Erste Schritte zur CO2-Reduzierung

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Ein Konsortium aus belgischen und niederländischen Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die Schadstoffemissionen im North Sea Port deutlich zu senken

Das Konsortium mit dem Namen Smart Delta Resources (SDR) besteht aus dem Hafenverbund North Sea Port, den Unternehmen ArcelorMittal, Dow Benelux, PZEM, Yara und Zeeland Refinery sowie den Infrastrukturpartnern Gasunie und Fluxys. Sie wollen das anfallende CO2 auffangen und anschließend wiederverwenden oder unterirdisch lagern.

Die Abscheidung und Wiederverwendung oder Speicherung von CO2 (Carbon Capture & Utilisation/Storage, kurz CCUS) habe das Potenzial, die CO2-Emissionen im Gebiet des North Sea Ports um bis zu 30% jährlich zu reduzieren, heißt es. Das wären rund 6,5Mio.t CO2 pro Jahr.

Vor diesem Hintergrund hat das Konsortium das Projekt Carbon Connect Delta ins Leben gerufen, das nach einer Machbarkeitsstudie über CCUS im Jahr 2025 beginnen soll.

In der Studie sollen alle Aspekte von CCUS untersucht werden: die technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen, die erforderliche Infrastruktur für den Transport von CO2 per Pipeline oder Schiff, die Finanzierungsmöglichkeiten, die kommerzielle Durchführbarkeit und die Genehmigungsverfahren. Das Konsortium geht davon aus, dass die Machbarkeitsstudie bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird. Danach soll die Umsetzung vorbereitet werden.

Gemeinsam verfügen die Partner über ein breites Netzwerk und das erforderliche Wissen und Know-how, um das Projekt Carbon Connect Delta zum Erfolg zu führen. Da das Konsortium branchenübergreifend (Chemie, Petrochemie und Stahl) sowie mit den zuständigen Regierungsbehörden in beiden Ländern zusammenarbeite, würden einzigartige Synergien und Möglichkeiten für eine nachhaltige Wirtschaft entstehen, sind die Partner überzeugt.

Ziel des Konsortiums ist es nach eigenen Angaben, bereits 2023 1Mio.t CO2 jährlich abzufangen und bis 2030 auf 6,5Mio.t pro Jahr zu erhöhen, was einer der CO2-Emissionen in Höhe von 30% in der Region Scheldt-Delta entsprechen würde.

Dementsprechend soll das Projekt Carbon Connect Delta einen wichtigen Beitrag zu den Pariser Klimazielen und dem jüngeren europäischen Green Deal leisten. CCUS ist eines der Instrumente, die SDR nutzen will, um bis 2050 eine klimaneutrale Industrie in der Scheldt-Delta-Region zu erreichen.

Das Konsortium, unterstützt von Impuls Zeeland, der Provinz Zeeland und der Provinz Ostflandern, arbeitet auch an anderen Entwicklungspfaden, wie z.B. nachhaltiger Wasserstoff (Wasserstoff-Delta), Restwärme, Elektrifizierung und Recycling. SDR hat bereits Schritte unternommen, um die CO2-Emissionen erheblich zu reduzieren. Anfang 2018 wurde ein Fahrplan verabschiedet, der es dem Industriecluster ermöglichen soll, die Pariser Klimaziele zu erreichen. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Studien über die erforderliche Energieinfrastruktur abgeschlossen. Eine Wasserstoffverbindung zwischen Dow in Terneuzen und Yara in Sluiskil wurde bereits gebaut. Darüber hinaus seien die innovativen Projekte Steel2Chemicals (Dow Terneuzen) und Carbon2Value (ArcelorMittal Gent) weit fortgeschritten, heißt es.

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