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Die diesjährige Europort findet mit dem bisher umfangreichsten Konferenz- und Event-Programm vom 5. bis 8. November in Rotterdam statt. Einen gewichtigen Teil nimmt die Modernisierung und Digitalisierung der Binnenschifffahrt ein

Der Status der Niederlande als Heimat der EU-weit größten Binnenschifffahrtsflotte soll als Magnet wirken und diesen spezialisierten Sektor verstärkt an die Verantaltung binden«, hoffen die Organisatoren.

Der autonome und emissionsfreie Flussverkehr wird immer mehr zu einem Thema für die Regulierungsbehörden, da sich die Binnenschifffahrt an den sich schnell entwickelnden intelligenten Lösungen orientiert, die bereits heute einen großen Einfluss auf die Seeschifffahrt haben.

Allerdings gibt es auch große Unterschiede – Grund genug für die Kommission für die Kontrolle und Navigation des Rheins (ZKR), in die Debatte über die autonome Schifffahrt einzutreten und eine eigeneDefinitionen für die Ebenen der automatisierten Navigation zu verabschieden.

Sie sollen eine Grundlage für intelligente Binnenschifffahrtspraktiken in ganz Europa und einen Rahmen bilden, in dem Initiativen wie das von der EU finanzierte NOVIMAR-Projekt erfolgreich sein können. Koordiniert von der Netherlands Maritime Technology Foundation (NMTF), bringt NOVIMAR 22 Partner zusammen, die an einem Konzept für einen Schiffskonvoi mit geringer Besatzung im dichten Verkehr arbeiten.

»Die ZKR berücksichtigt, wie die Manövrierfähigkeit des Schiffes, die Navigation und der Brücken-/Schleusenabstand von Technologien wie Light Detection and Ranging (Lidar) zur Entfernungsmessung abhängen. Dies steht in engem Zusammenhang mit dem übergreifenden Europort-Programm »Spezialschiffe, intelligente Lösungen««, heißt es seitens der Konferenz-Veranstalter. Die drei Säulen des Programms sind »intelligente Technologien«, »intelligente Menschen« und »intelligente Unternehmen«.

Die Definitionen der Kommission umfassen zudem Leitlinien für den künftigen Ausbildungsbedarf der Besatzung.

Von den Ausstellern der Europort 2019 werden aktuelle Beispiele für die neuen Technologien erwartet, die die digitale Revolution der Schifffahrt vorantreiben.

So wolle Alphatron Marine zeigen, wie sein Alpha River Track Pilot ein vollautomatisches Kurssystem für Binnenschiffe bietet, um auch in schwierigen Teilen eines Flusssystems, wie z.B. zwischen Bergen, auf einem vorgegebenen Weg zu fahren. Beim Aussteller ABB überlagern digitale, elektrische und vernetzte Themen die Strategie, Emissionen von Binnenschiffen über ein mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebenes Antriebssystem zu reduzieren – ein von der EU finanziertes Projekt für die Compagnie Fluviale de Transport.

Nicht zuletzt steht im Rahmen der Digitalisierung auch die Sicherheit auf der Agenda der Binnenschifffahrt. Ein Schiffsdatenschreiber (VDR) ist beispielsweise für die Seeschifffahrt obligatorisch, nicht aber für Binnenschiffe. Paul Smulders, CEO Europe von Radio Holland, sieht das kritisch: »Leider haben wir in letzter Zeit mehr Unfälle mit Binnenschiffen erlebt. Wir glauben, dass die flächendeckende VDR-Einführung dazu beitragen würde, solche Vorfälle zu reduzieren. Unser neuer Binnenschiff NW6000R River VDR registriert alles, was an Bord und in der Nähe des Schiffes passiert.« Die Daten könnten zur Untersuchung der Ursachen von Unfällen verwendet werden. Zudem ist seiner Ansicht nach ein »ideales Werkzeug zur Überwachung, Messung und Verbesserung der gesamten Performance von Schiff und Besatzung.«

Die viertägige Europort findet vor dem Hintergrund der Wiederbelebung der Spezialschifffahrtsmärkte und der Digitalisierung statt. Mit dem übergreifenden Thema »Spezialschiffe, intelligente Lösungen« wollen die Verantwortlichen den Zeitgeist einer Branche einfangen, die mittlerweile akzeptiert, dass intelligente Menschen und intelligente Technologien benötigt werden, »um die digitale Zukunft des maritimen und Offshore-Bereichs zu gestalten.«

Ein weiteres Ziel der Messe ist es, das Engagement für den Nachwuchs in der Schifffahrt zu stärken. Daher wird die Veranstaltungsreihe #YoungEuroport aufgesetzt. Sie wurde speziell entwickelt wurde, um jüngeren Branchenakteuren die Möglichkeit zu geben, Wissen und Erfahrung zu sammeln und sich zu vernetzen. Das Programm umfasst beispielsweise das Seminar »The future generation of shipping« und ein »CareerLa« sowie das »Mainport Talent Dinner«, bei dem hochrangige Führungskräfte auf der Europort Cruise Party für den Nachwuchs kochen.

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