Rotterdam plant autonome Transporte

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Auf der Container Exchange Route (CER) sollen künftig autonome Transportfahrzeuge rollen. Die Ausschreibung wurde jetzt gestartet. Für ein weiteres Großprojekt wurde unterdessen der nächste Meilenstein gesetzt

Bei der CER handelt es sich um eine interne Eisenbahnverbindung, an die sämtliche Containerterminals auf der Maasvlakte angeschlossen sind. Darüber soll künftig der Austausch der Boxen zwischen den Umschlageinrichtungen erfolgen. Auch leere Containerdepots, das Rijksinspectieterminal, Distributionszentren und andere Unternehmen sollen künftig Container über diese Strecke austauschen.

Die Idee: Zwischen den angeschlossenen Terminals auf der Maasvlakte sollen die Verkehrsmittel völlig autonom fahren. Sobald eines die CER verlässt und auf ein Terminalgelände gelangt, soll das Lenken von einem Fahrer übernommen oder die Fahrt autonom fortgesetzt werden. Das könnten die einzelnen Unternehmen zum Beispiel je nach Unternehmenskonzept entscheiden. Man habe diesen Ansatz gewählt, da hybrider autonomer Verkehr zu einem möglichst effizienten wechselseitigen Containertransport beitrage und Umschlagbetriebe zugleich Wahlfreiheit hinsichtlich der zeitlichen Planung der Transportart im eigenen Terminal böte, so der Hafenbetrieb Rotterdam. Operator für die CER soll das Tochterunternehmen PortShuttle werden, das damit für die Fahrtenplanung, Verwaltung und Rechnungsstellung zuständig wäre.

Nach der Veröffentlichung der Ausschreibung auf der Website Tenderned können Interessenten ihr Angebot dem Hafenbetrieb Rotterdam zur Beurteilung vorlegen. Möglichst im 1. Quartal 2021 will der Hafenbetrieb dann eine Auswahl treffen.

Die CER soll nach Angaben der Niederländer im 1. Quartal 2021 fertiggestellt sein und nach einer Erprobungsphase Ende des 4. Quartals 2021 kommerziell in Betrieb genommen werden.

Mit dem Austausch von Containern über die CER versprechen sich die Niederländer weniger Staus in der Umgebung der Terminals und geringere Kosten. Darüber hinaus soll dadurch die Geschwindigkeit erhöht werden. Außerdem soll die Verbindung den Verwaltungsaufwand, z. B. bei den Zolldokumenten reduzieren.

»Eine gut funktionierende CER mit einem konkurrenzfähigen Transportpreis ermöglicht eine effizientere Abfertigung von Containern; dies führt zu mehr Ladung für den Rotterdamer Hafen und somit zu einer größeren Zahl von Arbeitsplätzen an den Terminals«, so der Hafenbetrieb Rotterdam.

Bisher erfolgt der Austausch der Container zwischen den Terminals neben dem Lkw auch vorzugsweise per Binnenschiff.

Theemsweg-Trasse nimmt Form an

Seit einigen Jahren treiben die Rotterdamer auch den Gütertransport ins Hinterland per Eisenbahn voran. Vorbild ist der Hamburger Hafen, der sich als größter Eisenbahnhafen Europas seit Jahren einen Namen macht.

Kürzlich wurde in Rotterdam ein weiterer Meilenstein für die rund 4km lange Theemsweg-Trasse erreicht, durch die die Problematik an der Calandbrücke bei Rozenburg gelöst werden soll. Diese Stahlhubbrücke für den Bahn- und Straßenverkehr ist das Bindeglied in der Betuweroute zum europäischen Hinterland. Für die Seeschifffahrt ist die Hubbrücke die Zufahrt zum Brittanniëhaven. Weil sie jedoch zunehmend ein Hindernis für die Schifffahrt darstellt, soll sie in den kommenden Jahren ersetzt werden. Deshalb wird die Eisenbahnstrecke nun an der Calandbrücke vorbeigeführt. Auf die Autostraße, die über die Brücke führt, kann im Prinzip schon jetzt verzichtet werden, da der Tomassen-Tunnel genutzt werden kann.

Zwei Stahlbogenbrücken der Theemsweg-Trasse konnten in den vergangenen Wochen an ihre vorgesehenen Plätze positioniert werden – ein Meilenstein für das rund 300Mio. € teure Projekt, das der Hafenbetrieb Rotterdam koordiniert und realisiert in Zusammenarbeit mit ProRail und dem niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft realisiert. SaVe, ein Konsortium der Bauunternehmen Besix, Dura Vermeer, Mobilis, Hollandia en Iemants, baut im Auftrag des Hafenbetriebs den Unterbau der Trasse. »Aufgrund der Zunahme des Bahnverkehrs und des Seeschifffahrtverkehrs von und zum Brittanniëhaven prognostiziert der Hafenbetrieb einen Kapazitätsengpass für den Bahnverkehr. Durch die Anlegung der Theemsweg-Trasse wird dieser Engpass behoben«, so Ronald Paul, COO des Hafenbetriebs Rotterdam.

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