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Niedersachsen Ports (NPorts) hat eine einheitliche digitale Lösung für die Anmeldung

von Binnenschiffen entwickelt. Im vergangenen Jahr wurde Port Spot in den Häfen Emden und Stade umfangreich getestet, 2020 wird die App in Brake und Cuxhaven eingeführt

Vereinfacht ausgedrückt überträgt die Anwendung Port Spot den analogen Meldezettel in eine digitale Form. Von Anfang an legte die Hafengesellschaft nach eigenen Angaben großen Wert darauf, die Binnenschiffer in die Entwicklung der App mit einzubeziehen. Somit steht Port Spot jetzt auf unterschiedliche Art und Weise zur Verfügung und geht auf die individuellen Anforderungen der Nutzer ein. Sie ist als App für Smartphones und Tablets mit Android- oder iOS-Betriebssystemen und als Web-Variante für stationäre PCs entwickelt worden.

Auch die Zugangsarten können variieren. Um den verschiedenen Bereichen der Binnenschifffahrt gerecht zu werden, steht Skippern, die auf festen Relationen fahren oder die Häfen von NPorts mehrfach anlaufen, ein dauerhafter Account zur Verfügung. Dafür ist nur die Angabe einiger Stammdaten notwendig. Anschließend erhält der Binnenschiffer personalisierte Zugangsdaten, mit denen er sich auf jedem Gerät anmelden kann. Wird ein Hafen nur einmal angelaufen, reicht ein Gastzugang. Da die Benutzer nicht mit einem bestimmten Binnenschiff verknüpft sind, können auch Makler, Agenten oder Reeder die Hafenanmeldungen durchführen. Das ermöglicht die Anmeldung mehrerer Schiffe.

Effiziente und sichere Abläufe

Drei wesentliche Aspekte standen bei der Entwicklung von Port Spot im Mittelpunkt: Die Binnenschiffsanmeldung sollte einfacher, schneller und sicherer werden. Binnenschiffer können die Meldungen zeitlich und örtlich unabhängig eingeben. Wartezeiten im Hafen, Zettelwirtschaft und unnötiger Funkverkehr gehören somit der Vergangenheit an.

Aus den gesetzlich geregelten Meldeverpflichtungen sowie der Hafenbenutzungsvorschrift von NPorts ergeben sich die Vorschriften für die Anmeldungen. Zur Einhaltung dieser Regeln ist Port Spot der einfachste Weg. Die Anmeldungen können fristgerecht 24 Stunden vor dem Einlaufen oder spätestens nach dem Auslaufen aus dem letzten Hafen abgegeben werden, und alle statistischen Daten werden durch die Nutzung von Port Spot abgedeckt. Zum anderen ermöglicht die Anmeldung eine adäquate, transparente und zügige Abrechnung von Hafenentgelten.

Port Spot trägt zur Erhöhung der Sicherheit im Hafen bei. Die Hafenmeister können die Abläufe besser planen und präzise Angaben darüber machen, welches Binnenschiff sich mit welcher Ladung wo befindet. Insbesondere bei dem Transport von Gefahrengütern sei das ein wichtiger Aspekt. Durch die detaillierten Angaben kann im Notfall passend reagiert werden.

Einfache Funktionsweise

Mit der Hilfe von Port Spot ist eine Hafenanmeldung in nur wenigen Schritten vollzogen und an NPorts übermittelt. Die App ist intuitiv aufgebaut und einfach zu verstehen. Nach wiederholter Anmeldung füllt das intelligente System beispielsweise festgelegte Eingabefelder automatisch aus. Dazu werden unter anderem statische Angaben zum Binnenschiff aus dem internen System von NPorts abgerufen und in die dafür vorgesehenen Felder eingetragen. Selbstlernend trägt die Software die markanten Punkte zwischen bestimmten Relationen ein. Der Binnenschiffer muss dadurch lediglich die variablen Daten seines Hafenanlaufes angeben, wie z.B. die Ladungsangaben, den Abfahrtshafen und den nächsten Hafen. Zudem wird die Möglichkeit geboten, einen Wunschliegeplatz auszuwählen.

Transportiert das Binnenschiff Gefahrgut, folgt ein separater Schritt, in dem technische Angaben über die Ladung gemacht werden müssen. Mithilfe einer Upload-Funktion können notwendige Dokumente und Nachweise einfach aus dem internen Speicher oder als Foto an die Anmeldung angehängt werden. Der Versand per Mail oder gar die Übergabe von Originalen zur Kopie ist nicht mehr erforderlich. Auch die Kommunikation mit der Meldestelle im Hafen kann über den digitalen Weg erfolgen. Die Software verfügt über eine integrierte Nachrichten-Funktion. Ähnlich zu den bekannten Messenger-Diensten, kann entweder der Binnenschiffer eine Nachricht an NPorts schicken oder umgekehrt. Im Gegensatz zur Kommunikation via Funk können so sensible und persönliche Daten ausgetauscht werden.

Weitere Entwicklungen im Blick

Bevor die Anwendung in den Live-Betrieb gegangen ist, hat eine Auswahl an Binnenschiffern Port Spot mehrere Wochen lang umfangreich geprüft. Ihre Rückmeldungen bildeten die Basis für anschließende Verbesserungen. Die Bewertung fällt positiv aus: Die Nutzer empfinden

das Verfahren als Entlastung. Der Zeitaufwand für eine Anmeldung habe sich reduziert, Port Spot helfe dabei, der Meldepflicht einfacher nachzukommen und die Bedienung wurde als leicht eingestuft.

In der Zwischenzeit arbeitet NPorts konstant an der Weiterentwicklung des Systems. Die App ist derzeit in deutscher, englischer und niederländischer Sprache verfügbar. Das Sprachen-Portfolio wird sukzessive weiter ausgebaut. Als nächstes folgt eine Veröffentlichung in polni-scher und tschechischer Sprache. Diese Servicekomponenten sind für NPorts selbstverständlich: Das neue System soll allen Binnenschiffern offen und diskriminierungsfrei zur Verfügung stehen.

Neben den Ausweitungen auf andere NPorts-Häfen mit Binnenschifffahrt ist eine Ausweitung auf die Sport- und Freizeitschifffahrt angedacht. Insbesondere die Inselhäfen an der westlichen Nordseeküste würden dann profitieren. NPorts baut derzeit in seinen Hafen­standorten das kostenlose WLAN-Netz aus, ein weiterer Mehrwert: eine störungsfreie Nutzung vor Ort, unabhängig vom mobilen Netz.

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