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Der Tanker »Ascona« hat einen Cummins QSK-38-Dieselmotor plus eine Abgasnachbehandlung von Fischer an Bord. Die Kombination wirkt schon heute so sauber wie ein EU-Stufe-V-Schiffsantrieb

Vor über einem Jahr wurden auf dem Tanker »Ascona« der Tankschifffahrt Horst Herweck aus Kehl ein Abgasnachbehandlungssystem des Emsdettener Unternehmens Fischer Abgastechnik hinter einem QSK-38-Motor von Cummins mit 940 kW verbaut. Dem Eigner war es wichtig, dass er mit seinem Schiff die ab 2020 für Neumotoren gültigen Emissionsgrenzwerte unterschreitet. So gilt er als einer der ersten, der seinen Auftraggebern ein »sauberes« Schiff zur Verfügung stellen kann. Neben dem aktiven Umweltschutz sei dies natürlich ein schöner Nebeneffekt.

Dank der Kombination aus dem bekannten Fischer-LT-Rußpartikelfiltern mit Dieseloxidationskatalysatoren und der Fischer SCR-Smartline, werden die Grenzwerte der EU-Stufe V deutlich unterschritten, sagt der Abgasspezialist. Da das 1.862t fassende Tankschiff – Typ N geschlossen – von nur einer Hauptmaschine angetrieben wird, ist die Abgasanlage mit einem aktiven HeliosFFB-Vollstrombrenner für die Regenerationsunterstützung und einem automatisch arbeitendem Bypass ausgestattet. Horst Herweck ist es wichtig, nicht nur ein emissionsarmes, sondern auch ein leises Schiff zu betreiben. Aus diesem Grund sind zusätzlich neue Abgasschalldämpfer mit Funkenfänger installiert worden.

Flache Bauform ausgewählt

All diese Technik musste nun auf der »Ascona« untergebracht werden. Da die Emsdettener auf Sonderlösungen spezialisiert sind, fand man schnell eine Lösung. Um die Servicefreundlichkeit und den Platz im Maschinenraum beizubehalten, entschieden sich die Ingenieure von Fischer Abgastechnik den Raum des alten Schalldämpfers für die Brennkammer und Dieseloxidationskatalysatoren zu nutzen. Die Platzierung von Rußfilter, Ureaeindüsstrecke, SCR-Katalysatoren und Schalldämpfer wurde auf Grund einer Idee Herwecks auf der Achterroof vorgenommen.

Um die Brückendurchfahrtshöhen zu unterschreiten, entschied man sich für eine besonders flache Bauform, die anschließend isoliert und mit einer Edelstahlbehausung ausgestattet wurde. Das nahm der Schiffseigner zum Anlass, auch die Schalldämpfer von Ladelöschpumpen- und Bordnetzgenerator dort aufzubauen. So hat er unter Deck mehr Platz und gleichzeitig zwei Wärmequellen weniger.

Mittlerweile ist die »Ascona« seit über einem Jahr mit der Abgasnachbehandlungsanlage erfolgreich auf den Flüssen und Kanälen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden im Einsatz.

Dieses Projekt zeigt einmal mehr sehr wirkungsvoll, dass man auch größere CCR II-Binnenschiffsdiesel mit Abgasnachbehandlungstechnologien nachrüsten und gleichzeitig die Binnenschifffahrt grüner machen kann.

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