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Die für die wassertouristische Nutzung bedeutsame Stadtschleuse Kassel wird neu gebaut. Der Bund unterstützt das Projekt, knüpft das allerdings an eine Bedingung.

Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), und der Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Christian Geselle, haben die Grundlagen für einen nutzergerechten Ersatz der Stadtschleuse Kassel geschaffen. Das Bauwerk wurde der Stadt jetzt für 1 € symbolisch verkauft. Eine Finanzierungsvereinbarung regelt die Beteiligung des Bundes an einem Schleusenneubau.

Bund trägt 50 % der Kosten

Der Bund hat sich auf die Fahne geschrieben, den Wassertourismus an Nebenwasserstraßen stärker zu fördern. Ein Beispiel ist die Schleuse Kassel, denn hier sei die wassertouristische Nutzung von großem Interesse – sowohl für die Stadt als auch für die Region. Unter der Voraussetzung, dass die Stadt die Schleuse in ihr Eigentum übernehme, könne sich der Bund an den Kosten für den Ersatz der Schleuse beteiligen, heißt es.

Bereits Ende 2018 hatten der Bund, das Land Hessen und die Stadt Kassel in einer Absichtserklärung zugesichert, dieses Projekt gemeinsam zu verfolgen. Die Stadt Kassel und das Land Hessen werden jeweils ein Viertel der erforderlichen Investitionen übernehmen, den Rest trägt der Bund.

Der bauliche Zustand der Schleuse Kassel hatte sich in der Vergangenheit soweit verschlechtert, dass 2016 der Betrieb aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres eingestellt wurde.

»Es war unser gemeinsames Ziel, für Kassel weiterhin eine optimale wassertouristische Nutzung im Bereich der Schlagd und auf der Fulda zu ermöglichen. Ich freue mich sehr, dass dies jetzt gelungen ist«, so Witte. Die vertraglichen Voraussetzungen seien geschaffen, der Weg sei geebnet. Die Übernahme der Hälfte der Planungs- und Baukosten durch den Bund sichere die konsequente Umsetzung des Projekts.

»Mit der Grundstücksübertragung haben wir einen historischen Meilenstein erreicht. Nach fast 70 Jahren ist die Schleuse nun wieder im städtischen Eigentum. Wir sind dem Ziel, die Stadtschleuse schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen und Schifffahrt, Wassersport und Tourismus auf der Fulda in Zukunft wieder zu ermöglichen, einen großen Schritt näher gekommen«, sagt Kassels Oberbürgermeister.

Planung und Bau durch städtischen Eigenbetrieb

Planung und Bau der neuen Schleuse liegen in der Federführung des städtischen Eigenbetriebs Kasselwasser. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Weser, Hann. Münden berät die Planenden aufgrund seiner Revierkenntnisse aber auch wegen des unmittelbar benachbarten Fuldawehrs, das im Eigentum des Bundes bleiben wird.

Die Stadt Kassel beabsichtigt, den Neubau der Stadtschleuse im Jahr 2023 abzuschließen.