Print Friendly, PDF & Email

Die Bank für Schiffahrt (BfS) hat ihr Kreditportfolio im vergangenen Jahr auf 290 Mio. € weiter ausgebaut. Das sind 38 Mio. € mehr als im Vorjahr. Auch für 2020 wird mit einem moderaten Wachstum gerechnet

Für die Ostfriesische Volksbank (OVB) und die Bank für Schiffahrt (BfS) blicken auf ein überaus erfolgreiches Jubiläum 2019 zurück. Im 150. Jahr ihres Bestehens sorgten sowohl die See- als auch die Binnenschifffahrt für ein Plus bei der Kreditvergabe und beim Portfolio-Zuwachs. »Wir sind damit deutlich über Plan gewachsen«, sagt OVB-Vorstandschef Holger Franz.

Allein in der Finanzierung von Binnenschiffen lag der Anstieg bei etwa 38 Mio. € (+15,1%) gegenüber dem Vorjahr, als das Kreditvolumen noch mit 252 Mio. € angegeben worden waren. Dazu kamen weitere 60 Mio. € (+28%) an Konsortialgeschäft mit anderen Banken, in Fällen, in denen sich die BfS das Kreditvolumen mit Partnern teilt. Nicht eingerechnet sind darin Unternehmensfinanzierungen (corporate finance). Geplant war ein Plus von 7%, »da liegen wir also deutlich besser.« Rund 400 Schiffe seien es jetzt im Portfolio.

Tankernachfrage ebbt ab

Im laufenden Jahr 2020 rechnet die Bank eher mit einer »Seitwärtsbewegung«. Denn die Auftragswelle für Tanker, die gut die Hälfte des Portfolios bei der BfS ausmachen, habe im vergangenen Jahr noch angehalten, sei aber nun beendet. Außerdem sei mit einer hohen Tilgungsrate aus den Geschäften der vergangenen Jahre zu rechnen. »Ein zweistelliges Plus wird es 2020 daher kaum geben«, sagt Vorstandschef Franz.

Ein kleines Wachstum von etwa 5% aber ist dennoch geplant. Die Tanker-Finanzierungen könnten zum Teil durch eine steigende Nachfrage nach Trockenfracht-Schiffen ausgeglichen werden. »Da beobachten wir einen erfreulich anziehenden Markt und ein wachsendes Portfolio«, sagt der OVB-Vorstandschef. Vor allem gebe es bei der Bank eine »ordentliche« Erlössituation, sprich Gewinne.

Der Kreditbestand des Gesamtbank stieg auf 1,8 Mrd. € (+9,2%). Insgesamt 3.905 neue Finanzierungen mit einem Volumen von rund 623,6 Mio. € wurden abgeschlossen. Gleichzeitig ist das Einlagenvolumen um 9,8% auf mehr als 1,4 Mrd. € gestiegen. Damit liegt die Bilanzsumme nun bei knapp 2,4 Mrd. € (+9,7%). Der Gewinn erreichte 38 Mio. € , das sei deutlich oberhalb des Branchendurchschnitts.

Das gilt auch in der Finanzierung von Seeschiffen. Während viele Banken auf dem Rückzug sind, baut die OVB ihr Portfolio weiter. Auf knapp 720 Mio. € ist das Kreditvolumen im vergangenen Jahr angewachsen (2018: 600 Mio. €). Das eigene Portfolio liegt bei 360 Mio. €. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 17%. Im Konsortialgeschäft mit einem vergleichbar großen Volumen lag das Plus sogar bei 27%. 2017 waren es noch 255 Mio. €.

Bank sieht noch Spielraum

Auch künftig soll das Portfolio weiter wachsen. Am mittelfristigen Ziel, insgesamt 0,5 Mrd. € in die eigenen Bücher zu nehmen und ebenso viel über Partner zu finanzieren, werde festgehalten, so Franz. »Wir haben da noch Spielraum«, so Franz.

Vorwiegend sei Secondhand-Tonnage finanziert worden, dazu kamen einige wenige Neubauten. Die in Leer beheimatete Volksbank finanziert vorwiegend mittelständische Kunden in der Region, seit der Übernahme der Volksbank Kehdingen auch im Alten Land. Im Schiffskreditportfolio sind traditionell MPP- und General Cargo-Schiffe stark vertreten, dazu Container-Feederschiffe und vereinzelt Tanker und andere Typen. Insgesamt sind es derzeit rund 280 Einheiten, heißt es.

Teilen