieder des Fachausschusses Nassbaggertechnik und zur anderen Hälfte Mitglieder der HTG – die nicht im Fachausschuss Nassbaggertechnik aktiv sind, nahmen an der Exkursion teil.

Am 21. August 2019 ging es bei bestem Wetter in Hamburg los. Weitere Teilnehmer stiegen in Bremen, Oldenburg und Leer zu. Am Nachmittag stand dann das erste Highlight der Exkursion auf dem Programm. Eine Besichtigung der Zentrale der Firma Boskalis, einem der führenden Nassbaggerunternehmen weltweit. Einer interessanten Unternehmenspräsentation durch den Geschäftsführer der Boskalis Hirdes GmbH, Jan Paulsen, der gleichzeitig auch Mitglied der Exkursionsgruppe war, folgte die Besichtigung der Bagger-Simulatoren. Boskalis bildet seine Dredge-Master an Simulatoren aus und zeigte den Teilnehmern, wie komplex der Umgang mit dem Bagger auf verschiedensten Untergründen ist. Neben einem Hopper-Simulator stand den Teilnehmern auch ein Cutter-Bagger-Simulator zur Verfügung. Mit einem gemeinsamen Abendessen fand der erste Tag dann den idealen Abschluss.

Am frühen Morgen des zweiten Tages ging es zunächst in den 17. Stock des World Port Center. Hier schlägt das Herz des größten europäischen Seehafens, dem Port of Rotterdam (PoR). Einem fantastischen Ausblick auf die Stadt und den Hafen folgte ein umfassender Vortrag über den Kaimauerbau im Rotterdamer Hafen. Um diesen nicht nur in der Theorie kennenzulernen, sondern die komplexe Thematik auch vor Ort zu besichtigen, ging die Tour weiter auf die Maasvlakte 2, wo der Rotterdamer Hafen durch Landgewinnung erhebliche neue Flächen für den Umschlag erschlossen hat und wo die größten Containerschiffe der Welt (20.000 TEU und mehr) festmachen können. Mit der Nieuwe Maze, dem Bereisungsschiff von PoR, war der Blick von der Wasserseite möglich. Die Tour wurde von einer Delegation der Young Professionals von PoR begleitet. Das firmeninterne Netzwerk unterstützt mit gezielten Angeboten seine jungen Beschäftigten und bot damit die ideale Parallele zu den Zielen der (Jungen) HTG.

Der Nachmittag gehörte dann der Wissenschaft mit der Besichtigung der beeindruckenden Versuchshallen von Deltares, einem unabhängigen niederländischen Institut, das sich der Untersuchung diverser Fragestellungen des Wasserbaus und der Geotechnik widmet. Zusätzlich zur Arbeit in den Laboratorien, in denen z. B. die Eigenschaften von Sedimenten untersucht werden, gehören bei Deltares Praxisversuche zur Forschungsagenda. In diversen Versuchshallen und Wellenkanälen werden die Grundlagen des Zusammenspiels von Wasser und Sediment im größeren Maßstab untersucht. Nicht nur das akademische Herz schlug bei diesem Anblick höher, denn Deltares brachte der Gruppe außerdem die niederländische Tradition des »Borrel« näher. Ein ungezwungener Austausch bei Bitterballen und Getränken. Zurück in Rotterdam wurde es italienisch, denn für die Mehrzahl klang der Abend bei Pizza und Pasta aus. Eine kleine Schar von Teilnehmern jedoch entschwand noch in die Rotterdamer Nacht.

Respekt vor dieser Leistung, denn um viertel nach sieben am nächsten Morgen ging es bereits weiter in Richtung Ijsselmeer. Dort wird in Kürze eine innovative Deichbaumaßnahme begonnen. In einem Besucherzentrum konnte die Gruppe in interessanten Vorträgen erfahren, wie in den Niederlanden Allianzen gebildet werden, um komplexe Aufgaben interdisziplinär und in enger Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand abgewickelt werden. Geteilte Risiken, geteilte Chancen. Und all das begleitet von einer beispielhaften Kommunikation und Stakeholder-Beteiligung.

Die Rückreise über den »Abschlussdamm«, der das Ijsselmeer von der Nordsee trennt, war dann der passende Weg zurück für eine Truppe begeisterter Wasserbauer.

Auf der sieben Stunden dauernden Rückfahrt wurden schon die nächsten Ideen für Exkursionen diskutiert. Nun gilt es aber erst einmal, die neuen Kontakte und Eindrücke dieser Fachexkursion zu verarbeiten. Im Namen aller Beteiligten und der HTG gilt der Dank insbesondere den Organisatoren für ihr großes Engagement.

Teilen