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Deutsche Binnenwerften spüren nun auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Der Auftragsbestand wird zwar planmäßig abgearbeitet, wie auch eine kürzliche Ablieferung der Schiffswerft Bolle zeigt, jedoch gehen Neubaubestellungen und Reparaturaufträge zurück

Die Schiffswerft Bolle am Pareyer Verbindungskanal hat erst kürzlich ein Arbeitsschiff für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Duisburg-Rhein fertiggestellt, das für deren Außenbezirk Emmerich bestimmt ist. Bevor es den Betrieb am Rhein Rhein aufnimmt, ist die Taufe auf denselben Namen vorgesehen. Ein konkretes Datum dafür steht jedoch noch nicht fest.

»Dieses Schiff ist kein übliches Arbeitsschiff, sondern ein Prototyp. Es ist mit den neuesten Generatoren und Antriebsgeneration, dieselelektrisch, ausgestattet und somit eines der aktuell saubersten Arbeitsschiffe im Fuhrpark unseres Landes«, sagt Werft-Geschäftsführer Mario Bolle. »Auf der einen Seite weist dieses Projekt in die Zukunft, auf der anderen Seite ist die Emmerich der letzte von meinem Vater unterzeichnete Vertrag und deswegen ein absolut besonderes Schiff für die Werft und die Familie Bolle«, unterstreicht er auch den symbolischen Wert dieses Auftrages.

Die »Emmerich« ist mit einem Palfinger-Kran ausgestattet und kann für Bergungsarbeiten, Instandhaltungsarbeiten, Ausbauarbeiten und viele weitere Zwecke am Rhein eingesetzt werden. Konstruiert wurde das neue Schiff von Marcel Bolle und Gordon Ringwelski des Schiffdesignbüros Innoship. Der Innenausbau erfolgte durch die auf der Werft ansässige Schiffs- und Bautischlerei. Bei der Prager Fahrgastschifffahrt (Prague Boats) hat die Schiffswerft Bolle nicht nur einen guten Namen, sondern kann sich als Stammwerft für neu zu bauende Einheiten betrachten. Das gleiche trifft auch auf die Potsdamer Weiße Flotte zu, denn auch die Potsdamer setzen ausschließlich auf das Know-how der Bolle-Mitarbeiter.

Mit dem neuen Elektrofahrgastschiff »Bella Bohemia«, ein Katamaran in Aluminiumbauweise, war der Eigner Prague Boats so zufrieden, sie gleich weiteres Schiff bei Bolle geordert hat – allerdings dieses Mal eine Nummer größer. Es ist befindet sich bereits im Bau und soll im Frühjahr kommenden Jahres pünktlich zur Saison ausgeliefert werden. Technische Einzelheiten wollte Mario Bolle noch nicht preisgeben.

Das betrifft auch die neue Schiffbauhalle, die sich im Bau befindet, außer dass sie größer und moderner sein wird, als die bereits bestehenden.
Christian Knoll

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