C-Port wird zur Innovationsplattform

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Der c-Port am Küstenkanal entwickelt sich immer mehr zu einer Hochburg für innovative Technologien. Dort sollen eine Biomethananlage, eine Transformationsanlage und eine Pilotanlage für Aktiv- und Pflanzenkohle entstehen

Bei der geplanten Biomethananlage und der Transformationsanlage für Schweinegülle in dem Industrie- und Gewerbegebiet am Küstenkanal können die Akteure auf die Unterstützung der niedersächsischen Landesregierung zählen. Der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) befürwortet die Umsetzung beider Projekte im Landkreis Cloppenburg. »Das, was dort geplant ist, sind zukunftweisende Technologien, die optimal in die gesamte LNG-Strategie des Landes Niedersachsens passen. Sie bieten neue Lösungen für Herausforderungen in der Landwirtschaft und wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeiten für neue klimaschonende Kraftstoffe, so Althusmann.

Die Vorhaben der Investoren revis bioenergy und Kaskum wurden jedoch zuletzt von einigen Bürgern kritisch gesehen. Althusmann informierte sich daher gründlich über das Vorhaben und die Technologieverfahren. Sein Fazit: »Mit den geplanten neuen Technologien ist das möglich, was Politik und Bürger wollen: weniger Belastungen des Grundwassers in der Region und grüne, ökologische Kraftstoffe, die fast keinen Feinstaub verursachen und CO2-neutral sind.«

Althusmann betonte, dass die geplanten Vorhaben zeigten, dass die Schaffung eines Industriegebiets mit Binnenhafen am Küstenkanal vor vielen Jahren der richtige Schritt gewesen sei. Er sei sicher, dass auch der durch den Bund geplante Ausbau des Küstenkanals weitere Ansiedlungen nach sich ziehen werde. »Als Landesregierung und ich als Minister werden sie dabei weiterhin sehr aktiv unterstützen.«

Althusmann hofft, dass in den kommenden Monaten die intensiven Prüfungen aller Details und Projektbestandteile der Investoren durch behördliche Fachleute und Gutachter die Voraussetzungen schaffen würden, damit die Anlagen dann gebaut und Produkte erzeugt werden könnten, die bundesweit eine Vorreiterrolle in der Energiewende einnähmen und Niedersachsen bestens zu Gesicht stünden.

Pilotanlage für Pflanzenkohle

Auch die Firma BioReformer aus Lähden im Emsland hat den c-Port für ein innovatives Projekt auserkoren. Das Unternehmen will dort eine Pilotanlage aufbauen, die Aktiv- und Pflanzenkohle aus organischen Substanzen produziert. Mit dieser Umwandlung sei auch eine Reduktion von CO2-Emissionen in großem Umfang verbunden, heißt es.

Wie BioReformer und c-Port mitteilen, ist bereits eine mobile Halle aufgestellt worden. Noch steht aber nicht fest, wann der Testbetrieb beginnen wird. Vorgesehen sei, zum Start etwa zwei Lkw-Ladungen organische Substanzen pro Woche zu verarbeiten. Dabei handelt es sich nach Angaben von BioReformer um zahlreiche Materialien vom Waldrestholz über Straßenbegleitgrün, Sägemehl, Späne, Einstreu, Kakaoschalen, Klärschlamm bis hin zu Altbrot und gebrauchter Aktivkohle.

»Wir freuen uns nun, dass wir bald unsere innovative Technik mit komplexen Trocknungsprozessen und gezielter Produktforschung am Küstenkanal ausprobieren zu können«, sagt Andreas Tiemann, einer der Geschäftsführer von BioReformer. In der mobilen Halle auf einer angemieteten Fläche würden aktuell Maschinen angeliefert und gelagert. Sobald dann grünes Licht vom Gewerbeaufsichtsamt in Oldenburg vorliege, wolle man die Anlage aufbauen und den Probebetrieb beginnen. Nach erfolgreichem Testbetrieb könne sich BioReformer perspektivisch vorstellen, ein Grundstück am c-Port zu kaufen. Es sei aber zu früh, derzeit in dieser Hinsicht die nächsten Schritte zu gehen.

Arno Djuren, Geschäftsführer des c-Port, würde sich freuen, wenn eine Ansiedlung des neuartigen Verfahrens am Küstenkanal erfolgen würde. Allerdings sei das im Moment noch Zukunftsmusik. »Wir haben das Interesse von BioReformer an einem Grundstück im Verbandsausschuss besprochen und einer Ansiedlung unter klar festgelegten Bedingungen zugestimmt. Wir werden sehen, was sich nach einem erfolgreichen Testbetrieb umsetzen lässt«, sagt Djuren.

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