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Die Konstruktion der Schienenverbindung Theemsweg-Trasse in Rotterdam schreitet voran. Am Pfingstwochenende steht die Platzierung der nächsten Stahlbogenbrücke an.

Durch die Theemsweg-Trasse soll die Problematik an der Caland-Brücke bei Rozenburg gelöst werden. Diese Stahlhubbrücke für den Bahn- und Straßenverkehr im Rotterdamer Hafengebiet ist das Bindeglied in der Betuweroute zum europäischen Hinterland. Für die Seeschifffahrt ist die Hubbrücke die Zufahrt zum Brittanniëhaven. Weil sie jedoch zunehmend ein Hindernis für die Schifffahrt darstellt, soll sie in den kommenden Jahren ersetzt werden.

»Aufgrund der Zunahme des Bahnverkehrs und des Seeschifffahrtsverkehrs von und zum Brittanniëhaven prognostiziert der Hafenbetrieb einen Kapazitätsengpass für den Bahnverkehr. Durch die Anlegung der Theemsweg-Trasse wird dieser Engpass behoben«, so Ronald Paul, COO des Hafenbetriebs.

Nach der Platzierung der Brücke über die Rozenburg-Schleuse (Rozenburgsesluis) Anfang April erhält jetzt auch die zweite Stahlbogenbrücke der Theemsweg-Trasse ihren definitiven Standort. Das soll während des Pfingstwochenendes realisiert werden. Diese Operation sei jedoch die kompliziertere von beiden, so der Hafenbetrieb Rotterdam.

Die Brücke mit einem Gesamtgewicht von 4.100 t (nur die Stahlkonstruktion) und Abmessungen von 269 x 13,7 x 28 m (LxBxH) wird sowohl über der N15 als auch über dem Thomassentunnel hängen. Die Brücke soll am Samstag, dem 30. Mai, gegen 13 Uhr ihre ersten Meter zurücklegen. Die Operation werde bis in die Nacht hinein dauern, heißt es. Auto-, Moped- und Radfahrer sowie Busse werden währenddessen umgeleitet. Die Caland-Brücke und die Umgebung sind für die Öffentlichkeit gesperrt. Gleiches gilt für verschiedene Straßen in der Umgebung. Damit Kontrollmessungen im Thomassen-Tunnel durchgeführt werden können, der unter dem Calandkanal verläuft, wird auch dieser teilweise gesperrt.

Alles sei darauf ausgerichtet, die Operation sicher und erfolgreich verlaufen zu lassen und das Gebiet schnell wieder für den Verkehr zu öffnen, heißt es. Die Empfehlung lautet, das Gebiet, sofern möglich während der gesamten Operation zu meiden.

Funktion der Theemsweg-Trasse

Gute Erreichbarkeit und eine gute Verbindung zum Hinterland sind für den Hafen von Rotterdam von großer Bedeutung. Das gilt sowohl für die Schiene als auch zu Wasser. Aus diesem Grund investiert der Hafenbetrieb Rotterdam in die Theemsweg-Trasse, zusammen mit dem niederländischen Staat und der Europäischen Union. Der Hafenbetrieb Rotterdam koordiniert und realisiert das 300 Mio. € teure Projekt in Zusammenarbeit mit ProRail und dem niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft.

SaVe, ein Konsortium der Bauunternehmen Besix, Dura Vermeer, Mobilis, Hollandia en Iemants, baut im Auftrag des Hafenbetriebs Rotterdam den Unterbau der Theemsweg-Trasse, einer gut 4 km langen Strecke aus einer Betonunterführung und zwei Stahlbogenbrücken.