KD, Köln, Fahrgastschiffe
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Nach dem Krisenjahr 2020 sorgt sich die Fahrgastschifffahrt in Deutschland auch um die aktuelle Saison. Es fehlt ein Ausstiegsszenario aus dem »Lock-down«.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte zu Beginn der Woche die Vertreter zahlreicher Wirtschaftsverbände zu einer Videokonferenz eingeladen. Denn überwiegend bemängeln viele Branchen nach den enttäuschenden Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz die fehlende Planungssicherheit und das Ausbleiben eines Ausstiegsszenarios aus dem bereits monatelang dauernden »Lock-Down«.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) kritisiert insbesondere, dass für den Gastronomie- und Freizeitsektor, zu dem auch die Fahrgastschifffahrt gehört, bisher kein Zeitplan für mögliche Wiederöffnungen vorgelegt wurde. Den in der sogenannten »Weißen Flotte« tätigen, überwiegend klein- und mittelständisch geprägten Unternehmen fehle somit eine Perspektive, ob und wann sie ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen.

»Dies ist unverständlich, da die Betriebe bereits im vergangenen Jahr funktionierende Hygiene- und Abstandskonzepte an Bord ihrer Schiffe ausgearbeitet und erfolgreich angewendet haben und der Aufenthalt auf den luftigen Freidecks der Schiffe sehr risikoarm ist«, heißt es beim BDB.

Die Fahrgastschifffahrt sei durch die staatlich verhängten Maßnahmen unverschuldet in ihre größte wirtschaftliche Krise seit der Nachkriegszeit geraten. Unabhängig vom Fahrtgebiet wurden dramatische Umsatzrückgänge von bis zu 90% im Vergleich zum Jahr 2019 verzeichnet, was viele Unternehmen in eine existenzbedrohende Situation gebracht habe, so der BDB. »Wir fordern die Verantwortlichen daher auf, unserer Branche nun schnellstmöglich eine Wiederöffnungsperspektive zu geben“, erklärt BDB-Vizepräsident Achim Schloemer, Vorstandschef der Reederei Köln-Düsseldorfer (KD).

Der BDB regt daher konkret an, die »Weißen Flotte« ab einem stabilen Inzidenzwert von 35 auf 100.000 Einwohnern wieder freizugeben, so wie es bereits für den Einzelhandel und bestimmte kulturelle Einrichtungen in Aussicht gestellt wurde. Die Zeit drängt, da die Saison traditionell im Verlauf des Monats März beginnt.

»Als Gast auf einem Fahrgastschiff ist man keinem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt als im Einzelhandel oder beim Besuch eines Museums. Es wäre daher nicht nachvollziehbar, wenn unserer Branche die Ausübung des Berufs weiter untersagt wird«, so Schloemer.

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