10 Mio. € für eine moderne Fernsteuerung

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Mit dem ersten Rammschlag haben die Arbeiten an einer neuen Leitzentrale in Berlin begonnen. Künftig sollen neun Mitarbeiter 28 Anlagen aus der Ferne steuern können

Die Wasserstraßen- und Schifffahrts­verwaltung (WSV) hat ein bundesweites Modernisierungsprogramm zur Automatisierung ihrer wasserbaulichen Anlagen aufgelegt. Ziel ist es, eine Fernsteuerung von wenigen großen Leitzentralen aus zu ermöglichen. In Berlin-Grünau entsteht die derzeit modernste und erste klimaneutrale Leitzentrale der WSV.

Nach Angaben des zuständigen Leiters des Wasserstraßen-Neubauamtes (WNA), Rolf Dietrich, liegt das Investitionsvolumen bei rund 10Mio. € über die kommenden drei Jahre. Auftragnehmer ist die Johann Bunte Bauunternehmung – ein langjährig erfahrener, kompetenter und leistungsfähiger Partner bei der Ausführung solcher Bauleistungen.

Auch bei dieser Vergabe habe der technische Wert des Angebotes über den Zuschlag entschieden, berichtet Dietrich. »Eine gute Arbeitsvorbereitung, ein hoher Anteil an Eigenleistung, die Einbindung zuverlässiger Nachauftragnehmer und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber lassen eine qualitäts-, budget- und termingerechte Bauausführung erwarten.« Gleichzeitig mit der vorgezogenen Erneuerung der Ufereinfassung auf 100m Länge würden weitere bauvorbereitende Maßnahmen wie die Kampfmittelräumung, Leitungsumverlegungen und Umbauten an den Betriebsflächen des Bauhofes in Berlin-Grünau erledigt.

Die Leitzentrale werde den aktuellsten technischen und arbeitsmedizinischen Vorgaben genügen und ist auf die Zertifizierung für das Prädikat »Silber« des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesbauministeriums ausgelegt. In dem Neubau entstünden neun neue Arbeitsplätze.

Von der neuen Leitzentrale aus sollen künftig mindestens 38 wasserbauliche Anlagen fernbedient beziehungsweise anlagentechnisch fernüberwacht werden, darunter zwölf Schleusen mit 14 Schleusenkammern und eine Klappbrücke in Fernwartung sowie 16 Wehre, fünf Selbstbedienungsschleusen, drei Klappbrücken und zwei Pumpwerke in Halb- beziehungsweise Vollautomatik.

Mit Inbetriebnahme der neuen Anlage können die bereits dafür vorgesehenen Schleusen Charlottenburg, Plötzensee, Wernsdorf und Kersdorf sowie Kleinmachnow (Nord- und Südkammer) von Grünau aus bedient werden. Der Umbau der Schleuse Spandau werde derzeit im WNA Berlin vorbereitet. Weitere Anlagen kämen später dazu, heißt es.


Christian Knoll

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