v.l.: Ocke Hamann, Hendrik Schulte und Leon Westerhof bei der offiziellen Eröffnung der STL in Kalkar. Foto: Wägener
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Die traditionelle Messe Shipping, Technics, Logistics (STL) ist in Kalkar durch Hendrik Schulte, Staatssekretär im Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, eröffnet worden. 

Für Organisator Leon Westerhof ist die Durchführung der einzigen Messe für die Binnenschifffahrt in Deutschland auch »ein Zeichen für die ganze Wirtschaft.« Gerade in Zeiten wie diesen, die im Zeichen der Coronakrise stünden, sei das Vertrauen in die Wirtschaft wichtig. Ocke Hamann von der Niederrheinischen IHK bezeichnete es als »gutes Signal, dass sich die Branche in dieser herausfordernden Zeit gemeinsam an einem zentralen Ort trifft.«

Die Binnenschifffahrt leide schwer unter der Krise, so Hamann. Er berichtete von zahlreichen Fracht- und Flusskreuzfahrtschiffen im Hafen Duisburg, die dort lägen und keine Beschäftigung hätten. Eine Messe sei aber auch immer der Blick nach vorn, unterstrich Hamann.

Schulte sieht in dem »grünen Licht« für die Durchführung der zweitägigen Veranstaltung auch ein wichtiges Signal der Landesregierung. Gleichzeitig dankte er Westerhof für seinen Mut, Muße und Ausdauer, eine solche Messe durchzuführen.

Das Land NRW unterstütze die Binnenschifffahrt und werde dies auch weiter tun. Man treibe die Entwicklung voran, auch von neuen Schiffen. Als Beispiel nannte Schulte den Leitstand für die Entwicklung autonomer Binnenschiffe, der im Oktober im DST (Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme) eröffnet wird. Dies sei ein gutes und wichtiges Signal für die Zukunft und ein essenzieller Baustein für die Entwicklung der autonomen Binnenschifffahrt.

Darüber hinaus kündigte der Politiker Investitionen in die Infrastruktur an: »Wir werden die Infrastruktur sanieren und modernisieren, wo wir nur können.« Insbesondere in Krisenzeiten wie jetzt, gebe es die Chance gegenzusteuern. Damit meinte Schulte die Verkehrsverlagerung. Man müsse jetzt die Weichen stellen, um künftig mehr Waren über die Wasserstraßen zu transportieren. Die Verlagerung auf die Wasserstraßen sei aktueller denn je, unterstrich der Minister.

Rekordsummen für die Infrastrukturentwicklung

Der Investitionsstau der vergangenen Jahre werde aufgelöst. »Es soll wieder gebaut werden in unserem Land.« Dafür soll bis 2030 eine Rekordsumme von bis zu 50 Mrd. € investiert werden. Der Bund müsse aber sicherstellen, genügend Personal zur Verfügung zu stellen, damit die Vorhaben umgesetzt werden könnten. Das, was hier bisher schon geschehen sei, genüge noch nicht.

In der Abladeoptimierung am Rhein zwischen Duisburg und Stürzelberg sieht er eine der wesentlichen Maßnahmen. »Wir können unserer Wirtschaft nicht zumuten, noch eine Dekade auf die Solestabilisierung zu warten«, unterstrich Schulte. Ziele des Europäischen Green Deal würden geradezu solche Maßnahmen erfordern.

Kritik übte er an den zu langen Entscheidungswegen. Er habe das Ziel, die Verfahrenswege zu verschlanken und insgesamt mehr Tempo in die Prozesse zu bringen.

Die Binnenschifffahrt lobte er besonders: auch in Zeiten von Corona seien die Verkehre geflossen. Eine herausragende Rolle spiele hierbei unverändert der Rhein als »Lebensader der NRW-Wirtschaft.«

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