Moselabgaben sind ein Standortnachteil

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Seit Anfang 2020 ist Jürgen Helten Geschäftsführer von Luxport. Der 57-jährige Manager ist schon lange in der Logistik tätig.

Herr Helten, was war die Verlockung für Sie, diese Herausforderung anzutreten?

Jügen Helten: Ich kenne das Unternehmen seit über 30 Jahren, sowohl geschäftlich als durch private Kontakte zur früheren Leitung. Mitte letzten Jahres gab es eine Frage zur Nachfolge von Herrn Odefrey an mich. Und da ich die Region durch meine frühere Tätigkeiten, unter anderem bei der Dillinger Hütte, kenne, war es für mich naheliegend, Ja zu sagen.

Wie waren die ersten Wochen?

Helten: Oh, arbeitsreich. Ich bin allerdings schon seit Juli temporär als Berater hier gewesen, auch, um einen glatten Übergang zu bekommen. Daher waren die Aufgaben nicht so gänzlich unbekannt, die ich nun offiziell seit dem 1. Januar wahrnehme. Aber es gibt schon eine Menge zu tun.

Der Hafen liegt derzeit bei 80 Mio. € Umsatz. Wann streben Sie ein dreistelliges Resultat an?

Helten (lacht): So schnell wie möglich. Aber im Ernst, das ist nicht so ganz einfach. Die Region ist in den letzten Jahren industriell gebeutelt worden. Kohle und Stahl fallen weg, da ist es auch im globalen Kontext nicht einfach, den Umsatz zu steigern. Also brauchen wir neue Ladungen, die hier hinein passen. Massengut werden wir, auch lagermäßig, nicht wieder bekommen. Mit anderen Ideen sind wir auf dem richtigen Weg. Walzdraht oder Roheisen sind da die Themen, an denen wir arbeiten, allerdings langfristig.

Im Hafen selbst Wachstum zu generieren, ist schwierig. Da sehe ich bei Containerverkehren aber großes Potenzial. Wir haben ja zwei Linien mit Antwerpen und Metz, und unsere Zuganbindungen werden wir wohl verstärken.

Sie haben also eine Menge vor?

Helten: Wir werden die Vorarbeiten, die wir schon ganz erfolgreich machen, weiter ausbauen. Mehr Lackierungen, von Stahlbehältern bis Spundwänden, werden wir verstärkt angehen. Und definitiv werden wir, das ist gerade frisch beschlossen worden, unsere Containerverkehre neu aufstellen. Unter dem Begriff »Mosel-Container-Linie« werden wir die Aktivitäten zusammenfassen und bündeln. Das wird in naher Zukunft präzisiert.

Der Hafen arbeitet ja trimodal, welchen Stellenwert hat bei all Ihren Aktivitäten die Binnenschifffahrt?

Helten: Wir werden versuchen, das auszuweiten, uns dabei aber nicht allein auf den Hafen konzentrieren. Derzeit haben wir zwei Containerschiffe in Charter. Vielleicht können wir auf ähnlicher Basis unsere Aktivitäten auch auf Breakbulk ausdehnen.

Für die Mosel sind noch immer Abgaben zu zahlen – wie sehr behindert Sie das?

Helten: Die Moselabgaben sind in der Tat eine Wettbewerbsverzerrung und ein Standortnachteil. Deswegen müssen wir weiter trommeln, damit die Abschaffung der Abgaben zügig erfolgt. Die Wirtschaft in der Region unterstützt uns dabei wie auch die Moselkommission. Luxemburg profitiert nicht von den Abgaben, die Widerstände liegen also wohl in Frankreich.

Wie sehen die Kontakte zu den Nachbarhäfen aus?

Helten: Mit Metz haben wir eine gute Zusammenarbeit, da haben wir auch ein eigenes Terminal. Mit Trier arbeiten wir nicht zusammen, das hat wahrscheinlich historische Gründe.

Herr Helten, vielen Dank für das Gespräch!


Interview: Hermann Garrelmann

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