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Lange war die Schifffahrt auf der Elbe aufgrund von niedrigen Wasserständen kaum oder gar nicht möglich. Nun entspannt sich die Lage. Die günstige Situation wurde genutzt, um den nächsten Kasko von Tschechien in die Niederlande zu verschiffen.

Seit Anfang letzter Woche konnte nach zwei Lieferungen aus Lovosice nun auch ein dritter Schiffsneubau von der tschechischen Werft Decin-Kresice ausgeliefert werden. Dabei handelt es sich um einen 110 m langen Kasko. Am Wochenende kam der Verband aus dem Schiffskörper und zwei Schubschiffen in Hamburg an. Anschließend ging es weiter über See zu einer niederländsichen Werft.

Parallel laufen Projektladungen ebenfalls auf der Elbe aus den Häfen Dresden, Aken und Magdeburg. Vor dem Hintergrund der Einschränkungen durch die Corona-Krise würden aber auch wieder verstärkt Massengüter von tschechischen Produzenten per Schiff in sächsische und Sachsen-Anhalter Häfen transportiert, so Hafen Hamburg Marketing (HHM). Damit könnten die langen Grenzwartezeiten von Lkw kompensiert werden.

»Für unsere tschechischen Kunden ist die Elbe ein wichtiger Verkehrsweg«, betont Vladimir Dobos, Repräsentant von HHM in Prag, und merkt an, dass die Elbe der einzige Wasserweg der Tschechischen Republik zu Seehäfen sei und daher dringend ertüchtigt werden müsse. Es könne nicht sein, dass Anlagenhersteller große Teile des Jahres auf Wasser hoffen müssten, um ihren Lieferverpflichtungen nachzukommen.

»Es wird zu schnell geklagt«

Stefan Kunze, Vorsitzender der Elbe Allianz, ergänzt, dass das bereits 2017 beschlossene Gesamtkonzept Elbe dringend umgesetzt werden müsse. »Mit Sorge sehen wir allerdings, dass gegen nahezu alle Wasserbauprojekte sofort aus so genannten ökologischen Gründen Einspruch erhoben wird, ohne Vor- und Nachteile gründlich abzuwägen.« Ein Beispiel dafür sei ein gemeinsames Schreiben von Umweltorganisationen an die Europäische Union, in dem die Einstellung von Projektstudien zum Elbe-Oder-Donau-Kanal gefordert werde, so Kunze.

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