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Im Hafen Enns in Österreich hat die Danubia Speicherei einen neuen Elektrobagger von Sennebogen in Betrieb genommen. Ein wesentlicher Pluspunkt des neuen Umschlaggeräts ist die große Reichweite

Mit dem 895 E-Serie von Sennebogen hat sich dieDanubia Speicherei für eine moderne und flexible Umschlagtechnik entschieden. »Wir waren auf der Suche nach der perfekten Lösung für unseren Betrieb, und zwar ohne Kompromisse eingehen zu müssen«, sagt Georg Dobesberger, Geschäftsführer der Danubia Speicherei. Auf der bauma 2019 sei die Entscheidung dann gefallen

Die bisherige Lösung mit zwei seilbetriebenen Hafenkranen war in die Jahre gekommen, die Ersatzteilversorgung aufgrund des Alters immer aufwändiger und das Umschlagvolumen kontinuierlich gestiegen. Deshalb habe man handeln müssen, so das Unternehmen, das in Enns jährlich rund 950.000t Material aller Art bewegt – von Getreide, über Düngemittel bis hin zu Salz und Stückgütern.

Das Besondere sei jedoch, dass die Kaimauern, je nach Wasserstand, relativ hoch gelegen seien. Entsprechend gab es spezifische Anforderungen hinsichtlich Reichweite, Reichtiefe und Geschwindigkeit an das neue Umschlaggerät.

Zusammen mit Ascendum Baumaschinen Österreich wurden die Überlegungen konkretisiert: Ein auf die Spurbreite der vorhandenen Schienen angepasstes Schienenportal, 35m Reichweite, eine um 7m hoch- und runterfahrbare Hafenkabine, ein durchdachtes Aufstiegskonzept sowie eine Stromversorgung über 300m Fahrstrecke hinweg, waren die wesentlichen Anforderungen an die Neuerwerbung.

Dobesberger weiß, dass mit den gestiegenen Anforderungen des Marktes auch auf moderne Technologien gesetzt werden muss: »Einerseits nutzen wir mit dem Elektromotor des Hafenriesen eine ressourcen- und umweltschonende Antriebsvariante. Andererseits ist dies allein aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll, aufgrund der niedrigeren Strompreise.«

Der 895 E-Serie arbeite dabei doppelt sparsam, wie es heißt. Neben dem Elektroantrieb sei moderne Rekuperationstechnik verbaut, die ein Maximum an Energie einsparen lasse. Das Green Hybrid-System von Sennebogen arbeite nahezu ohne Kraftverlust entlang des gesamten Zylinderwegs Aufgrund des großen Systemvolumens der beiden Hydraulikzylinder am Ausleger in Kombination mit den Stickstoff- und Kolbenspeichern neben dem Ausleger-Anlenkpunkt bliebe die Kraft konstant und kompensiere das Eigengewicht des 54t schweren Auslegers. Wie bei einer Feder werde durch das Senken des Auslegers und die Komprimierung von Gas Energie gespeichert, so der Hersteller. Diese Energie nutzt das System anschließend, um die nächste Hubaufgabe zu unterstützen, was dem Entspannen der Feder gleicht. Beim Heben sei daher ein minimaler Kraftaufwand nötig und der Energiebedarf reduziere sich um bis zu 55%.

Weil die Danubie Speicherei Stückgüter sowie diverse Schüttgüter umschlägt, plante das Unternehmen von Anfang an ein Schnellwechselsystem am Stiel mit diversen Greiferanwendungen ein, um leichte oder schwere Schüttgüter, sowie Stückgüter verladen zu können.

»Die größte Flexibilität ergibt sich jedoch daraus, dass wir entlang des gesamten Kais Schiffe entladen können«, erklärt Dobesberger. Dazu wurde eine spezielle Stromzufuhr über eine spiralig-wickelnde Trommel am Schienenportal montiert, die das Verfahren des Elektro-Umschlagbaggers auf einer Gesamt­strecke von 300m ermöglicht.

Über Treppen und Aufstiege ist die eigens für den Hafen entwickelte Großraumkabine Portcab zu erreichen, von der aus die Fahrer Schiffsentleerung, Lkw- und Zugbeladung aus der Vogelperspektive gleichzeitig vornehmen. »Ich höre jeden Tag von meinen Fahrern, dass die Kabine des 895 der schönste Arbeitsplatz des gesamten Hafens ist«, meint Dobesberger.

Mit einer Fläche von rund 3,5Mio.m² und insgesamt etwa 2.500m Kailänge gilt der Donauhafen Enns als einer der bedeutendsten Binnenhäfen Zentraleuropas.

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