VBW, Patricia Erb-Korn
VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn (© VBW)
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Seit Frühjahr 2021 hält das Coronavirus die Welt in Atem. Es verwundert nicht, dass der Lockdown und die nachfolgende Unsicherheit dazu geführt haben, dass auch die Arbeit des VBW von der weltweiten Corona-Pandemie nicht unberührt blieb.

Viele Ehrenamtliche in den im VBW organisierten Unternehmen und Institutionen waren in der ersten Jahreshälfte stark durch Krisenmanagement in ihren hauptamtlichen Tätigkeiten gebunden. Dadurch konnten viele geplante Veranstaltungen nicht stattfinden. Auch das seit 2012 etablierte Bankett musste abgesagt werden.

In der zweiten Jahreshälfte konnten viele Ausschüsse und Arbeitsgruppen zumindest virtuell wieder tagen und die Erfüllung des Arbeitsprogramms aufgenommen werden. Die meisten Projekte werden, wenn auch mit Verzögerung, fortgeführt.

Gleichzeitig arbeiteten VBW und BÖB mit Hochdruck an der Vertiefung ihrer im Mai 2020 geschlossenen Kooperation. Nach der Etablierung einer gemeinsamen Geschäftsführung wurden erste Weichenstellungen zur Vernetzung der Ausschussarbeit vorgenommen. Diese Arbeiten werden 2021 weitergehen.

Fortgeführt werden konnten auch die Arbeiten zur Umsetzung des Masterplans Binnenschifffahrt. Der VBW wirkte an der Erstellung des Masterplans mit und ist seit Sommer 2019 im Beirat vertreten.

Der VBW hat gemeinsam mit dem BÖB die Federführung einzelner Projekte übernommen. Gemeinsam mit dem BÖB wird der VBW 2021 einen Dialog zwischen Wirtschaft und Verwaltung zur Digitalisierung von Binnenschifffahrt, Häfen und Wasserstraßen initiieren. Ziel dieses Dialogs ist die Erstellung einer Roadmap für die Digitalisierung des Systems Wasserstraße.

Parallel wird der VBW das BMVI und die GDWS 2021 als offizieller Partner bei der Erstellung eines europäischen Masterplans für die Digitalisierung des Systems Wasserstraße unterstützen, der gemeinsam mit den BENELUX-Staaten, Frankreich und Österreich bis 2022 erarbeitet werden soll.

Darüber hinaus hat sich der VBW an einem Förderantrag für ein Projekt zum automatisierten Fahren in der Region Berlin-Brandenburg beteiligt. Ziel dieses Projektes ist es, mit kleineren automatisierten Einheiten neue Güterströme auf die Wasserstraße zu ziehen.

Mit Spannung blicken wir nach Brüssel, wo die neue Förderrichtlinie zur Modernisierung der Binnenschifffahrt, an der der VBW mitgewirkt hat, der EU-Kommission seit Sommer 2020 zur Notifizierung vorliegt.

Aus VBW-Sicht ist es völlig unverständlich, warum dieser Prozess nicht längst abgeschlossen ist. Die krisengebeutelte Binnenschifffahrt benötigt diese Förderung dringend, um die ökologische Transformation der Flotte voranzustreben. Wenn Brüssel seine grünen Ambitionen ernst nimmt, sollte die Kommission das Anliegen des BMVI unterstützen und dafür werben, dass es in den Nachbarstaaten Nachah-mer findet.

Bereits im Frühjahr 2021 wird der VBW dem Markt eine fachliche Orientierung zu alternativen Kraftstoffen für die Binnenschifffahrt zur Verfügung stellen.

Ebenso interessant für Entscheider dürften die für den gleichen Zeitraum avisierten Ergebnisse der VBW-Arbeitsgruppe zur Stärkung der Klimaresilienz von Wasser-straßen sein.

Wir werden sehen, wie sich Corona in 2021 weiterentwickelt und auf dieses ambiti-onierte Arbeitsprogramm auswirken wird.

Mit dem Eintreffen der ersten zugelassenen Impfstoffe sind wir jedoch zuversicht-lich, dass sich die Corona-Lage nach einem harten Winter ab dem Frühjahr lang-sam entspannen wird und auch das VBW-Vereinsleben schrittweise zu einer neuen Normalität zurückkehren wird.

Autorin:
Patricia Erb-Korn

Präsidentin
Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen (VBW)