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Im Jahr 2019 sind insgesamt 83.476.501 t Güter auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) transportiert worden – 4,59 % weniger als im Vorjahr (87.489.053 t).

Insgesamt haben den NOK im vergangenen Jahr 28.797 Schiffe befahren. Das sind pro Tag durchschnittlich 78 Schiffe. 2018 waren es 30.009 Schiffe. Gleichbleibend ist die Zahl der Sportboote mit rund 12.000.

Bei den Verkehrszahlen des Jahres 2019 spielen nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) unterschiedliche Faktoren eine Rolle. So fiel beispielsweise die konjunkturelle Entwicklung im Ostseeraum mit Wachstumsraten beim Brutto-Inlandsprodukt von überwiegend 1 bis 2 % schwächer aus als in den Vorjahren. Die für die Routenwahl der NOK-Schiffe wichtigen Faktoren wie niedrige Bunkerpreise und Frachtraten im Nord-Ostseeverkehr begünstigten die Fahrt um Skagen.

Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS): »Wir investieren in die Leistungsfähigkeit dieser bedeutenden internationalen Wasserstraße und rüsten den Kanal für die Zukunft. Die ausgebaute Oststrecke vor Kiel wird der Schifffahrt deut-liche Vorteile bringen. Die wichtigen Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des Kanals setzen wir auch in den kommenden Jahren konsequent fort.«

Im Durchgangsverkehr wurden auf 20.069 Schiffen (2018: 20.882) 76.810.252 t (2018: 80.857.875) Ladung transportiert. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 813 Schiffe weniger und 4.047.623 t Ladung weniger. Die BRZ lag 2019 bei 115.852.121 (2018:121.101.568).

Teilstreckenverkehr zu Kanalhäfen legt zu

Im Teilstreckenverkehr, dem Schiffsverkehr zu den Häfen innerhalb des NOK, waren 8.728 Einheiten unterwegs (2018: 9.127), die 6.666.249 t Ladung beförderten (2018: 6.631.178). Das sind 35.071 t Ladung mehr als im vergangen Jahr. Die BRZ lag bei 11.762.982 (BRZ 2018: 11.588.478).

Dies belege erneut die große wirtschaftliche Bedeutung der Kanalhäfen in Schleswig-Holstein und zeige den Trend auf, größere Schiffseinheiten auch im Verkehr zu diesen Häfen einzusetzen, heißt es.

In Folge des Russland-Embargos sei der Schiffsverkehr von und zu den russischen Häfen weiterhin rückläufig, meldet die Behörde. 2019 lag die Anzahl der Schiffe von und nach Russland bei 2.200. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 3,64 % weniger. Wurden 2018 im Russlandverkehr noch rund 12,8 Mio. t transportiert, waren es 2019 rund 12,2 Mio. t.

Investitionsmaßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal

Der Auftrag für den Ausbau des ersten Abschnitts der Oststrecke des NOK wurde erteilt. Das ist der rund 4 km lange Bereich zwischen Großkönigsförde und Schinkel. Mit den ersten Rodungen wurde Anfang Januar begonnen. Das Auftragsvolumen für diesen Bereich liegt bei rund 120 Mio. €. Für die Gesamtmaßnahme wurden im Bundeshaushalt rund 500 Mio. € veranschlagt.

Bezüglich der Schleusenanlage Brunsbüttel (Neubau der fünften Schleusenkammer) hat sich die GDWS mit den Baufirmen auf einen neuen Zeitplan geeinigt. Danach kann die fünfte Schleusenkammer Ende 2026 für den Schiffsverkehr freigegeben werden. Auf dieses Datum haben sich alle Partner verständigt. Die Gesamtprojektkosten liegen nach WSV-Angaben unverändert bei rund 830 Mio. €.

Der Ersatz der beiden kleinen Schleusenkammern in Kiel-Holtenau ist erforderlich, um den Verkehr während der anschließenden Sanierung der beiden großen Schleusenkammern zu bewältigen. Die Bauwerke werden so konzipiert, dass sie entsprechend den neuesten Erkenntnissen zum Meeresspiegelanstieg auf die zu erwartenden höheren Wasserstände ausgelegt sind und ggf. auch noch an darüber hinaus gehende Wasserspiegelanstiege angepasst werden können. Für die Maßnahme ist ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Der Antrag auf Planfeststellung erfolgte im Juli 2019, die Einwendungsfrist ist Ende Oktober 2019 abgelaufen. Der Erörterungstermin wird voraussichtlich im ersten Quartal 2020 stattfinden. Die Gesamtkosten betragen voraussichtlich rund 315 Mio. €.

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