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Gegenwärtig werden auf der norwegischen Werft GS Marine Production eine Hybridfähre und eine hybridfähige Einheit gebaut. Die Schiffe erhalten Antriebe von Volvo Penta

Der Schiffbaubetrieb GS Marine arbeitet derzeit an einem neuen Fährschiff für Standfaraskip Landsins mit Sitz auf den Faröer Inseln. Der Neubau kann bis zu 20kn schnell fahren und wird mit zwei D13-Motoren von Volvo Penta angetrieben, die laut dem Hersteller IMO III konform sind. Sie haben eine Leistung von je 515 kW bei 2.250 U/min und sind mit einem Hybridsteuerungssystem von Brunvoll gekoppelt. Somit kann das Schiff sowohl mit den Motoren als auch elektrisch, oder mit beiden zusammen betrieben werden.

Die Fähre wird hingegen nicht mit Diesel­aggregaten ausgestattet, da die Motoren über den mit dem Getriebe verbundenen Elektromotor als Generator fungieren. Das bedeutet, dass sie die gesamte Energie an Bord liefern, inklusive der Anschlussmöglichkeit im Hafen. Die Fähre, die nahezu emissionsfrei auf See fährt, ergänzt die Hybrid-Flotte von Strandfaraskip.

Im April 2019 hatte GS Marine bereits die erste von zwei Hydrid- und hybridfähige Fähren an den norwegischen Betreiber Norled abgeliefert. Das Schiff hat den Namen »Fjordled«. Nach Unterzeichnung eines 10-Jahres-Vertrags zum Betrieb der Haugesund-Røvær-Feøy-Route investierte Norled in diese neue Technologie .

Die Fähre sei das erste Hybridschiff, was in Norwegen eingesetzt werde, heißt es. Ihr folgte ihre Schwester »Fjordöy«, die kürzlich abgeliefert worden war.

Motor und SCR-System

Angetrieben wird das Duo von je zwei D13-MH-Motoren von Volvo Penta mit einer Leistung von jeweils 441 kW bei 1.900 U/min. Auch diese Antriebe erfüllen nach Herstellerangaben die Emissions­vorschriften der Tier-III-Anforderungen.

Möglich wird dies durch den Motor in Kombination mit dem SCR-System. Darüber hinaus verfügen die Schiffe über je zwei Elektromotoren mit einer Leistung von jeweils 85 kW bei 2.100 U/min, die direkt die direkt ans Getriebe montiert sind. Das Batteriepaket besteht aus drei Strängen mit insgesamt 140 kWh Kapazität, von denen 110 kWh genutzt werden können). Dadurch kann auf Standardgeneratoren zur Bereitstellung von elektrischer Energie verzichtet werden, was eine unterbrechungsfreie Stromversorgung der elektrischen und elektronischen Systeme an Bord ermöglicht.

»Im Betteriebetrieb erreichen die Schiffe eine Geschwindigkeit von 11kn, in Hafenbereichen sind nur 6-7kn erforderlich«, sagt Ingebjørn Aasheim, Schiffbauingenieur bei GS Marine. Im Batteriebetrieb seien die Neubauten ­nahezu geräuschlos. Zu etwa 30% seien die Fähren im Hafenbereich unterwegs. Der Elektroantrieb sorgt nach Angaben Volvo Pentas für ein besseres Lastprofil der Motoren, was mit der Zeit zu weniger Wartung führen soll.

Die Neubauten würden 80% weniger NOx ausstoßen als die Einheiten, die gegenwärtig auf dieser Route eingesetzt werden. »Außerdem können die Volvo-Penta-Motoren sowohl mit HVO-Kraftstoff als auch mit Diesel betrieben werden, erläutert Richard Johansson, Area Sales Manager bei Volvo Penta. »Wenn man die SCR-Technologie mit HVO-Kraftstoff kombiniert, reduziere man nicht nur NOx, sondern auch in erheblichen Maße den CO2-Ausstoß, ergänzt er.

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