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DeltaPort, Betreiber des Hafens Voerde-Emmelsum, hat den Planfeststellungsbeschluss für dessen Westerweiterung erhalten. Zudem ist der neue Bebauungsplan für den Rhein-Lippe-Hafen Wesel nun rechtskräftig, dort soll in Universalhafen entstehen.

Die Hafenfläche soll um 15 ha erweitert, die Kaianlagen ausgebaut und auf 130 m verlängert werden. Im Oktober gab es mit dem Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Düsseldorf »grünes Licht« zur weiteren Durchführung der Vorhabens und für die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Durch die Ansiedlung neuer Logistikunternehmen auf der Erweiterungsfläche sollen nicht nur innovative Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden, sondern auch die Verlagerung von Warenströmen von den staugeplagten Straßen auf das umweltfreundliche Binnenschiff und die Bahn im Fokus stehen.

Im direkt am Rhein gelegenen Hafen Voerde-Emmelsum werden hauptsächlich Container und Stückgüter umgeschlagen. Drei Containerbrückenkrane verschiedener Betreiber stehen dafür zur Verfügung.

Aufgrund des steigenden Güteraufkommens sowie der Knappheit an Logistikflächen entlang des Rheins, soll der westliche Bereich des Hafenareals um 15 ha erweitert werden. Die vorhandene Kaianlage wird dabei um einen zusätzlichen Schiffsanlegeplatz um 130 m verlängert und misst 425 m. Ein Ausbau der beiden vorhandenen Gleise um jeweils 130 m ist ebenfalls vorgesehen. Zur Schaffung der Logistikfläche wird eine Aufschüttung des Geländes um 4 bis 7 m auf hochwasserfreies Niveau durchgeführt.

Die Rechtskraft des Planfeststellungsbescheides ist nach vorheriger Offenlage erfolgt. Der Baubeginn ist im Herbst 2020 avisiert, sofern die Bauphase gut verläuft, könnte die Fertigstellung nach Auskunft von DeltaPort im Jahre 2025 erfolgen. Die Vermarktung und Ansiedlung sollen sukzessive ab der Herstellung der Bauflächen ab 2023 durchgeführt werden.

»Die Erweiterung des Hafens Voerde-Emmelsum bringt Wertschöpfung in die Region und schafft viele Arbeitsplätze. Darüber hinaus leistet der Hafen einen großen Beitrag zur dringend notwendigen Verkehrsverlagerung von Lkw-Verkehren zur Entzerrung des Verkehrsinfarktes in Nordrhein-Westfalen«, so Dieter Thurm, technischer Leiter und Prokurist bei DeltaPorts. Im Rahmen der Klimabilanz diene der Hafen der nachhaltigen Senkung schädlicher Emissionen durch Verkehrsverlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die ökologisch wertvolleren Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn.

Wichtiger Schritt zum Universalhafen in Wesel

Auch im Rhein-Lippe-Hafen, der ebenfalls von DeltaPort betrieben wird, gibt es neue Entwicklungen. Dort ist ein Universalhafen geplant. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wesel wurde nun der neue Bebauungsplan Nummer 233 für den Nordbereich des Rhein-Lippe-Hafens Wesel erarbeitet.

Nach nahezu sechs Jahren Bearbeitungszeit erlangte dieser kürzlich durch den Ratsbeschluss der Stadt Wesel und der anschließenden Veröffentlichung Rechtskraft. Der neue Bebauungsplan sieht die Ansiedlung sogenannter hafenaffiner Unternehmen vor, die das Binnenschiff in ihre Logistikkette ein-binden und Lkw-Transporte damit vermeiden.

DeltaPort darf Hafen Emmelsum erweitern
Der Rhein-Lippe-Hafen soll sich von einem Ölhafen zu einem Universalhafen entwickeln. © DeltaPort

Im Bauleitplan wurden Regelungen notwendig, die vielfältige naturfachliche Belange zu berücksichtigen haben. Gottfried Brandenburg, zuständiger Leiter der Bauleitplanung der Stadt Wesel, betonte, dass durch die intensiv geführten Gespräche mit den Fachbehörden Lösungen hinsichtlich von Ausgleichsregelungen und notwendiger Retentionsräume gefunden werden konnten. Parallel dazu seien zusätzliche Abstimmungen zwischen DeltaPort und Naturschutzverbände geeignet, Zielkonflikte im gegenseitigen Verständnis zu lösen, so Brandenburg.

Im direkt am Rhein gelegenen Rhein-Lippe-Hafen Wesel werden Flüssigprodukte umgeschlagen. Durch den strukturellen Wandel in der Industrielandschaft wurden die ursprünglich Tanklager zurückgebaut und es siedelten sich unter anderem der Schwerlastlogistiker Hegmann Transit sowie das Recyclingunternehmen GSR an. Auch die Tiefkühllogistikbranche ist mit Nordfrost vertreten, das Unternehmen plant die Errichtung einer eigenen Containerumschlagbrücke.

DeltaPort und die Stadt Wesel sind überzeugt, dass die nun baurechtlich erschlossenen Flächen von rund 33 ha aufgrund der enormen Grundstücksnachfrage an der Rheinschiene schnell vermarktet werden. Die ersten Verhandlungsverfahren u.a. mit Unternehmen aus der Lebensmittel- und Konsumgutbranche seien bereits angelaufen, so der Betreiber.

»Bei der Auswahl der potenziellen Kunden steht die Nachhaltigkeit im Fokus«, betont DeltaPort-Geschäftsführer Andreas Stolte. Die aktuelle politische Klimadebatte zeige, dass die Verbesserung der CO2-Bilanz ein wichtiger Schritt in eine sauberere Zukunft sei.

DeltaPort wirbt daher bei Unternehmen und Bevölkerung Projekte zur Hebung von Verkehrsverlagerungspotenzialen von der Straße auf umweltfreundlichere Verkehrsträger wie Wasser und Schiene, zu unterstützen.

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