Raus aus dem Krisenmodus

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Auf den Flüssen sind wieder Flusskreuzer und Fahrgastschiffe zu sehen. Es sind die ersten, noch zaghaften Versuche, nach einer langen Zwangspause und einer bislang ausgefallenen Saison zu einer gewissen Normalität zurückzukehren. Der nahezu flächendeckend ausgerufene Ausnahmezustand mit Lockdown und Home Office ist (vorerst) beendet.

Ist die Krise damit vorbei? Vermutlich nicht, noch lange nicht. Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, wie sich die Pandemie weiter entwickelt, ob noch eine zweite oder sogar eine dritte Welle droht. Insofern ist diese Corona­krise nicht ausgestanden, die heute schon eine weitaus schlimmere ist als jene nach der Lehman-Pleite von 2008.

Deutschlands Krisenmanagement gilt weltweit als vorbildlich, sowohl in Bezug auf die Eindämmung der Infektionen als auch auf staatliche Hilfsprogramme. Eine Summe von rund einer halbe Billion Euro, die der Bund zur Verfügung gestellt hat, ist bislang beispiellos. Aber wird das reichen? Das hängt davon ab, wie lange und wie schwer diese Krise anhalten wird. Viele hätten jetzt gern die berühmte Glaskugel für einen Blick in die Zukunft. Ohne sie bleiben alle Vorhersagen spekulativ, paart sich kaum belastbares Wissen mit der Hoffnung auf ein baldiges Verschwinden des Covid-19-

Virus.

Was bleibt also darüber hinaus? Das Land – Politik, Wirtschaft und jeder Einzelne – muss wohl oder übel, irgendwann und irgendwie aus dem Krisenmodus kommen. Die Welt, wie wir alle sie kannten, mit all den über Jahrzehnte vertraut gewordenen Gewohnheiten, Regularien und vermeintlichen Gesetzmäßigkeiten, ist vielleicht für immer verloren. Es kommt jetzt darauf an, nicht nur die akute (finanzielle) Not zu meistern, sondern den Blick wieder nach vorn zu richten.

Es gilt, einen womöglich unabwendbaren Wandel nicht nur zu bewältigen, sondern auch aktiv und mutig zu gestalten. Dazu gehören nach den absolut notwendigen Krisenhilfen demnächst auch strategische Konzepte, wie Investitionen des Staates ebenso wie die der Unternehmen zukunftsfähig und nachhaltig eingesetzt werden und wie aus dieser in jeder Hinsicht verheerenden Krise auch Chancen genutzt werden können.

Der Klimaschutz steht dabei ebenso auf der Agenda wie die Digitalisierung, nachhaltiges Wirtschaften genau so wie ein Neudenken vieler Produktions- und Logistikprozesse oder die Veränderung der Arbeitswelt. Dieser Weg wird kein einfacher sein, und er bleibt überschattet von vielen Unwägbarkeiten. Doch er ist alternativlos.

Viel Spaß beim Lesen wünscht


Krischan Förster

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