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Mit dem ersten Auftrag beginnt der Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals (NOK). Insgesamt investiert der Bund in den kommenden Jahren rund 120 Mio. €.

Für den Ausbau wurde die Oststrecke in sechs Bauabschnitte eingeteilt. Der jetzt unterzeichnete Vertrag gilt den Baulosen 4 und 5. Dabei handelt es sich um eine rund 4 km lange Strecke zwischen Großkönigsförde und Schinkel. Den Zuschlag erhält eine Bietergemeinschaft.

Für den Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals wurden die ersten beiden von insgesamt sechs Baulosen vergeben. © GDWS

Die insgesamt 20 km lange Engstelle des Kanals zwischen Großkönigsförde und Kiel-Holtenau ist vor allem für größere Schiffe ein Nadelöhr. In den kommenden Jahren soll die Oststrecke auf eine Mindestsohlbreite von 70 m erweitert werden. Dazu wird auf einer Länge von 11 km die Kanalböschung ausgebaut, außerdem werden zu enge Kurven abgeflacht. »Der heute erteilte Auftrag ist ein starkes Signal für die internationale Schifffahrt«, so Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium.

Alle Baumaßnahmen seien in enger Zusammenarbeit mit den Umweltverbänden geplant worden, teilte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) mit. Während der laufenden Arbeiten sollen regelmäßige ökologische Baubegehungen stattfinden.

Vorbereitend wurden bereits neue Wege, Baustraßen und Parkplätze sowie ein Bauhafen am Flemhuder See. Im Januar 2020 werden die ersten Arbeiten beginnen: Zunächst wird die nördliche Böschung zwischen Großkönigsförde und Schinkel gerodet. Anschließend wird der Uferbereich sowohl oberhalb als auch unterhalb des Wasserspiegels abgetragen.
Insgesamt werden in diesem Bereich etwa 2 Mio. m³ Bodenmaterial gebaggert. Die unter Wasser gebaggerte Hälfte wird zu einer speziell dafür vorgesehenen Stelle in der Kieler Bucht verbracht, der trockene Boden kommt auf landwirtschaftliche Flächen.

Der 1895 eröffnete NOK wurde erstmals von 1907 bis 1914 den gewachsenen Anforderungen und Abmessungen der Schifffahrt angepasst. Von 1965 bis 2001 wurde die Weststrecke von Brunsbüttel bis zur Weiche Königsförde auf eine Sohlbreite von 90 m erweitert. Von der Weiche Königsförde bis zum Binnenhafen Kiel-Holtenau hat der Kanal dagegen noch heute eine Sohlbreite von 44 m – wie schon 1914.