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© Trierer Hafengesellschaft
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Die Trierer Hafengesellschaft gewinnt nach dem Auszug von DB Schenker ein Areal von 2,5 ha für die weitere Entwicklung. Bis Jahresende sollen zunächst die Altlasten beseitigt werden, im Anschluss erfolgen die Um- und Ausbaumaßnahmen. Von Krischan Förster

Bis 2037 lief der ursprüngliche Vertrag mit dem Logistiker DB Schenker für das Hafengelände in Trier. Da beide Seiten aber unterschiedliche Zukunftspläne hatten, wurde im vergangenen Jahr einvernehmlich die Zusammenarbeit beendet. Im Sommer folgte der Auszug von Schenker aus dem Kornspeicher und dem dazugehörigen Verwaltungsgebäude.

»Wir bekommen dadurch eine Fläche, die wir neu entwickeln können«, sagt Volker Klassen, Geschäftsführer im Hafen Trier. Es könnte ein überaus attraktives Stück Land werden, direkt am Hafenbecken gelegen und trimodal angeschlossen.

Man habe sich gütlich getrennt, berichtet der Hafenchef. Für die Bahntochter Schenker passte das Geschäft in Trier mit dem Umschlag von Getreide nicht mehr so recht ins Logistik-Portfolio. Der auffällige Kornspeicher am Hafenbecken wird bereits seit zwei Jahren nicht mehr genutzt.

Bis Jahresende sollen laut Klassen die Abriss- und Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden, um die Fläche rund um das markante Gebäude für den oder die neuen Kunden vorzubereiten. Der Bereich soll vor allem für Unternehmen noch attraktiver werden, die das Gelände für ihren Umschlag nutzen möchten. Klassen schwebt eine moderne Halle vor, die möglichst über die Kaikante ragt, »damit auch wasserseitig Güter überdacht verladen werden können.« Deutschlands einziger Mosel-Hafen könnte sich also im dann 57. Jahr seines Bestehens noch einmal deutlich verändern.

Der heutige Hafen wurde 1965 eröffnet. Zuvor hatten die Anrainerstaaten Deutschland, Frankreich und Luxemburg beschlossen, die Mosel für 1500-t-Schiffe befahrbar zu machen, um die vor allem von der Stahlindustrie geprägte saarländisch-lothringisch-luxem­burgische Industrieregion besser anzuschließen. Gerade in dem zu Ende gegangenen Jahrzehnt hatte sich dann einiges getan.

Trier hatte vor gut fünf Jahren die Konzession für das Containerterminal an die Partner Am Zehnhoff Söns (AZS) aus Bonn und die heimische Recyclingfirma und Theo Steil vergeben und die langjährige Zusammenarbeit mit Luxport beendet. Seither gibt es einen regelmäßigen Linien­verkehr per Schiff nach Bonn, 2017 wurde von AZS eine Containerzugverbindung nach Rotterdam geschaffen, seit 2019 gibt es eine nach Antwerpen. »Wir sind mit der damaligen Entscheidung und der Entwicklung bislang sehr zufrieden«, sagt Klassen.

Das Schenker-Areal bietet Chancen für eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung und Modernisierung des Hafens. Schaut der Geschäftsführer allerdings in die Bilanz für 2020, sieht er, wie viele andere Häfen auch, die Auswirkungen der Corona-Pandemie. »Wir sind bislang dennoch glimpflich durch diese neuerliche Krise gekommen«, sagt Klassen.

Im wasserseitigen Umschlag gab es gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 18.000 t auf rund 780.000 t. Mehr noch musste die Bahn Federn lassen, nachdem 2018 und 2019 in diesem Bereich die besten Jahre in der Geschichte des Hafens gewesen waren. Rund 13.500 Waggons seien im vergangenen Jahr ent- und beladen worden, insgesamt waren es 650.000 t und damit knapp 140.000 t weniger als 2019 (788.607 t). »Aber das sind immer noch Zahlen, die wir vor fünf Jahren noch nicht gesehen haben«, sagt Klassen.

Trier setzt weiter auf die Binnenschifffahrt, kann sich jedoch auch am Wasser nicht den allgemeinen Trends entziehen. »Wir haben nicht alles in der eigenen Hand«, sagt der Hafenchef. So seien 2020 deutlich weniger Heizöl und Diesel transportiert worden, das liegt nicht nur an Corona, sondern am generellen Bedarf und der Energiewende.

Mit vorsichtigem Optimismus blickt Klassen jetzt auf das laufende Jahr, vor­ausgesetzt, »die Corona-Pandemie kann bewältigt werden und es passiert auch sonst nichts Außergewöhnliches.« Aktuell war da gerade die Mosel über die Ufer getreten und hatte die kritische Marke von 8 m überschritten.

 

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