Der Duisburger Hafen hat beim Umschlag im ersten Halbjahr 2019 eingebüßt
Duisburg ist der größte Binnenhafen Europas. © duisport
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Duisport, Betreiber des größten europäischen Binnenhafens, die Stadt Duisburg und die Universität Duisburg-Essen haben einen Antrag auf Fördergelder für die 5G-Technologie beim Bundesland Nordrhein-Westfalen eingereicht.

Gemeinsam sollen im Projekt »5G.Logport Duisburg« innovative digitale Logistiklösungen mit Kunden und Partnern entwickelt und zur Marktreife gebracht werden. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Startup Accelerator startport zu.

»Wir rechnen uns gute Chancen für einen Zuschlag durch das Land aus, weil bisher die 5G-Technologie in Binnenhäfen noch nicht verbreitet ist«, erläutert Peter Trapp, Geschäftsführer startport und Generalbevollmächtigter bei duisport.

Die Einführung des 5G-Standards im Duisburger Hafen sei die wichtigste Infrastrukturmaßnahme in dieser Dekade, hebt Erich Staake, scheidender Vorstandsvorsitzender der duisport-Gruppe, die Bedeutung dieser Maßnahme hervor. Die Wertschöpfungsketten der Kunden würden in Zukunft davon abhängen.

Testfeld für alle Unternehmen im Hafen nutzbar

»Mit diesem Projekt bieten wir unseren Kunden an, den Aufbau dieser wichtigen Zukunftsplattform aktiv mitzugestalten. Unsere Partner haben mit diesem 5G-Projekt einen echten Marktvorteil: Sie können ihr Know-how auf diesem Feld rasch entwickeln. Hier werden zwischen etablierten Unternehmen und jungen Startups rasch zukunftsfähige Allianzen entstehen«, erklärt Staake.

Das Testfeld-5G-Netz sollen alle Unternehmen im Duisburger Hafen für die Entwicklung von Innovationen nutzen können.. Dies sei ein Alleinstellungsmerkmal.

Startport soll mit der 5G-Masterclass das zentrale Netzwerk für 5G-Startups in NRW zur Verfügung stellen, das Scouting der Partner und die Einbindung in die Pilotprojekte durch das startport-Team organisiert werden.

Der Mobilfunkstandard 5G eröffnet die Chance, auch mobile Objekte miteinander zu vernetzen. 5G mache das »Internet der Dinge« technisch erst möglich. Produkte mit Sensoren und 5G-Modulen ließen sich über die komplette Lieferkette in Echtzeit nachverfolgen und steuern. Künftig eingesetzte Lieferroboter und Drohnen könnten sich durch 5G mit präziserer Navigation mit geringerem Unfallrisiko bewegen. Störungen würden rascher gemeldet und ließen sich sofort beheben, so die Duisburger.

Den Verkehr effektiver lenken

Vor allem im Anwendungsfeld Verkehrslenkung sehen die Ruhrgebietler große Chancen durch das 5G-Netz. So könnte der Zu- und Abfluss von Lkws zu den Terminals des Duisburger Hafens durch das latenzarme 5G-gestützte Verkehrsleitsystem effizienter gesteuert werden, meint Andreas Stöhr, Professor für Elektrotechnik. Denn 5G ermögliche die Übertragung von Daten in Echtzeit. Dafür würden mit technologischen Hilfsmitteln wie Kameras, Sensorik, Drohnen und Verfahren der Künstlichen Intelligenz Verkehrsdaten kontinuierlich erfasst und ausgewertet. Die so gesammelten Daten könnten an die Lkw-Fahrer mittels des 5G-Netzes weitergeleitet werden. So könnten die Lkws gezielt Stellplätze in sogenannten Pre-Gates im Hafenareal anfahren oder würden direkt zu den Terminals gelotst.

Einerseits könnten so die überfüllten Raststätten an den Autobahnen etwas entlastet und andererseits auch Duisburger Anwohner entlastet werden, die sonst mit fehlendem Parkraum und Emissionen konfrontiert sind, heißt es. »Trotzdem muss auch in der 5G-Technologie noch viel erprobt werden und deshalb werden wir im Projekt 5G.Logport genau solche Anwendungsfälle konkret auf Herz und Nieren prüfen können«, ist Stöhr überzeugt.

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