KD, Köln, Fahrgastschiffe
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Die Fahrtgastschifffahrt in Deutschland soll so früh wie möglich von den Corona-Beschränkungen befreit werden. Das fordern die Unternehmen in einem Appell an Berlin.

Vor der nächsten Bund-Länderkonferenz zur Corona-Lage am 3. März hat der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) an Kanzleramtsminister Helge Braun appelliert, die Unternehmen in der deutschen Fahrgastschifffahrt so früh wie möglich im Zuge der geplanten Lockerungen zu berücksichtigen. Dies müsse zeitgleich mit einer  Öffnung der Gastronomie oder sogar früher erfolgen.

Die Reedereien könnten eine sichere Personenbeförderung auf dem Wasser und die Einhaltung der abstands- und Hygieneregeln sicherstellen, heißt es. Bei einem Aufenthalt auf den Freidecks der Schiffe bestehe ohnehin nur ein marginales Infektionsrisiko. Aufgrund dieser Erfahrungswerte aus dem vergangenen Jahr sei die »Weiße Flotte« sehr gut vorbereitet, um sicher in die Saison 2021 zu starten, heißt es in dem Schreiben.

Die im BDB organisierten Unternehmen verweisen darauf, dass sie ein klassisches Saisongeschäft betreiben, das in der Regel im März beginnt und nur bis Oktober reicht. Sie bräuchten Planungssicherheit und eine Perspektive, um ihren Betrieb aufnehmen zu können.

Die Branche sei durch die Covid-19-Pandemie und die zu ihrer Eindämmung verhängten staatlichen Maßnahmen unverschuldet in die größte Krise seit der Nachkriegszeit geraten. Die Umsatzverluste seien erheblich, während hohe Fixkosten, unter anderem für Personal und die Schiffe weiter bezahlt werden müssten. Die Kapitaldecke vieler Unternehmen sei massiv belastet, sie kämpften um ihre Existenz. »Daher sind ein rechtzeitiger Start in das Saisongeschäft und damit die Chance, wieder Umsätze zu generieren, für die Branche von größter Wichtigkeit«, heißt es in dem Brief.

Sollte die Wiederöffnung der Gastronomie erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erwarten sein, könne die reine Personenbeförderung in der Fahrgastschifffahrt schon früher erfolgen. Bis zu einer Strecke von 50 km, im sogenannten »genehmigten Linienverkehr« sei das Angebot der Fahrtgast-Reedereien mit dem öffentlichen Personennahverkehrs vergleichbar – mit Aus- und Zustiegen an verschiedenen Liegestellen.

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